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Region Cham
Sonntag, 17. Dezember 2017 9

Einrichtung

Das zweite Leben der Berufsschule

Die Umbauarbeiten in Bad Kötzting haben begonnen, nachdem alle Klassenzimmer leer blieben. Doch was kommt nun wo hinein?
Von Stefan Weber

Ein Überblick über den Komplex der ehemaligen Berufsschule zeigt, welche Gebäude wie verwendet werden sollen. Foto: Landratsamt Cham

Bad Kötzting.Seit einigen Tagen schon wird in den Räumen der ehemaligen Berufsschule gebaut. Das Gebäude gehört dem Landkreis, der es seit Ende vergangenen Schuljahres nicht mehr als solche nutzt. Allerdings hatten sich Stadt und Landkreis vorab so ihre Gedanken gemacht, wie aus der Immobilie nicht ein weiterer Leerstand werden soll, und darum wird im Moment auch gebaut.

Auf Nachfrage unseres Medienhauses erläutert Friedrich Schuhbauer, Pressesprecher am Landratsamt, was nun geschieht. So würden neben den in Bad Kötzting von Anfang an vorgesehenen Räumen für den Gesundheitscampus der TH Deggendorf weitere Einrichtungen hier untergebracht, „die den Standort Bad Kötzting erheblich aufwerten“ sollen.

Faktor Holzapfelschule

Bis April soll alles abgeschlossen sein. Foto: Fred Wutz

Dafür mussten allerdings mehrere Faktoren zusammentreffen. So traf es sich gut, dass der Freistaat Bayern für die personelle Aufstockung der Finanzverwaltung das städtische Gebäude der ehemaligen „Holzapfelschule“ erwerben wird. Die bisher dort untergebrachten Einrichtungen der Volkshochschule – es handelt sich hierbei um die Altenpflegeschule und die Tourismusakademie Ostbayern – werden in die Berufsschule verlagert. Die nötigen Baumaßnahmen haben vor wenigen Tagen begonnen. An dem Gesamtprojekt sind mehrere Bauherren beteiligt.

Im Einzelnen handelt es sich bei den Maßnahmen um den Umbau und die Sanierung des vom Parkplatz aus gesehen ersten Gebäudes zur Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe. Bauherr ist hier die Volkshochschule im Landkreis Cham, vertreten durch das Landratsamt. Für die Berufsfachschule für Altenpflege werden zwei Vollzeitklassen und eine Teilzeitklasse mit maximal 96 Schülern eingerichtet. Die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe bekommt eine Klasse mit bis zu 32 Schülern. Als Fachunterrichtsräume werden ein Demonstrationsraum und ein Mehrzweckraum nach dem Ende der Arbeiten zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es Platz für einen Verwaltungs- und Lehrerbereich sowie eine eigene Pausenhalle. Rund 690 Quadratmeter Fläche stehen dafür zur Verfügung (rund 40 Prozent der Gesamtfläche), die Kosten für die Arbeiten werden mit 1410000 Euro angegeben. Die Fertigstellung ist für April geplant.

Vorgeschichte

  • 2011:

    Der Kreistag hat am 25. Juli 2011 einstimmig eine Neuordnung der beruflichen Bildung im Landkreis Cham beschlossen. Kernstück war die Schaffung von Kompetenzzentren für industrielle Metallbearbeitung in Roding, für kaufmännische Berufe, Ernährung und Elektro in Cham und für Bauberufe in Furth im Wald, um eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung im Landkreis Cham sicherzustellen.

  • Konsequenz:

    Für die wegfallenden Berufsschulstandorte Waldmünchen und Bad Kötzting wurde Kompensation zugesagt. Die Umsetzung des Berufsschulkonzeptes wird mit dem Abschluss der jetzt in Bad Kötzting beginnenden Umbauarbeiten und dem Einzug der neuen Einrichtungen abgeschlossen sein. Die bisher in Bad Kötzting Unterrichteten werden seit Beginn des Schuljahres in den modernen Räumen der neuen Berufsschule in Cham unterrichtet.

  • 2015:

    Schon damals hatte der Kreistag auf Vorschlag von Landrat Löffler beschlossen, in Bad Kötzting die dem Landratsamt zugeordnete Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus einzurichten (seit Juli 2015 in Betrieb). (wf)

Auch die Tourismusakademie Ostbayern (TAO) bekommt Platz in der ehemaligen Berufsschule. Der Landkreis als Bauherr sorgt für ein Klassenzimmer, einen Behandlungsraum, einen EDV-Schulungsraum und eine Bibliothek. Außerdem gibt es ein Verwaltungsbüro und einen Besprechungsraum. Das alles auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern, wobei Räume wie die Bibliothek von anderen Einrichtungen in den weiteren Gebäuden mitgenutzt werden. Die TAO alleine belegt rund 17Prozent der Gesamtfläche. Die Kosten für den Umbau liegen bei 1107000Euro. Im April soll alles fertig zu sein.

Außerdem bekommt die Technische Hochschule Deggendorf, die mit der Stadt den Gesundheits-Campus initiiert hat, Fachräume. Bauherr ist der Landkreis. Es werden zwei Hörsäle eingebaut sowie zwei Verwaltungsbüros und eine Teeküche. Die Nutzfläche liegt bei 170 Quadratmetern (elf Prozent), die Gesamtkosten der Baumaßnahmen liegen bei 150000 Euro. Die finanziert – wegen der Campus-Kooperation – die Stadt Bad Kötzting. Die Gesundheitsregion Plus ist bereits auf einer Fläche von 220 Quadratmetern (13 Prozent) vor Ort vertreten.

Was wird aus der Werkstatt?

Damit sind zwar die ehemaligen Klassentrakte belegt, doch was passiert mit dem Werkstattgebäude? Es ist „für schulische Zwecke nicht oder nur bedingt geeignet“, erklärt Schuhbauer. Allerdings werde es während der Umbauarbeiten als Lager, etwa für Schulmobiliar, genutzt. „Danach wird über die künftige Verwendung entschieden“, so der Pressesprecher.

Landrat Franz Löffler stellt zusammenfassend fest: „Ich freue mich, dass der Landkreis Cham damit seine Zusage einer sinnvollen Nachnutzung des Berufsschulgebäudes erfüllen konnte.“ Die Einrichtungen, die dort künftig tätig seien, passten zum Angebot der Stadt als Gesundheitsstandort. Mit der Altenpflegeschule und der TAO entstünden Synergieeffekte mit dem Gesundheitscampus und der Gesundheitsregion plus. Andererseits würden Leerstände in der Innenstadt vermieden.

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