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Region Cham
Sonntag, 17. Dezember 2017 9

Tourismusausschuss

Der Blick geht Richtung Osten

Das Urlaubsland entdeckt Tschechien – Als Ausflugsziel und, um Besucher herzulocken. Streben um Qualität bleibt Schwerpunkt.
Von Petra Schoplocher

  • Wandern ist längst ein Trend und wird „immer jünger“. Dem will das Waldmünchener Urlaubsland Rechnung tragen. Unter anderem wurden die Wanderwege neu geordnet – wie alles unter Qualitätsgesichtspunkten. Foto: Tourismusgemeinschaft Waldmünchner Urlaubsland
  • Lobten für die neuen Karten und Flyer: Die Mitglieder des Kultur- und Tourismusausschusses mit Bürgermeister Markus Ackermann und Tanja Dietl. (Von links) Karl-Heinz Hendl, Dieter Müller, Johann Ederer, Walter Urban (für Alfons Gruber) und Franz Hausner. Foto: ps

Waldmünchen.„Stichwort Schokoladenseite“ – Dieses Attribut packt Bürgermeister Markus Ackermann in der Sitzung des Kultur- und Tourismusausschusses nur ein einziges Mal aus. Und doch wird bei jedem Tagesordnungspunkt klar, dass es bei Einzelmaßnahmen und Projektarbeiten stets genau darum geht: Die Schokoladenseite zu präsentieren und sie stetig schöner zu machen.

Dabei hatte das Stadtoberhaupt zu jedem der Themen ohnehin Positives vorzuweisen. Ob Übernachtungszahlen oder Zertifizierungen, das Fazit fiel stets ähnlich aus. „Wir stehen gut da“ oder „Da sind wir top aufgestellt.“ Letzteres etwa ist die Anmerkung zur Darstellung der Wanderwege. Ob digital aufbereitet mit GPS-Daten und Höhendifferenzen oder dem Flyer, der Lust auf Bewegung in der Natur macht. Andere Regionen seien auf diesem Gebiet – wie auch bei den Routen für Mountainbikern – „Lichtjahre zurück“ und würden „noch mit Textmarker in der Karte malen“.

Wanderwege überarbeitet

Die Parole, die über allem Handeln stehe, lautet: „Qualität ist für uns ein absolutes Muss“. Unter diesem Gesichtspunkt wurden die Wanderwege neu angelegt und im Sinne der Verbesserung verkürzt, zusammen- oder umgelegt. Aus 250 Kilometern wurden 150 auf 19 Strecken, die dafür aber attraktiver seien. Sie werden, wenn auch Treffelstein und Tiefenbach ihre Überarbeitung abgeschlossen haben, in einer Broschüre präsentiert. Ackermann zeigte sich überzeugt, dass diese „genauso frisch und informativ“ werde.

Im Mai habe das Urlaubsland wieder alle Kriterien für die Kinderland-Zertifizierung erfüllt. Damit sei die Region eine von neun in Bayern, die sich dieser Prüfung erfolgreich unterworfen hätten. Auch zehn Betriebe schafften die Zertifizierung, so dass die Botschaft: „Kommt her, hier bekommt ihr Qualität“, gerechtfertigt sei. Gleiches gelte für die 61 Ferienwohnungen und Häuser, die bewertet sind und von denen über die Hälfte vier Sterne hat. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sich die Vermieter kümmern“, fiel ihm ergänzend ein.

Die zahlreichen und abwechslungsreichen Veranstaltungen für Urlauber hätten sich zu einem Profil geschärft, meinte er. „Ohne Ehrenamtliche wären wir da geliefert“, schickte er einen Dank an Wander-, Mountainbikeführer und Vereine. Das Kulturprogramm, über das er für den erkrankten Hans Ruhland berichtete, sei die Schnittstelle zwischen Angeboten für Gäste und Einheimische.

Das neue Gastgeberverzeichnis sowie der Veranstaltungskalender, dem zudem ein neues Outfit verpasst wird, verrät einen weiteren Schwerpunkt: Aufgeführt sind Ausflugsziele und Termine in Tschechien, um die Wahrnehmung als eine Region zu schärfen. Doch nicht nur deshalb ist das Nachbarland interessant. „Wir wollen in Böhmen als Urlaubsregion wahrgenommen werden“, erklärte Markus Ackermann. Ein Flyer in tschechischer Sprache sowie ein Kombi-Werbe-Paket vom Banner bis zum Fernsehspot soll die Marke „Bayerischer Wald ganz oben“ entsprechend transportieren.

„Das sind gute Zahlen“, kommentierte Markus Ackermann die Urlauberstatistik, die Tanja Dietl für die Monate Januar bis September ermittelt hatte. Das Plus von 0,8 Prozent bei den Übernachtungen sei deshalb bemerkenswert, weil im vergangenen Jahr eine Steigerung von acht Prozent zu verzeichnen war. „Das zeigt, dass wir das hohe Niveau halten können“, freute sich das Stadtoberhaupt.

Mehr Übernachtungen

Über 146 000 Übernachtungen bei über 30 000 Gästeankünften würden zudem die Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft herausstreichen. Entgegen dem allgemeinen Trend gelang es, die Verweildauer auf 4,7 Tage (2016: 4,5) zu schrauben. Dies zeige, dass sich die Bemühungen um ein attraktives Angebot auszahle, meinte der Bürgermeister. „Landschaft alleine reicht nicht mehr.“

Ackermann verwies auf die 67 Pauschalangebote, die in diesem Jahr verkauft wurden. Nicht nur, dass diese über 800 Übernachtungen generiert hätten, der Gewinn im fünfstelligen Bereich könnte wieder im Tourismus investiert werden. Neben dem Trend, dass „Wandern wieder jünger“ würde, machte Tanja Dietl einen weiteren aus. Der Service „Wandern ohne Gepäck“, würde immer besser angenommen. „Das ist Komfort par excellence“, lobte Karl-Heinz Hendl, als er hörte, wie die Gäste das in der Praxis erleben.

„Wir brauchen uns nicht zu verstecken, eher im Gegenteil“, fasste Markus Ackermann das große Feld Fremdenverkehr zusammen, auf dem permanent geackert werde.

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