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Region Cham
Montag, 20. November 2017 10

Film

Der letzte Tanz für die ganz große Liebe

Mit großem Filmen aus Südamerika locken die Veranstalter der „Lichtgestalten“ an neun Abenden ins Chamer Kino.

„Ein letzter Tango“ zeigt die „Lichtgestalten“-Reihe am 28. November im Chamer Kinocenter. Foto: Veranstalter

Cham.Die „Lichtgestalten“ laden in diesen Wochen wieder ins Chamer Kino, um ganz spezielle, sehenswerte Filme anzuschauen und zu genießen. Der Schwerpunkt der Auswahl liegt dieses Mal auf Filmen aus Argentinien und Chile. Erstmals sind diesen Herbst neun Filme zu sehen – bislang waren es nur sechs. Gezeigt werden sie, wenn möglich, im Premiumsaal 9 des Chamer Kinocenters. Für die Filme können vorab Karten im Internet unter www.kino-cham.de reserviert oder schon gekauft werden (hierzu auf die Anfangszeit der Filme klicken).

Ausflug in die Geschichte Chiles

Die Filme sind alle jeweils dienstags im Chamer Kino zu sehen – Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der erste Film, „In Ihren Augen“ von Juan José Campanella aus Argentinien ist bereits gelaufen. An diesem Dienstag geht es weiter mit „Neruda“, einem chilenischen Film von Regisseur Pablo Larraín. Er spielt 1948. In einer flammenden Rede vor dem Kongress bezichtigt Senator Neruda, Dichter und Kommunist, die Regierung Präsident Videlas des Verrats – und wird umgehend seines Amtes enthoben. Er flieht. Bald dringt die Geschichte vom Dichter auf der Flucht nach Europa, Künstler wie Pablo Picasso setzen sich für seine Freiheit ein. Der chilenische Ausnahmeregisseur Pablo Larraín hat einen meisterhaften Film fast im Stil des klassischen Studiokinos geschaffen, spannend und bewegend, voller Poesie und Humors, in betörenden Bildern und mit herausragenden Darstellern.

Die „Nostalgia de la luz – Nostalgie des Lichts“ läuft am Dienstag, 24. Oktober, ein mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm von Patricio Guzmán. In der unendlichen Weite der Atacama Wüste im Norden Chiles sind Observatorien in Betrieb. Diese gigantischen Beobachtungsstationen des Weltraums sind auf dem modernsten technischen Stand. Nur einen Steinwurf entfernt graben die Familien der Opfer Pinochets mit ihren bloßen Händen die Erde in den Massengräbern um. Sie sind auf der Suche der Körper ihrer „Verschwundenen“. Seine Stärke gewinnt der Film aus den Texten des Autors und aus Bildern der Wüste und des Sternenhimmels.

Noch ein Film von Pablo Larraín läuft am Dienstag, 31. Oktober. Er heißt „iNO!“ und spielt im Chile des Jahres 1988. Auf internationalen Druck lässt Diktator Pinochet ein Referendum über seine Präsidentschaft durchführen: Das SI bestätigt ihn im Amt, das NO öffnet den Weg zu freien Wahlen. In fast aussichtsloser Situation engagieren die Führer des Oppositionsbündnisses den jungen Werbefachmann René Saavedra als Marketingberater. „iNo!“ wurde 2013 als erster chilenischer Film überhaupt für den Oscar für den besten fremdspachigen Film nominiert.

Liebesgeschichte mit Hindernissen

„Medianerias“ läuft am 7. November, ein Film aus Argentinien/Deutschland/Spanien von 2011, den Gustavo Taretto drehte. Mit einem zwinkernden Auge erzählt der Film eine Liebesgeschichte mit Hindernissen und ist gleichzeitig eine Hommage an Buenos Aires und an das großartige Wimmelbilderbuch „Wo ist Walter?“. Medianerias ist die Geschichte von Mariana, Martín und der Stadt Buenos Aires.

„Wild Tales“ (2014) wird am Dienstag, 14. November, gezeigt. Regie hatte Damian Szifron. Es regiert der schwarzer Humor. Die Welt ist ungerecht, korrupt und deprimierend. Es ist ein Film über Menschen, die explodieren. Eine rabenschwarze Komödie über normale Leute, die die feine Linie zwischen Zivilisation und Barbarei überschreiten. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2014 erhielt der Film nach seiner Vorführung minutenlange, stehende Ovationen.

Am 21. November geht es weiter mit „Gloria“ (2013) von Sebastián Lelio. Gloria ist 58 Jahre alt, geschieden und ihre Kinder sind schon aus dem Haus. Doch allein will sie ihre Tage und Nächte nicht verbringen. Dem Alter und der Einsamkeit trotzend, tanzt sie voller Lebenslust auf Single-Partys und flirtet, was das Zeug hält. Nach jedem Rückschlag steht Gloria auf und ihr Stern strahlt heller als zuvor.

Zum letzten Tango wird am 28. November geladen. „Ein letzter Tango“ ist von 2016, Regie führte German Kral. Der argentinische Tango gilt als der Tanz der Leidenschaft und Erotik. Kein Paar versteht das besser als Maria Nieves Rego (81) und Juan Carlos Copes (84). Die beiden lernen einander in ihrer Jugend kennen und entwickeln sich zu einem der berühmtesten Tanzpaare in der Geschichte des Tangos. Dabei verbindet sie eine heißblütige Liebesbeziehung, die 50 Jahre besteht. In seiner Dokumentation lässt der argentinische Regisseur German Kral das legendäre Paar viele Jahre nach der Trennung wieder zu Wort kommen.

„Der Perlmuttknopf“ macht den Abschluss der Lichtgestalten-Reihe. Er wird am Dienstag, 5. Dezember gezeigt und ist von 2015 aus Chile. Patricio Guzmán dreht ihn als Dokumentarfilm über die Geschichte Chiles. Guzmán bezieht sich im Film auf den Ozean an der 4300 Kilometer langen Küste Chiles und verwebt seine persönlichen Erinnerungen mit historischen Versatzstücken aus der blutigen Historie des Landes. Auf der Berlinale 2015 wurde der Film mit dem silbernen Bären ausgezeichnet.

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