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Samstag, 21. Oktober 2017 17° 1

Wettbewerb

Der Lilli-Bock aus Rhan ist weltmeisterlich

Fast 4000 Biere waren beim „World Beer Cup“ dabei. Die Bronzemedaille bekam der Lilly-Bock vom Rhanerbräu.

Stefanie und Alois Plößl bei der Preisverleihung

Rhan. Bier-Weltmeister wird man nicht alle Tage. Trotzdem konnte sich Stefanie Plößl schnell für die passende Festrobe entscheiden. Ein rotes Dirndl mit weißen Punkten musste es sein. „Wie das Etikett von unserem Lilly Bock“, sagt Stefanie und gibt ihrem Alois zum Gewinn der Bronzemedaille beim „World Beer Cup“ ein weltmeisterliches Siegerküsschen. Der helle Weizenbock „Lilly Bock“ der Rhanerbräu Brauerei ist bei der „Olympiade der Biere“ am Donnerstagabend in Nürnberg mit der Bronzemedaille ausgezeichnet worden.

„Wir haben einfach den Lilly-Bock nach Amerika zur Verkostung geschickt, und jetzt sind wir Weltmeister“, freut sich Alois Plößl. Die Weltmeisterschaft der Biere findet alle zwei Jahre in den USA statt. Heuer waren fast 4000 Biere von 799 Brauereien aus 54 Ländern beim „World Beer Cup“ dabei. „Bei dieser gigantischen Konkurrenz“, dachte sich der Braumeister noch vor zwei Wochen, „wird’s wahrscheinlich sowieso nichts werden.“

Töchterchen als Namensgeber

Also warum sich die ganze Nacht um die Ohren schlagen, als die Weltmeister-Biere in Kalifornien zeitversetzt verkündet wurden. „Aber dann fahr’ ich am Sonntagmorgen den Computer hoch und: Peng! Wir haben wirklich gewonnen! Zum Frühstück hab’ ich mir dann ausnahmsweise mal einen Lilly-Bock eingeschenkt“, erzählt Alois Plößl.

Eigentlich hat erst das achtjährige Töchterchen den WM-Titel ermöglicht. „Unsere Lilly wollte unbedingt, dass wir ein Bier mit ihrem Namen brauen“, erzählt Stefanie Plößl. Schließlich hatte auch ihr Bruder Maxi ein Bier mit seinem Namen bekommen. „Sie ist eine sehr dynamische junge Dame“, sagt Vater Alois. Jetzt hängt ein großes Poster vom Lilly-Bock in Lillys Kinderzimmer.

Freilich kam der Weizenbock bei der Preisverleihung der WM-Titel an die europäischen Brauereien im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg auf den Tisch. „Relativ zarte fruchtige Aromen nach Banane“, sagt der Braumeister. „Den Jahrgang aus dem vergangenen Jahr finde ich noch besser. Der hat eine leichte Cherrynote“, gibt Stefanie offen zu.

„Durch das Lagern verliert der Bock noch etwas von seinem wilden Charakter“, sagt Alois Plößl, während der erste Gang des Bierweltmeister-Dinners – ein Bärlauchsüppchen – serviert wird. Traurig, dass es „nur“ die Bronzemedaille geworden ist, sind die „Rhaner“ nicht. Im Gegenteil: „Dass wir überhaupt eine Medaille bei diesem Riesenwettbewerb bekommen haben, ist der Wahnsinn.“

„Wir trinken einfach gerne Bier“

Die Auszeichnung wollen die Plößls nutzen, um die bayerische Bierkultur weiter mit Herzblut und Reinheitsgebot weiter zu erhalten und voranzubringen. „Wir trinken einfach gerne Bier“, gesteht Stefanie, während zum zart-rosa gegarten Rinderfilet ein typisches Indian Pale Ale aus Greenwich serviert wird. Elegant ist das Champagner-Verfahren, mit dem der Lilly-Bock in Rhan hergestellt wird. „Wir arbeiten mit echter Flaschengärung, nicht wie beim Sekt im großen Tank. Das bringt die Aromen, die eine Großbrauerei an der Tanke nicht bringen kann“, sagt Alois Plößl. Kleine Brauereien hätten eben mehr Herzblut und Fingerspitzengefühl für den Gerstensaft. Auf diesem Weg wolle man weitermachen. Und mit dem WM-Titel diese Bierkultur auch in die Welt tragen. „Beim Beer World Cup haben sehr, sehr viele kleine Brauereien gewonnen. Und das ist gut so“, betont der Braumeister. Die WM-Trophäe bekomme natürlich einen Ehrenplatz in der Brauerei. Als erste darf natürlich Töchterchen Lilly den Pokal in die Höhe halten.

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