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Region Cham
Donnerstag, 23. November 2017 3

Vortrag

Der Plastik-Siegeszug und seine schlimmen Folgen

Bernard Suttner forderte beim Frauenbund Wilting dazu auf, hinsichtlich der großen Umweltproblematik umzudenken.

Bernhard Suttner zeigte in seinem Vortrag auf, wie problematisch der Einsatz von Plastik samt den daraus entstehenden Folgen ist. Foto: cdg

Wilting.„Plastik in unserem Alltag, ja, in unserer Welt ist dieses Material nicht mehr weg zu denken!“ Mit dieser Thematik befasste ging am Dienstag Bernhard Suttner beim Frauenbund Wilting. Vorsitzende Marianne Piendl hatte zu der Vortragsveranstaltung in den Pfarrsaal eingeladen.

Suttner hatte eine Jutetasche mitgebracht, gefüllt mit Gegenständen aus Plastik, denen in fast jedem Haushalt zu begegnen ist. Und mit der Frage „Warum erlebte Plastik diesen Siegeszug?“ eröffnete er seinen Vortrag. Plastik habe nachweislich eine Menge Vorteile. Zum Beispiel sei es leicht, hygienisch – gerade im Bezug auf die Selbstbedienung – und für die Verpackungsindustrie sei es billig und leicht in großen Mengen herzustellen. Das Problem seien der enorme Verbrauch fossiler Rohstoffe bei der Herstellung und die Entsorgung.

Bei der Verbrennung entstehen laut Suttner hohe Emisionsrückstände, und: „Wird Plastik einfach – schwupps weg damit – entsorgt, ist es dramatisch, wohin der Wind und das Grundwasser es tragen!“ Suttner erzählte, dass ein Bekannter auf seiner Reise in die Wüste eine Fata Morgana zu sehen glaubte, beim Näherkommen seien es ein paar trockene Sträucher gewesen, mit Plastiktüten behängt, die der Wind dorthin geblasen hatte.

Laut Suttner bilden sich auf den Weltmeeren ganze Plastikinseln, welche die Meeresbewohner, aber auch Vögel massiv bedrohen. Es sei „eine Langzeitstudie, an der wir alle teilnehmen, wie sich das Plastik auf den Organismus - auch den des Menschen - auswirken wird“. Heute schon würden mit den Fischen, die Plastikteilchen zu sich nähmen, Plastikbestandteile in der Nahrung der Menschen gefunden. Die Kläranlagen, mit ihren Mikrobakterien, könnten Plastik nicht „unschädlich“ machen – so lande es in den Bächen und Flüssen und richtet dort großen Schaden an.Wichtig sei es, so der Referent, Plastik zu verweigern, „das heißt, alles, was nicht sein muss, auch nicht verwenden“.

Plastik sei nicht das einzige Problem, mit dem die Erde zu kämpfen habe, so Berhard Suttner. Alles habe seinen „ökologisch-sozialen Rucksack“. Bei der Rohstoff-Gewinnung würden ganze Landstriche zerstört – siehe die Ölfelder, die nichts mehr von ihrer ursprünglichen Natur hätten und wo die Mensch dahinvegetieren müssten. Diesen Rucksack nenne man MIPS – Material-Input pro Service-Einheit. Und davon verbrauchten die Industrieländer viel zu viel.

„Es ist höchste Zeit umzudenken!“, betonte Suttner, es gelte, langlebige reparaturfähige Produkte zu verwenden, effiziente Technik nützen, überflüssigen Schnickschnack zu verweigern. Wir müssen unsere Erde schützen um zu überleben. (cdg)

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