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Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Politik

Die 100-Tage-Bilanz der Bürgermeisterin

Im Juni wurde Heike Fries in das Rathaus von Falkenstein gewählt. Dort arbeitet sie nun an entscheidenden Aufgaben.
Von Thomas Mühlbauer

Heike Fries ist seit knapp 100 Tagen im Amt. Jeden Tag geht sie gerne wieder durch die Rathaustür zur Arbeit. Foto: rtn

Falkenstein.Der Sonntag, 25. Juni 2017, bleibt Heike Fries für immer in Erinnerung. An jenem Sommertag wurde die 41-Jährige zur neuen Bürgermeisterin Falkensteins gewählt, ein Sieg, der auch über die Marktgemeinde hinaus Eindruck hinterlassen hat. Es war nämlich beileibe kein knappes Ergebnis, mit satten 62,1 Prozent hatte sie sich gegen Amtsinhaber Thomas Dengler deutlich durchgesetzt. Sechs Monate sind seither vergangen. Im Exklusiv-Interview mit unserem Medienhaus begibt sich die sympathische Bürgermeisterin gedanklich zurück an diesen Tag: „Ich habe nie damit gerechnet, dass ich so deutlich gewinne. Denn, ich ging als Herausforderin ins Rennen. Auch Tage danach, herrschte bei uns noch Ausnahmezustand.“

Dankbar für das große Vertrauen

„La Ola“ mit der Wahlsiegerin: Heike Fries (Mitte; mit Blumenstrauß) feierte in ihrem Garten mit vielen Gästen den Wahlsieg. Foto: R. Schlecht

Bereits am Abend des Wahlsieges stieg im Garten von Heike Fries die erste Wahlparty. Auch sechs Monate danach wird die neue Chefin im Falkensteiner Rathaus nicht müde zu betonen: „Ich bin sehr dankbar für das große Vertrauen, dass man in mich gesetzt hat, und ich versuche es natürlich jeden Tag zu rechtfertigen.“ Ganz neu war die Materie für sie dann doch nicht. Seit drei Jahren gehörte sie bereits als Mitglied dem Gemeinderat an. Auch wenn sie ursprünglich aus einer ganz anderen Richtung stamme, denn vor ihrem Einstieg in die Kommunalpolitik war sie eher im kaufmännischen Bereich unterwegs. So sagt Fries auch: „Ich muss noch viel lernen.“

Im Hier und Jetzt, blickt Fries gerne auf den 25. Juni zurück, darauf angesprochen, wie sie die Tage nach dem Wahlsieg wahrgenommen hat, sagte sie: „Als ich am 25. Juni zur Bürgermeisterin gewählt wurde, war die Freude sehr groß und mir wurde auch zugleich bewusst, dass große Aufgaben auf mich zukommen werden. Daher habe ich die Zeit bis zum 19. September, dem Tag der Vereidigung, genutzt, soweit es mir möglich war, mich mit einigen Seminaren und einiger Vorarbeit auf das neue Amt vorzubereiten.“

„Ich kann nicht zaubern“

Heike Fries ging auch mit vielen Zielen aus ihrem Wahlprogramm ins neue Amt: „Meine Punkte aus meinem Wahlprogramm habe ich natürlich im Kopf. Wobei ich immer ehrlich gesagt habe, ich kann nicht zaubern und bei unserem Haushalt nichts versprechen. Aber da ja auch einiges auf dem Schreibtisch liegen geblieben ist und jeden Tag was Neues dazu kommt und auch der 19. September noch nicht so lange zurückliegt, musste ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen.“ Heike Fries sagte: „Ich bin auch gerade dabei, Investoren für das Schröttinger-Anwesen zu suchen, was im Moment sehr positiv verläuft. Vor allem baue ich auch Kontakt zur Städtebauförderungen und Denkmalschutz auf.“ Denn eins sei klar, so Fries: „Lebt die Ortsmitte, lebt auch der Ort.“ Doch auch weitere Projekte hat sie ins Auge gefasst: „Ich habe mittlerweile auch Kontakt zum Eigentümer-Fonds des Objektes Edeka hergestellt. Dieser Fonds möchte gerne ins bestehende Objekt investieren. Im Januar wird es hierzu weitere Gespräche mit Edeka geben.“ Damit soll es in Falkenstein noch nicht zu Ende sein, so sagt Heike Fries: „Natürlich gibt es noch viele weitere Punkte, wie unsere Straßen, die schon lange ein Stiefkind waren. Auch die Verkehrssicherheit, liegt ihr am Herzen. „Zudem will ich unsere Senioren nicht vergessen.“

Vizebürgermeister Georg Höcherl nahm der neuen Bürgermeisterin Heike Fries den Amtseid ab. Foto: rto

Auch steht Heike Fries in regem Austausch mit der Bevölkerung: „Das Feedback aus der Bevölkerung ist sehr unterschiedlich. Man hört Positives sowie auch Negatives, aber ich gebe mein Bestes, und drei Monate, sind eine kurze Zeit. Gerne würde ich alle Wünsche umsetzen, aber unser Haushalt gibt es zur Zeit nicht her.“ Der Bürgermeisterin ergeht es dabei zudem wie vielen ihrer Amtskollegen, früh beginnt bereits der Arbeitstag: „Ich bin jeden Tag um 7.30 Uhr im Rathaus, dann, je nachdem, gibt es genügend Arbeit am Schreibtisch beziehungsweise genügend Termine im Kalender. Es macht mir aber jeden Tag aufs Neue Spaß, vor allem die Bereitschaft der Bevölkerung mitzuarbeiten gibt mir sehr viel Kraft und Energie.“ Und, um ein Beispiel zu finden, braucht Heike Fries nicht lange in die Vergangenheit zurückblicken: „Wenn bei uns das Ehrenamt nicht so ausgeprägt wäre, würde es den Christkindlmarkt in dieser Form gar nicht geben.“ Mit Blick in die Zukunft sagt Heike Fries: „Es wird auch 2018 im Rahmen der Burghofspiele einen Ehrenabend geben, um einfach den vielen ehrenamtlich engagierten Bürgern mal danke zu sagen.“

Leerstände mit Leben füllen

Fragt man sie nach den Wünschen und Zielen für 2018 lässt sie wissen: „Anpacken würde ich am liebsten alles. Aber leider ist das liebe Geld nicht so vorhanden, wie es nötig wäre. Am wichtigsten ist es, unseren Marktbereich mit Leben zu füllen und eventuell unsere Leerstände zu verringern. Zudem möchte ich Familien die Möglichkeit geben, sich in unserer Marktgemeinde anzusiedeln, mit bezahlbaren Bauplätzen und Wohnungen. Dabei hoffe ich, dass uns die neu geschaffene Wohnungsbörse unterstützen kann.“ Ein Blick auf die Landkarte zeigt, „wir liegen sehr zentral und sind zum Beispiel in zehn Minuten auf der Autobahn, die uns den großen Städten näher bringt. Zudem ist auch Cham und Roding nicht weit entfernt.“ Auch so dürfte für den Markt wieder einiges anstehen, denn zur Marktgemeinde werden auch sechs Feuerwehren gerechnet. Auch dem ist sich Fries bewusst: „Hier stehen ebenfalls große Aufgaben an, wir werden uns deshalb Anfang 2018 mit allen Verantwortlichen der Wehren zusammensetzen und eine Bedarfsermittlung durchführen. Denn hier bin ich immer in Gesprächen.“ Einen weiteren Punkt, etwas oberhalb von Falkenstein, möchte sie nicht aus den Augen verlieren: „Unsere Burg ist natürlich unser Wahrzeichen, viele Auswärtige kommen hier in den Ort, das ist natürlich touristisch schon sehr wertvoll. Da könnte man noch viel mehr draus machen.“ Fürs Erste ist im Februar ein Schwarz-Weiß-Ball der KLJB Völling sowie im gleichen Monat eine Hochzeitsmesse geplant. Im Sommer dürften dort wieder viele Hochzeiten sein.

„Das Jahr 2017 hat für mich einiges verändert und bleibt mir in sehr guter Erinnerung. Um das alles zu meistern, braucht man auch einen guten Rückhalt, und daher danke ich vor allem meiner Familie und meinen Freunden, und sonst allen, die mich uneigennützig unterstützt haben.“

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