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Region Cham
Mittwoch, 22. November 2017 3

Gericht

Die Anklage war nicht haltbar

Ein 30-Jähriger wurde nicht wegen Körperverletzung in Furth im Wald, sondern wegen Diebstahls verurteilt.

Richter Andreas Lecker verhängte wegen des Diebstahls eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten auf Bewährung.

Furth im Wald.Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich ein 30 Jahre alter Mann aus Dingolfing vor dem Chamer Amtsgericht verantworten.

Der einschlägig Vorbestrafte soll am 23. August 2016 auf dem Drachenstichgelände in Furth im Wald im Rahmen des Volksfestes auf einen Mann mit mehreren Faustschlägen eingeschlagen haben.

Der psychisch labile Angeklagte stritt die Tat ab. Es habe einen Streit gegeben und plötzlich lag er mit dem angeblich Geschädigten auf dem Boden. Es sei alles sehr schnell gegangen und urplötzlich hätte sich die in der Nähe postierte Security auf ihm befunden. Schläge ausgeteilt habe er aber nicht.

Die Verhandlung wurde nun mit der Beweisaufnahme fortgeführt und der Geschädigte, auch als Nebenkläger auftretend, kam zu Wort. Der Angeklagte habe aus seiner Sicht sehr wohl auf ihn eingeschlagen, er habe Hämatome, Kreuzschmerzen sowie Kopfschmerzen davon getragen.

Dem angeblich Geschädigten gelang es jedoch nicht, dem Gericht und der Staatsanwaltschaft sowie dem Verteidiger des Angeklagten ein klares Bild von den Geschehnissen zu machen. Einige Antworten zum Tathergang ergaben ein unklares Bild.

In der Folge kamen weitere Personen in den Zeugenstand, die mehr oder weniger ebenfalls an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein sollen, oder sich zumindest in unmittelbarer Nähe befunden haben. Gehört wurden in diesem Zusammenhang drei Männer, die eher dem Freundeskreis des Nebenklägers zuzuordnen waren, sowie seine Ehefrau.

Aufseiten des Angeklagten kam die damalige Freundin zu Wort, die sich allerdings kaum an etwas erinnern konnte. Sämtliche Zeugen widersprachen sich in ihren Darstellungen in Bezug auf ihre konkrete Rolle bei der Auseinandersetzung.

Des Weiteren wurden die Aussagen mit den Protokollen bei der Polizei verglichen. Auch hier kam es zu erheblichen Abweichungen.

Da der Prozess nun wenig zielführend war und die Anklage immer mehr an Substanz verlor, kam man an einer Einstellung des Verfahrens wegen gefährlicher Körperverletzung nicht mehr vorbei.

Im Raume stand nun noch ein Diebstahl in einem Lebensmittelgeschäft in Furth im Wald. Der Angeklagte gestand, wie in der Anklageschrift verlesen, Lebensmittel im Wert von 44 Euro gestohlen zu haben. Hintergrund sei ein finanzieller Engpass gewesen. Berauschende Genussmittel habe er im Vorfeld des Diebstahls nicht zu sich genommen. Zum Abschluss der Verhandlung kam ein Gutachter zu Wort, der eine Einschätzung in Bezug auf das Leben und den Werdegang des Angeklagten abgab.

Richter Andreas Lecker verhängte wegen des Diebstahls eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten auf Bewährung. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre bestimmt. Darüber hinaus muss der Dingolfinger 50 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. (cai)

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