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Region Cham
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Kunst

Die Bilder kommen extra aus New York

Nach 25 Jahren wieder in Cham zu sehen: Sati Zech freut sich sehr auf die Ausstellung im Cordonhaus, die am Samstag beginnt.

Sati Zech (Mitte) stellt in Cham aus – als Kuratoren fungieren Anjalie Chaubal (li.) sowie Simone Seifert. Foto: cai

Cham.Der Aufwand war enorm, dennoch hat die renommierte Künstlerin Sati Zech weder Kosten noch Mühen gescheut, nach 1992 ein zweites Mal in der Stadt am Regenbogen auszustellen. Vom 17. September bis 19. November stellt die Wahl-Berlinerin mit „seamless lines“ verschiedene Kunst im Cordonhaus zur Schau.

So wie ihr Motto „Kunst leben“ lautet, so bestimmt die Kunst das ihre: Sati Zech kann auf eine bewegte Karriere zurückblicken, in der sich ihr Tun und ihre Kreativität veränderten. Die Freude am Gestalten ist aber geblieben. Bei ihrem ersten Besuch in Cham vor 25 Jahren lag ihr künstlerisches Hauptaugenmerk verstärkt auf Arbeiten mit Tonplastik. Heute bekommt der geneigte Besucher Papierarbeiten, Wandobjekte oder aber Ausarbeitungen aus Leder zu sehen. Im Cordonhaus werden ab Samstag beide großen Ausstellungsräume mit der Kunst von Zech versehen sein, die Künstlerin lobte die damit verbundenen Möglichkeiten: „Durch die Größe der Räume habe ich viel mehr Möglichkeiten als bei anderen Ausstellungen. Das Cordonhaus ist ein exzellenter Platz, um meine Werke den Besuchern näher zu bringen“.

Aufwändige Körperlandschaft

Ein erstes Kunstwerk sticht dem Betrachter bereits in der Mitte eines Ausstellungsraumes ins Auge: Eine aufwendige Körperlandschaft aus Rohleder lässt für Interpretationen durch die ambivalente Darstellung genügend Spielraum. Generell gelingt es der Künstlerin durch ihre Kunst, den Zuseher zum Nachdenken anzuregen.

Hier bilden die Wandobjekte keine Ausnahme: Beispielsweise mutet ein Objekt nach eigener Aussage zunächst als die Darstellung einer Frauenfrisur an, wäre aber bei näherer Betrachtung auch als Bergausläufer zu deuten.

Die Künstlerin Sati Zech

  • Veränderungen:

    Die Karlsruherin Sati Zech hat ein besonderes Verhältnis zu Bayern und stellt am liebsten im süddeutschen Raum aus. Für die Ausstellung in Cham ließ sie eigens Bilder aus New York einschiffen. Die Ausstellung zeigt Arbeiten, die auch die Veränderungen über die Zeit deutlich machen. Heute sind bildhauerische Elemente ein wichtiger Teil.

  • Kunstakademie:

    Neben ihrem künstlerischen Schaffen unterrichtet sie an einer Kunstakademie in Kolbermoor. (cai)

Bezüglich der Papierarbeiten legt Sati Zech auf die Verwendung von dünnem Papier wert und versucht, ihren bevorzugten Farbton „Rot“ zu integrieren. Dieser sticht auch bei einem der „New Yorker Werke“ ins Auge. Die Wärme der verwendeten Töne strahlt auf den Betrachter, die gern benutzten Reihungen sind ein oft angewandtes Stilmittel.

Mit vielen ihrer Werke versucht die gebürtige Karlsruherin, Sprache als Form zu zeigen und Sprache auf Körper zu typisieren. Die Darstellung von Sprache als Objekt sei in ihrem Schaffen heute besonders prägend und bereite ihr den größten Spaß. Zech verarbeitet in ihren Werken auch persönliche Erlebnisse. Ein Wandobjekt trägt den Namen „Ein Brief an Fritz“ und ist das größte Objekt aus der achtteiligen Reihe. Mit dem Zeitpunkt der Gestaltung steht ein privater Schicksalsschlag in enger Verbindung. Auch die Lederarbeit „Zarte Säcke“ enthält eine emotionale Note. Die aufwendig per Hand genähten und mit Salz befüllten Ledersäcke zeigen die gefühlte Schwere, die Trauer wird aber durch die spielerische Leichtigkeit der Aneinanderreihung wieder aufgehoben.

Beeindruckend und ausgefallen

Die Werke Sati Zechs muten gleichermaßen beeindruckend wie ausgefallen an. Durch die Vielfältigkeit der gezeigten Werke kann der Besucher auch für sich Ansprechendes entdecken. Nicht nur Experten bildhauerischer Arbeiten können bis Mitte November im Chamer Cordonhaus einen interessanten Einblick in eine Welt gewinnen, die vielen Interessenten noch unbekannt sein dürfte: die Welt der Sati Zech. Der Eintritt ist frei. Als Kuratoren fungieren Anjalie Chaubal sowie Simone Seifert. (cai)

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