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Region Cham
Samstag, 18. November 2017 5

Termin

Die Feuerwehr bricht ihre Zelte ab

Am Samstag bezieht die Stadtfeuerwehr ihr neues Domizil an der Eschlkamer Straße. Offizielle Eröffnung ist im Mai.
Von Wolfgang Baumgartner

  • Die Spinde haben den Umzug bereits hinter sich. Für die Handwerker läuft der Countdown; am Samstag zieht die Stadtfeuerwehr in ihr neues Domizil. (wb)
  • Am Samstag beziehen die elf Einsatzfahrzeuge die neue Fahrzeughalle. (wb)
  • Die Werkstatt in der alten Feuerwache ist bereits ausgeräumt. (wb)
  • Der neue Raum, in dem die Flaschen für die Atemschutzgeräteträger gefüllt werden. (wb)

Furth im Wald. Am kommenden Samstag ist es endlich soweit: die Stadtfeuerwehr bezieht ihr neues Zuhause im Rettungszentrum an der Eschlkamer Straße. Punkt 15 Uhr werden alle Einsatzfahrzeuge die alte Feuerwache an der Von-Müller-Straße verlassen. Nach einem Korso durch die Stadt (Von-Müller-Straße über die Bahnhofstraße, den Stadt- und Bayplatz in die Eschlkamer Straße) nehmen die Feuerwehrautos dann Kurs Richtung neues Rettungszentrum.

In der Atemschutzwerkstatt werden laut Franz Stoiber unter anderem auch die Masken der Einsatzkräfte nach jedem Gebrauch gereinigt, gewartet und überprüft. (wb)

„Das ist ein historischer Moment für unsere Wehr“, freut sich der stellvertretende Kommandant Franz Stoiber. Bei einem Rundgang stellte er am Mittwoch das künftige Zuhause der Stadtfeuerwehr vor und wies auch zugleich darauf hin, dass „noch viel Arbeit auf die Einsatzkräfte wartet!“ Denn ein Großteil des Umzugs wird in Eigenregie vorgenommen.

Viel Eigenleistung

Kehraus: Der Vorsitzende des Further Feuerwehrvereins, Andreas Weingärtner sorgt in der alten Feuerwache für Ordnung. (wb)

Seit Wochen wird fieberhaft gearbeitet und gewerkelt. Während im neuen Haus an der Eschlkamer Straße gebohrt, geschraubt und installiert wird, schwingt in der alten Feuerwache der Vorsitzende des Vereins „Freiwillige Feuerwehr Furth im Wald-Stadt“, Andreas Weingärtner, kräftig den Besen. „Plötzlich wird hier wieder unheimlich viel Platz frei“, schmunzelt der FFW-Vorsitzende mit Blick auf die fehlende Spindwand. Diese ist nämlich bereits im neuen Rettungszentrum aufgebaut. Ebenso die Geräte der Werkstatt.

Das neue Further Rettungszentrum zeichnet sich durch die gemeinsame Nutzung der Hilfsorganisationen BRK und Feuerwehr aus. „Dadurch können viele Synergieeffekte genutzt und die Partnerschaft noch weiter vertieft werden“, fügt Franz Stoiber hinzu.

Synergieeffekte nutzen

Während das Rote Kreuz bereits im Juni seine neue Wache an der Eschlkamer Straße in Betrieb nahm, rücken die Einsatzkräfte der Feuerwehr ab Samstag, 16 Uhr, von ihrem neuen Stützpunkt aus.

Die beiden Hilfsorganisationen profitieren von der gemeinsamen Technik wie zum Beispiel Heizungsanlage, Schulungsräume, Teeküche und Waschhalle sowie Übungshof. Die Funktions- und Arbeitsbereiche von BRK und FFW sind allerdings klar getrennt. Gleiches gilt bei der Feuerwehr hinsichtlich der Dienstleistungen und des Einsatzbereiches.

Da die Further Feuerwehr eine Reihe von überörtlichen Aufgaben für Wehren aus dem gesamten Landkreis wahrnimmt, sind im unteren Bereich beim Haupteingang ausschließlich Service und Dienstleistung untergebracht. „Die Einsatzkräfte kommen damit überhaupt nicht in Berührung; sie haben ihren eigenen Zugang an der Südseite des Gebäudes“, erläutert der stellvertretende Kommandant beim Rundgang.

High-Tech in der Übungsstrecke

Die Atemschutzübungsstrecke ist komplett neu eingerichtet und auf dem modernsten Stand der Technik. (wb)

Im Untergeschoss sind unter anderem die zentrale Atemschutzwerkstatt sowie die Atemschutzübungsstrecke des Landkreises untergebracht. Letztere ist komplett neu eingerichtet und entspricht den modernsten Anforderungen einer solchen Einrichtung. Alle Atemschutzgeräteträger im Landkreis müssen mindestens einmal im Jahr die rund 50 Meter lange Strecke im wahrsten Sinne des Wortes „durchleiden!“ Die Leistunsdaten werden nun elektronisch erfasst - angefangen vom Laufband bis hin zum Luftverbrauch in der Teststrecke.

Der stellvertretende Kommandant Franz Stoiber vor der „heißen Tür“ in der Atemschutzübungsstrecke. (wb)

Am Ende spuckt der Computer dann die Auswertung aus: bestanden oder noch einmal trainieren! In dieser modernen „Folterkammer“ gibt es eine Reihe von Neuerungen. So können die Einsatzkräfte an verschlossenen Türen die Öffnungstechniken üben und erleben eine „heiße Tür“ live. Das alles bei absoluter Dunkelheit, kriechend oder gebückt, mit Heißstellen dazwischen und total vernebelt. Trainiert werden kann auch Gasaustritt oder der Einsatz bei Gefahrenstoffen. Der erste Atemschutzlehrgang findet am 30. Oktober statt.

Ralph Multerer sogt als Atemschutz-Gerätewart dafür, dass die Ausrüstung stets in Topzustand ist. (wb)

Ebenfalls über modernste Technik freut sich Gerätewart Ralph Multerer in der zentralen Atemschutzwerkstatt. Zwei separate Räume dienen zur Anlieferung und zur Abholung der Geräte oder Anzüge. Durch ein Elektronikschloss haben die Feuerwehren aus dem Landkreis rund um die Uhr Zugang zu diesen Räumen.

Auch bei der Schlauchpflege ist High-Tech inzwischen Standard. (wb)

Elektronisch kontrolliert werden künftig auch die Schläuche der Further Wehr bei der Reinigung und Trocknung. Nur noch Spezialschläuche müssen im 14 Meter hohen Schlauchturm getrocknet werden. Das Bauwerk dient zugleich als Übungsobjekt für den Einsatz der Drehleiter. Laut Franz Stoiber ist die Schlauchpflegestelle so angelegt, dass noch freie Kapazitäten vorhanden sind. Bei Bedarf könnten also auch Nachbarwehren diese Einrichtung in Anspruch nehmen. Besichtigt werden kann die neue Feuerwache beim Tag der offenen Tür im Mai nächsten Jahres. Dann erfolgt auch die offizielle Eröffnung mit einer Einweihungsfeier.

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