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Region Cham
Freitag, 24. November 2017 10° 3

Vortrag

Die Lage der Bundeswehr analysiert

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Martin Sebaldt referierte beim Sicherheitspolitischen Arbeitskreis der CSU.

Prof. Dr. Martin Sebaldt

Roding.Am Freitag waren die Bundeswehr und ihre Leistungsfähigkeit Thema eines Vortrags des Außen- und Sicherheitspolitischen Arbeitskreises der CSU (ASP) im City Hotel in Roding. Der Kreisvorsitzende Franz Xaver Mauerer durfte im Saal neben 50 Gästen den Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp, den Landesgeschäftsführer des ASP, Peter Rief, und den Bezirksvorsitzenden des ASP, Andreas Otterbein, samt ASPlern aus der ganzen Oberpfalz begrüßen.

Der Referent Prof. Dr. Martin Sebaldt, Lehrstuhlinhaber für vergleichende Politikwissenschaft der Universität Regensburg, hat mit seinem Buch „Nicht abwehrbereit: Die Kardinalprobleme der deutschen Streitkräfte, der Offenbarungseid des Weißbuchs und die Wege aus der Gefahr“ eine Debatte in Fachkreisen angestoßen und stellte an diesem Abend die wesentlichen Thesen seines Buches vor.

Aus Sebaldts Sicht ist das neue Weißbuch der Bundesregierung symptomatisch für die Lage der Bundeswehr: Anstatt klarer verteidigungspolitischer Konzepte bestehe das Papier aus Gemeinplätzen und Plattitüden, die der Bundeswehr kein Leitfaden sein könnten. Der Vortragende schilderte eindrücklich und detailliert, wo aus seiner Sicht die wesentlichen Mängel der Bundeswehr liegen, die dazu führen, dass es ihr an Kapazität und Durchschlagskraft fehle: Neben den strategischen Mängeln, wie sie sich im Weißbuch zeigen, macht Sebaldt Schwächen in der personellen Kapazität, der Organisation, der zur Verfügung stehenden Wehrtechnik und der gesellschaftlichen Anbindung der Bundeswehr aus.

An dieser großen Bandbreite an Versäumnissen zeigt sich aus Sicht des Politologen die Auswirkung einer fehlenden kohärenten Militärdoktrin für die Bundeswehr. Der Regensburger Professor hatte jedoch nicht nur Kritik, sondern auch Lösungsvorschläge im Gepäck. Die Aufstellung von freiwilligen, dezentralen Reservistenverbänden im Sinne einer Heimatschutztruppe ist der Kern seiner Forderungen. Diese ist aus Sicht Sebaldts geeignet, nicht nur die Anbindung der Bundeswehr an die Gesellschaft zu erhöhen, sondern könne gleichzeitig die Kapazität und die Effizienz der Bundeswehr erhöhen, indem Reservisten Soldaten nicht zu den Kernaufgaben einer Armee zählende Pflichten abnehmen.

Für seine Ausführungen erhielt der Referent viel Lob für Analyse und Zustimmung von aktiven und ehemaligen Soldaten im Raum. Es entspann sich eine rege Diskussion, aus der klar wurde, dass Sebaldts Anregungen, zum Beispiel zu einer modularen Bauweise der verwendeten Wehrtechnik, genau den Bedarf der Praxis abdecken. Somit konnte der Kreisvorsitzende Franz Xaver Mauerer in seinen Schlussworten auf eine gelungene und informative Veranstaltung zurückblicken. Er bedankte sich bei dem Referenten sehr herzlich. (cga)

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