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Region Cham
Montag, 5. Dezember 2016 3

Energie

Die Landkreis-Politik setzt auf Bio-Gas

Der Chamer Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier und Landrat Franz Löffler stemmen sich gegen Pläne von Minister Sigmar Gabriel. in Berlin.

Nachdenklich: Karl Holmeier und Franz Löffler diskutieren mir Biogas-Erzeugern über die Zukunft der erneuerbaren Energie-Quellen.

Cham.Gaserer“ wie sie sich selbst nennen, informierten sich über geplante Änderungen des EEG-Gesetzes. Eingeladen zur Gesprächsrunde hatte Landrat Franz Löffler, der zusammen mit Karl Holmeier, MdB und Mitglied im Ausschuss „Wirtschaft und Energie“, die neuesten für Biogas-Erzeuger höchst interessanten Entwicklungen berichten und diskutieren wollte.

Eine große Anzahl Biogas-Bauern aus dem Landkreis Cham und einige sogar aus dem Landkreis Regen, wollten wissen, was Energieminister Gabriel mit seinem Eckpunkte-Papier zum EEG für Biogas-Erzeuger geändert haben will.

CDU und CSU werden Gabriels Vorschläge mit existenzgefährdendem Inhalt für Biogas-Erzeuger nicht mittragen, erklärte Holmeier. Bayern sei das einzige Bundesland, das Biomasse-Gas unterstütze, denn Biogas spiele bei der Energiewende wegen seiner Grundlastfähigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Es gelte jetzt, Wege zu finden, wie das zu bewerkstelligen sei. Auch deshalb, weil ein gewaltiger Zeit-druck herrsche. Der Bundestagsabgeordnete schildert den zeitlichen Ablauf der Beratungen und sagte, der Abschlusstermin im Januar 2015 sei kaum zu halten. Bestandsschutz für Altanlagen müsse weiter Gültigkeit haben, Das gelte auch bei Photovoltaik. Biogas müsse besser in den Strommarkt eingebracht werden.

Mit Biogas erzeugter Strom stehe 24 Stunden am Tag zur Verfügung, eben auch dann, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst. Weitere Vorschläge: Das EEG sei zu „deckeln. Strom-Selbstversorger, wie Müller oder Sägewerke, müssten von der EE-Umlage ausgenommen werden.

Holmeier verteidigt Seehofers Aussagen zur Stromtrasse Nord-Süd. Der Umgang der Firma AMPRION mit den betroffenen Gemeinden und Grundbesitzern sei nicht zielführend gewesen. Zum Erfolg könne nur ein Miteinander führen.

Landrat Franz Löffler erinnerte an die damals belächelten ersten Schritte bei der Erzeugung erneuerbarer Energien. Landwirte haben nach seinen Worten Millionen investiert, sich intensiv mit erneuerbaren Energien beschäftigt und damit Erfolg geerntet – siehe Biomasse-Energiedorf Schäferei bei Waldmünchen. Heute werde das Wissen um erneuerbare Energien weitergegeben; im Landkreis Cham habe sich allerhand entwickelt, eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Löffler sieht in der Biomasse-Energie auch Zukunft. „Auch in 20 Jahren werden wir noch Biomasse haben und brauchen.“ Bayern setze als einziges Bundesland auf diese erneuerbare Energie-Quelle. Löffler: „Und das ist gut so!“

Die „Gaserer“ hatten Gelegenheit, ihre Probleme darzulegen, oder Vorschläge einzubringen. Am stärksten drückt die Biogas Bauern der (noch) fehlende Bestandsschutz, die hohen Investitionskosten mit einem großen Risiko, das einer falschen Politik zugeschrieben wird.

Sorgen mache auch die Düngemittelverordnung. Es sei nicht zu verstehen, warum man teuren Stickstoff kaufen soll, wenn er am Hof vorhanden ist. Man habe das Gefühl, so war zu hören, dass dafür kein brauchbarer Plan existiert.

Fazit eines Diskussionsredners: „Das EEG macht nur mit dem Verbraucher Sinn, die Leute sollen einen Anreiz bekommen um neue, sparsamere Technik zu kaufen.“

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