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Dienstag, 21. November 2017 7

Gesundheit

Die Ohren hören – das Gehirn versteht

Waffenbrunner Senioren ließen sich von zwei Spezialisten zum Thema Schwerhörigkeit oder Hörverlust und zu den Folgen aufklären.

So sehen die Dinger aus: Robert Duschner (l.) und Andreas Reber (2. v. l.) zeigten den Senioren Hörgeräte.Foto: fsh

Waffenbrunn.Der Mensch hat zwei Ohren, beide nehmen Klänge auf und leiten sie an das Gehirn weiter – und erst dort ergibt das Gehörte Sinn. Lässt das Hörvermögen nach, können die Ohren nicht mehr jedes Detail an das Gehirn weiterleiten. Je weniger Schalldetails das Gehirn erhält, desto mehr muss es sich anstrengen. Müdigkeit und Erschöpfung sind die Folge, der Mensch ist auf dem Weg in die Schwerhörigkeit.

Die Folgen können erheblich sein – soziale, psychische oder körperliche Probleme – die bei Nichtbehandlung schwerwiegend sind: Psychische Probleme sind von Schamgefühl bis hin zu Depressionen und einem geminderten Selbstwertgefühl; körperliche Folgen einer unbehandelten Schwerhörigkeit können Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Stress und erhöhter Blutdruck sein. Und schließlich können soziale Probleme, wie Isolation und Kommunikationsschwierigkeiten, auftreten.

Hörgeräte sind hilfreich

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Hörgeräte die Lebensqualität hörgeschädigter Menschen verbessern. Die größten Vorteile von Hörgeräten erleben die Träger durch ein besseres Sozialleben, denn sie können besser kommunizieren. Das verleiht Selbstvertrauen.

Meistens verläuft Hörverlust schrittweise. Daher sind die Symptome häufig schwer zu erkennen. Wem es schwerfällt, Menschen in der Umgebung zu orten, in kleinen Gruppen, z. B. bei Sitzungen oder Treffen, zu kommunizieren, wenn man findet, dass andere ständig murmeln oder nuscheln, dann könnten dies Symptome einer Hörschädigung sein.

Robert Duschner und Andreas Reber, zwei ausgebildete und erfahrene Hörakkustiker- und Optikermeister, gaben den vielen Senioren, die kürzlich auf Einladung der Seniorenbeauftragten Brigitte Zwicknagl in das Pfarrzentrum gekommen waren, Aufklärung und viele nützliche Tipps zum Thema Schwerhörigkeit.

Hörakustik Duschner gibt es mittlerweile schon viermal im Landkreis. Die Firma bildet zusammen mit Look-Optik ein Komplettangebot für Sehschwächen und Hörprobleme. Robert Duschner erklärte den Senioren, wie ein Ohr aufgebaut ist und wie es funktioniert. Beide Spezialisten ergänzten sich mit ihren abwechselnden Vorträgen, und so war es für die Teilnehmer leicht und verständlich, einen Überblick zum Thema zu bekommen.

Immer mehr Hörminderungen

In Deutschland haben rund 15 Millionen Menschen eine Hörminderung – Tendenz steigend! In der Altersgruppe 50+ ist sogar jeder Dritte betroffen. Hörminderung ist ein schleichender Prozess, den man oft selbst nicht gleich bemerkt. Eine frühzeitige Versorgung mit Hörsystemen kann die Problematik aufhalten. Geräte gibt es zu Preisen zwischen 1500 und knapp 6000 Euro. Kassen zahlen in etwa 1500 Euro dazu. Natürlich können teurere Hörsysteme einiges mehr.

Der Preis ist aber nicht entscheidend, wichtig ist, was der Mensch braucht und was ihm hilft, die Schwerhörigkeit in den Griff zu bekommen. Ein richtiger Kontakt ist erst der Hörakkustiker (der einen Hörtest macht und Defizite feststellt) und dann der HNO-Arzt (der ein Rezept ausstellt).

Wie ein Hörsystem funktioniert und aussieht, erläuterten Duschner und Reber ausführlich. Sie hatten auch einige Vorführgeräte dabei. Es gab viele Fragen, und zwischen Brotzeit, Tee und Kaffee war ausführlich Zeit für die Beantwortung der Fragen. Brigitte Zwicknagl bedankte sich zum Ende der Veranstaltung recht herzlich bei den beiden Fachleuten und hatte natürlich für jeden der Referenten ein kleines Präsent. (fsh)

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