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Tiere

Dogge tot: War ein Hundehasser am Werk?

Die Dogge „Farah“ aus Atzlern war sehr kinderlieb — und musste qualvoll sterben. Ein Giftköder war auf einem Weg ausgelegt.

Farah starb an Gift. Foto: kbr

Neukirchen b. Hl. Blut.Hinterhältige Anschläge von Tierhassern nehmen im Landkreis Cham zu, wie ein Fall in Atzlern bestätigt, bei dem der Hund zwar noch tierärztlich versorgt wurde, dann aber doch der Vergiftung erlag. „Giftköder forderten in Atzlern ein weiteres Hundeleben“, schreibt Paul Kolbeck, der Besitzer der dreijährigen Deutschen Dogge „Farah von Gmeinholz“.

Bei dem Hund mit Stammbaum handelte es sich um ein weibliches Tier mit Begleithundeprüfung. Der enorme Aufwand, um einen Hund wie die Deutsche Dogge Farah ordnungsgemäß zu erziehen, war sehr zeit- und kostenintensiv, aber auch erfolgreich. Farah war gehorsam, kinder- und tierlieb sowie Spielgefährte anderer Hunde im Dorf. Sie hatte auch Spaß am Spiel mit Kindern und war völlig harmlos.

„Farah schäumt aus dem Mund“

Dogge „Farah“ war kinderlieb und gehorsam bis zu ihrem Tod durch Vergiftung. Foto: kbr

Für die Familie Kolbeck aus Atzlern ist es eine schwere Zeit, den Verlust ihres Haustieres zu verarbeiten. „Besonders meine beiden Töchter sind untröstlich“, bedauert der Besitzer von Farah – und ermahnt, dass kein Hund es verdient hat, so jämmerlich zu verenden. Das Problem liegt meist darin, dass beim Gassi gehen nicht auf die erforderliche Entsorgung der Hinterlassenschaft der Vierbeiner geachtet wird. Dabei ist es Sache der Hundebesitzer, die dafür entsprechende Kotbeutel parat haben sollten. Doch diesen Vorwurf kann Kolbeck sich nicht machen, er hielt sich immer an die hygienischen Regeln.

Wie jeden Tag ging er auch an diesem Mittwochvormittag zusammen mit seiner jüngsten Tochter und Dogge Farah zu seinen Pferden. In unmittelbarer Nähe des Gartentürchens lag dieses gewisse „Etwas“, das der Rassehund gefressen hatte. Dies bemerkte der Besitzer zwar, ging aber nichtsahnend zum Füttern seiner Pferde, als ihn das Mädchen nach einer Viertelstunde mit einer beunruhigenden Entdeckung konfrontierte: „Papa, Farah schäumt aus dem Mund!“

Sie eilten gemeinsam zurück in den Garten, wo Paul Kolbeck ins Haus lief und per Telefon den Tierarzt verständigte. Als der Vater zurückkam, lag Dogge Farah nach kurzem Todeskampf auf dem Rasen. Für sie gab es keine Rettung mehr und sie starb qualvoll vor den Augen der kleinen Tochter, die kaum beruhigt werden konnte. Dieses Gift – was immer es auch war – muss sehr gefährlich gewesen sein, denn der Hund schäumte extrem stark aus dem Maul und konnte sogar seinen Kot nicht mehr halten. Hier wurden wohl die inneren Organe auf kürzeste Zeit so radikal beschädigt, dass jede Hilfe zu spät kam.

Belohnung für Hinweise

Als Todesursache wurde eine Vergiftung diagnostiziert, wobei die Substanz toxikologisch nicht ermittelt wurde, weil die Kosten für eine spezielle Untersuchung bei rund 1500 Euro gelegen hätten, die der Besitzer im Nachhinein nicht aufbringen wollte. Kolbeck erstattete Anzeige gegen Unbekannt und hat auf Hinweise unter der Telefonnummer (09947) 90 29 23 eine Belohnung ausgesetzt. Was bleibt, sind Erinnerungen an einen treuen Freund.

Mit diesem Aufruf zur Wachsamkeit soll die Bevölkerung aufgerüttelt werden, dass chemische Gifte nicht nur für Hunde eine große unkalkulierbare Gefahr bedeuten, zumal der Köder auf einem auch von Wanderern frequentierten Gemeindeweg (Atzlern/Kugelstattweg) platziert war und jeden hätte treffen können. (kbr)

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