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Region Cham
Samstag, 25. November 2017 4

Feier

Drei Generationen Sänger-Tradition

Mit einem beeindruckenden Gottesdienst begingen der Hohenbogenchor und die Neukirchener Sänger ihr 65-jähriges Besetehen.
Von Helga Brandl

Auf der Empore sind die Sänger in ihrem Element. Fotos: kbr

Neukirchen b. Hl. Blut. Neukirchen b. Hl. Blut. Ein echtes Stück Heimat verkörpern die Mitglieder des Hohenbogen-Chors und der Neukirchner Sänger seit 65 Jahren. Authentisch, ursprünglich und echt präsentieren die begnadeten Sangesfreunde Gesang auf hohem Niveau. Eine beachtliche Leistung, die höchste Anerkennung verdient, wie die Feierlichkeiten zum Jubiläum nun bestätigten.

Zahlreiche Gläubige wohnten dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Geburt als absolutem Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung bei. Sie genossen die von den Sängern des Hohenbogen-Chors musikalisch sehr anspruchsvolle Sänger-Fest-Messe (von Josef Kuhn, Melodie Siegfried Herterich in der Bearbeitung von Robert Bauch), die als wahrer Ohrenschmaus zu werten war.

Der Rittsteiger Dreig’sang begeisterte mit Liedern vom Woid.

Die Uraufführung dieses musikalischen Glanzstücks gereichte zur Ehre Gottes und zur Freude der Zuhörer. Pfarrer Georg Englmeier führte in Bezug auf das Tagesevangelium das ausgeklügelte Steuersystem der Römer vor Augen und bemerkte, dass Steuerpolitik auch heute einen hohen Stellenwert besitze. Darüber dürfe der Mensch aber Gottes Gesetze nicht vergessen; besonders wenn es um den Schutz der Familie und des Sonntags in der christlichen Gemeinde und bei Verbänden gehe.

Wo man singt, da lass dich nieder ...

Hier erwähnte der Priester die Gemeinschaft des Hohenbogen-Chors und der Neukirchner Sänger sehr lobend und gab zu bedenken, dass nahezu drei Generationen die Sangeskunst eingeübt und aufrechterhalten haben. Gemäß dem Sprichwort „Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder“, verwies Pfarrer Englmeier auf die Qualität dieser Chöre, die offensichtlich auf nur zwei Chorleiter in dieser langen Zeit zurückzuführen sei. Sie hätten Stabilität und Kontinuität in die Chöre gebracht, erinnerte der Geistliche an den unvergessenen Sepp Gerl, und zollte dessen Neffen Thomas Schmatz, dem aktuellen Chorleiter, seinen Dank.

Bürgermeister Markus Müller überreichte die Markt-Ehrenurkunde.

Neben den Volksliedern wurde auch das religiöse Liedgut gepflegt, „um die Herzen zum Himmel zu erheben“, so der Priester. Im voll besetzten Stadl des Gasthofs zum Bach krönte eine Sitzweil mit mehreren Gesangsformationen zum Ausklang der Jubiläums-Feierlichkeiten einen fröhlichen Nachmittag, gespickt mit musikalischen und gesanglichen Leckerbissen für alle Musikfreunde. Der neue Vorsitzende des Hohenbogen-Chors, Alois Dengscherz, hieß die große Gästeschar willkommen, unter die sich zahlreiche Ehrengäste gemischt hatten, ehe er das Zepter an Hans-Peter Kaiser übergab, der zwischen den musikalischen Beiträgen als Moderator fungierte und von spontan erkorenen Besuchern deren persönliche Eindrücke erfragte.

Pfarrer Georg Englmeier zelebrierte einen beeindruckenden Gottesdienst.

Dabei kam neben Pfarrer Georg Englmeier, KDFB-Vorsitzender Roswitha Reitmeier, Kirchenchorleiter Heinz Gaisa und dem ehemaligen HBC-Vorstand Egid Hofmann auch der Vorsitzende des Münchner Heimatvereins Karl Brandl zu Wort. In seinem Grußwort verglich Bürgermeister Markus Müller das 65. Jubiläum des Hohenbogen-Chors und der Neukirchner Sänger mit einer „Eisernen Hochzeit“, die ein wirklich äußerst seltenes Ereignis darstelle, und gratulierte namens der Marktgemeinde ganz herzlich. Bemerkenswert fand er zudem, dass noch Sänger der ersten Stunde mit dabei seien, und wandte sich respektvoll an die Männer: „Was Sepp Gerl mit seinen Freunden in den 50er-Jahren begonnen hat, führt ihr ganz in seinem Sinne weiter. So bekommt Heimat in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung einen ganz neuen Wert.“

Kultur wird gepflegt

Die Pflege der Kultur sei gerade jetzt von großer Bedeutung. Das spürten die Menschen in der Literatur, im Brauchtum und besonders in der Volksmusik. Müller bezeichnete die Mitglieder des Jubelchores als „Botschafter der Marktgemeinde“ im besten Sinne, die nicht nur im Landkreis, sondern in ganz Bayern, bis nach Berlin, ein gerngesehener Gast seien. Er würdigte die vorbildliche Kameradschaft und die kontinuierliche Pflege bodenständigen Liedguts und wünschte, dass sich noch mehr Menschen regelmäßig und mit viel Spaß am Chorgesang beteiligen würden.

Der Chor

  • Heimat:

    Der Hohenbogen-Chor kommt aus dem Wallfahrtsort Neukirchen b. Hl. Blut, wurde vor 65 Jahren gegründet und ist ein reiner Männerchor. Als musikalischer Botschafter wirbt er vor allem mit seinem bodenständigen Gesang für die Beliebtheit der Waldlerheimat.

  • Proben:

    Die wöchentlichen Chorproben finden jeweils Dienstags im „Café zur Wallfahrtskirche“ statt. Am Gesang interessierte Männer sind willkommen.

Bei vielen Veranstaltungen stelle sich der Verein in den Dienst der Allgemeinheit und verschöne mit seinen musikalischen Beiträgen so manches Fest. Dafür gebühre dem seit 17 Jahren aktiven Chorleiter Thomas Schmatz außerordentlicher Dank. Die Gratulation zum 65-jährigen Bestehen des Hohenbogen-Chors und der Neukirchner Sänger brachte der Rathauschef mit einer Ehrenurkunde zum sichtbaren Ausdruck.

„Wem Gesang gegeben, der singe!“

Ein Gedenken galt dem langjähren Vorsitzenden Hermann Amberger, der diese Feierstunde nicht mehr miterleben durfte. In lockerer Reihenfolge glänzten neben den stimmgewaltigen Jubilaren mit trauten Heimatmelodien zudem das EHA-Trio, die Klostermusikanten, das Hohenbogenchor-Trio – alles Konstellationen, die aus dem Hohenbogenchor gegründet wurden – mit zünftiger Musik und einzigartigem Gesang. Die Männer schöpften aus einem reichhaltigen Repertoire und präsentierten einen bunten Lieder-Mix. Als sangesfreudige Gäste beeindruckte der Rittsteiger Dreig’sang mit seinen unverwechselbaren Stimmen das Publikum und animierte in zweiter Besetzung, ebenso wie alle anderen Musiker, zum Mitsingen.

Der Rittsteiger Dreig’sang in zweiter Besetzung animierte zum Mitsingen.

„Wem Gesang gegeben, der singe“, zitierte Thomas Schmatz ein geflügeltes Wort und bat mit Fritz Iglhaut und Ludwig Baumann zwei ehemalige Sänger, nach Jahrzehnten die frühere Besetzung der Neukirchner Sänger für ein paar Minuten wieder aufleben zu lassen. Mit vielen Liedbeiträgen verbanden die Gastgeber die Freundschaft mit den Sanges-Kollegen und allen Beteiligten an der Sitzweil, wie der Vorsitzende des Chors bekräftigte. Aufrichtiger Dank galt ihren Partnerinnen und dem KDFB für die Unterstützung sowie Josef Hastreiter für die Zur-Verfügungstellung des Hochzeits-Stadls.

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