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Region Cham
Samstag, 25. November 2017 4

Pfarrausflug

Egid Hofmann führt Senioren auf den Spuren der Choden

Neukirchener Pfarrei informiert sich über Geschichte und Kultur im Raum Sumava im Nachbarland.

Die Neukirchner Seniorengruppe im Hofraum des Chodenführers Jan Slatky Kozina. Foto: kbr

Neukirchen b Hl Blut.Sonnenschein begleitete die Neukirchner Pfarrsenioren bei ihrem Augustausflug mit Reiseleiter Egid Hofmann quer durch das Kerngebiet des Chodenlandes.

Nordwestlich von Šumava befindet sich rund um die Stadt Domažlice/Taus das relativ kleine Chodenland mit elf historischen Chodendörfern. Einige davon passierten die deutschen Ausflügler auf ihrer Fahrt und sammelten in Kout na Šumave – dem Zentrum der Choden – als auch im Kulturzentrum Mrakov mit seinen bunten Trachten viele Eindrücke vom Volksstamm der Choden, die als tapfere Grenzwächter bekannt waren.

Jahrhunderte alte Tradition

Die Choden-Tradition ist in Domažlice, dem Zentrum der Folkloreregion Chodsko, bis heute lebendig. In Ujezd – dem Heimatort des berühmten Chodenführers Jan Slatky Kozina – wurden sie im Hofraum des legendären tschechischen Führers des Bauernaufstandes der Choden Ende des 17.Jahrhunderts von Josef Nejdl junior zu einer Führung erwartet.

Choden waren vom böhmischen König mit dem Schutz der Landesgrenze gegen Bayern beauftragt und gewannen dadurch eine Reihe von Privilegien in Bezug auf Bodenbesitz, Gerichtsbarkeit und Verwaltung. Die Choden wurden stets als tapfere Hüter der tschechischen Westgrenze heroisiert und ihre Aufstände galten als Symbol für den Kampf des tschechischen Volkes um lange tradierte Rechte, die erst die Habsburger außer Kraft gesetzt hatten. Bei den Freiheitskämpfen im 17. Jahrhundert kam der berühmteste Anführer der Choden, Jan Sladký Kozina, ums Leben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg behielten die Choden ihr hohes Ansehen als westlichster Außenposten an der Grenze zwischen dem kapitalistischen und sozialistischen Weltsystem. Kozina symbolisierte den Widerstand des tschechischen Volkes während der so genannten „Zeit der Dunkelheit“, einer Epoche der Herrschaft und Unterdrückung durch die Katholische Kirche und die Deutschen. Jan Sladký Kozina konnte weder lesen, noch schreiben, machte sich aber einen Namen durch seine Reden, in denen er auf die ungerechte Behandlung aufmerksam machte. Er verteidigte die Rechte der Choden und verlangte Gerechtigkeit für das ländliche Volk. Es kam zu Auseinandersetzungen mit dem Grundherrn Wolf Maximilian Laminger von Albenreuth. Kozina wurde des Straftatbestands der Rebellion verurteilt und später in Pilsen hingerichtet. Die Figur wurde als Persönlichkeit des Widerstandes in Geschichten von Alois Jirásek und Božena Nemcová verewigt.

Finale am Siegesdenkmal

In Újezd konnten die Senioren in zwei Gruppen aufgeteilt die Ausstellung mit Choden-Trachten, typischem Choden-Geschirr, altem Mobiliar und weiteren antiken Requisiten besichtigen, ehe sie das Denkmal des Sieges der Hussiten über den Kreuzzug 1491 anpeilten. Ein atemberaubender Rundblick ins Nachbarland mit seinen markanten Bergzügen eröffnete sich den Neukirchner Senioren.

Maria Regele und Helga Brandl gratulierten Anna Baumann mit Sketchen und Gedichten zum 85. Geburtstag. Egid Hofmann bewies ein glückliches Händchen in der Auswahl der Reiseziele, die den Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben werden. (kbr)

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