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Region Cham
Samstag, 23. September 2017 17° 4

Szene

Ein erster Blick ins neue Zinnober

Das Bad Kötztinger Kult-Café wurde in den vergangenen Wochen gründlich runderneuert. Am Samstag öffnet es seine Pforten.
Von Fred Wutz

Die riesige Disco-Kugel – gewissermaßen eines der Markenzeichen des Café Zinnober – dreht sich auch künftig über der großen Theke. Neu ist nach der Renovierung unter anderem, dass es mittig im Lokal mehr Fläche für Steh- und Tanzplätze als vorher geben wird. Michael Irlbeck (li.) zeigte sich kurz vor dem Abschluss der Arbeiten mit dem Ergebnis zufrieden.Fotos: Fred Wutz

Bad Kötzting.Das Café Zinnober verändert sich: Nach der üblichen, alljährlichen Sommerpause wird es am Samstag wieder geöffnet – neu gestaltet und etwas umgebaut, doch immer noch in der den Stammgästen vertrauten Weise angelegt und geführt.

„Der langjährige Gast wird sein gewohntes Café Zinnober in jedem Fall wiedererkennen,“ sagt Michael Irlbeck, der zusammen mit Philipp Lang die Gesellschaft, die das Bad Kötztinger und das Chamer „Café Zinnober“ sowie den MIA-Nightclub in der Kreisstadt betreibt. „Aber wir mussten schon etwas machen. Nach acht Jahren war es aber an der Zeit, konkret einige Verbesserungen herbeizuführen,“ begründet er die Maßnahme, die innerhalb der gewohnten „Betriebsferien“ (sie dauern jedes Jahr vom Wochenende nach dem Pfingstfest bis zum vierten Samstag im August) abgewickelt wurden.

Platz im Gastraum geschaffen

Das Café Zinnober in der Arnbrucker Straße wurde in den letzten Monaten renoviert. Auch im Außenbereich sind die Veränderungen erkennbar.

Die erste und auffälligste Veränderung im Zinnober betrifft den großen Gastraum: Haupttheke wurde etwas verkleinert und an den Rand gerückt – die überdimensionale Disco-Kugel, ein Zinnober-Markenzeichen, glitzert aber nach wie vor über der Bar. Die Kanzel des Disc-Jockeys, die sich bislang in einer Ecke des Raumes befand, wurde mittig an einer Schmalseite platziert und ein Stück weit in den Raum hineingeschoben.

„Unsere Gäste können nach wie vor an der Theke stehen, an den Plätzen, welche die einzelnen Gruppen gewohnt sind,“ erklärt Irlbeck die Überlegungen der Inhaber, die sich beim Umbau von Architekten und kompetenten Handwerkern unterstützen ließen. „Und der Kontakt des Publikums zum DJ ist bei der neuen Position intensiver.“

Damit ist Irlbeck beim hauptsächlichen Anliegen der Zinnober-Betreiber: „Wir verstehen uns nach wie vor als Treffpunkt für junge Leute, die ins Gespräch kommen wollen, die vielleicht sich zur Musik bewegen wollen, wobei das nicht unbedingt Tanzen sein muss.“ Anfangs war das Zinnober laut Irlbeck „schon eine Kneipe, in der Schafkopf und Watten gespielt wurde, auch gespickert haben wir“. Man habe sich aber im Lauf der Zeit entwickelt, ein wenig in Richtung Diskothek, aber doch nicht ganz. „Das Café haben wir wegen der Tradition noch im Namen, aber das Konzept entspricht nun den Interessen unserer Gäste,“ so Irlbeck, „die wollen Musik haben, auch laut, die wollen sich damit bewegen, nicht schunkeln oder so, die wollen sich unterhalten, die wollen Spaß haben.“

„Wir bleiben schon eine Art klassische Kneipe, halt mit ein paar modernen Elementen.“

Michael Irlbeck

Dies wurde demnach auch bei der nun vollzogenen Renovierung berücksichtigt, denn da gibt es einerseits nun – absolut neu und spektakulär! – an der Decke des Gastraumes eine computergesteuerte LED-Lichtanlage, mit der sogar Bilder erzeugt werden können, die dank entsprechender Technik gewissermaßen „durch den Raum wandern“. Andererseits bleiben die gewohnten Sitzgruppen und Stehtische in den Randbereichen erhalten. Auch die „Terrasse“, ein Außenbereich mit Bar, wo die Gäste rauchen dürfen, wurde nur in geringem Umfang verändert. Die ohnehin gute Musikanlage des Lokals wurde durch einige weitere Lautsprecher optimiert.

Regionalität im Blick

Viel getan hat sich aber im Bereich der Zinnober-Toiletten. Modernst ausgestattete WC’s, Waschbecken (mit berührungsfreien Wasserhähnen und Händetrocknern!), edle Boden- und Wandfliesen wurden hier eingebaut.

Das Café Zinnober

  • Anfänge

    Die Anfänge des „Café Zinnober“ sind im Jahr 1993 zu finden. Das erste Lokal wurde auf dem früheren BayWa-Gelände in Bahnhofsnähe betrieben. Die Gebäude stehen heute nicht mehr; etwa an ihrer Stelle befindet sich das Präventionszentrum Sinocur. „Carpe Noctem“ (deutsch: „Nutze die Nacht“) hieß eine Gesellschaft, die 1996 das „Zinnober“ weiterführte. Ein Trio aus drei Gesellschaftern – Philipp Lang, Michael Irrgang und Thomas Kybelksties – war sechs Jahre lang für das Lokal maßgeblich.

  • Neustart

    Der Abriss des BayWa-Geländes erforderte 2002 einen Standort-Wechsel. Das Angebot der Firma Herre, auf einem Grundstück in der Nähe der Arnbrucker Straße durch Umbau ein Lokal zu errichten, wurde angenommen. Das neue „Café Zinnober“ eröffnete (nach sechs Monaten Pause) im Dezember 2002. Betreiber waren ab diesem Zeitpunkt nun nur noch Michael Irrgang und Philipp Lang. Der dritte Gesellschafter, Thomas Kybelksties war aus beruflichen Gründen (Studium) ausgeschieden. Er eröffnete später in der Innenstadt sein eigenes Lokal „The Horsetown Club“.

  • Umbau und Erweiterung

    Der letzte größere Umbau im Bad Kötztinger „Zinnober“ liegt nun schon acht Jahre zurück. In Cham gibt es „Ableger“ des Bad Kötztinger Lokals: ein gleichnamiges „Café Zinnober“ und den Nightclub MIA (früher Fun/Lollipop), die beide im Regental-Center in der Rodinger Straße zu finden sind. (wu)

Kaum bemerkt werden vermutlich weitere Veränderungen, die nach dem Umbau greifen. „Wir haben bei unseren Einkäufen umgestellt, legen nun bewusst Wert auf Regionalität,“ erzählt Michael Irlbeck, „ein Beispiel ist das Mineralwasser, das wir künftig nicht mehr aus Italien beziehen, sondern aus Bayern. Und wir haben jetzt auch viele lokale Produkte im Angebot, wie den Gin der Destillerie Liebl aus Bad Kötzting – der sich mit jeder Konkurrenz messen kann und etwa im trendigen ,Munich-Mule‘ zusammen mit würzigen Bier ganz toll schmeckt.“ Es wird also viel Neues im Café Zinnober geben, aber auch das Gewohnte. „Wir bleiben schon eine Art klassische Kneipe,“ so Irlbeck, „halt mit ein paar modernen Elementen.“

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