mz_logo

Region Cham
Samstag, 25. November 2017 4

BAD KÖTZTING

Ein kurzer Blick auf den Luxus der Gartenfreunde

„Wir Gartler haben viel Freude am Garten, das wollen wir heute vertiefen“, sagte der Vorsitzende

Georg Hainzinger dankte Katrin Schumann für den Vortrag. Foto: kni

BAD KÖTZTING.des Vereins für Gartenbau und Landespflege, Georg Hainzinger zu Katrin Schumann aus den Neukirchner Ortsteil Mitterkogl. Die Referentin fing den Ball geschickt auf: „Wir haben bei uns richtig Winter, und wenn man es richtig macht, hat man das ganze Jahr über, auch im Winter, viel Freude mit seinem Garten.“

„Manche Sachen in Ruhe lassen, ist besser, als sich dauernd drum kümmern“ stellte sie als erstes fest, „denn wir wollen ja nicht den perfekten Garten, sondern ein Lebenselexier und eine Kraftquelle. Der herrliche Garten entsteht dann ganz so nebenbei“ meinte die Gartenbauingenieurin, als sie mit ihren Zuhörern einen virtuellen Spaziergang durch den „Garten der vier Jahreszeiten“ begann. Modell bei den Fotos stand übrigens ihr eigener Garten, der sich über 7500 Quadratmeter erstreckt. „Ein Garten ist das ganze Jahr schön, man darf nur nicht zuviel abschneiden, deshalb sollte man dem Gärtner im November die Schere wegnehmen“ meinte sie anfangs. Wenn Gräser und Stauden stehen bleiben dürfen, ergäben sich im Winter bei Raureif und Schnee schöne Bilder, was sie mit Fotos unterstrich.

Außerdem finden in den Stauden und unter dem Laub Tiere, etwa der Igel, der den Gärtner im Kampf gegen die Schnecken unterstützt, Unterschlupf. Aber da in der Natur jedes Lebewesen eine Aufgabe habe, ordnete sie sogar der Schnecke „als Fuchs des Gartens“ eine zu. „Schnecken fressen mit Vorliebe Fauliges, somit könnten sie als Indikator für überreifen Salat, der möglichst bald geerntet werden sollte, dienen.“ Jute und Schilfmatten als Winterschutz, Gehölze mit einer attraktiven Rinde oder farbigen Ästen sorgen für einen spannenden Garten. Der Winter mache Planungsfehler bei der Gartengestaltung sichtbar, denn ein Garten brauche eine gewisse Struktur. Hierzu eignen sich Pflanzen wie Buchs, Ilex und Eiben besonders gut. Aber eine Einfassung des Gemüsegartens mit Buxus sei keine gute Idee: Im Sommer entpuppt sich der als Nahrungs- und Wasserkonkurrent.

„Schneeglöckchen gehörten in die Nähe des Hauses, unter Büsche und Obstbäume. Außerdem gelte für sie wie für alle Frühjahrsblüher „nicht kleckern, sondern klotzen“, leitete Schumann zum Frühling über. Primeln bringen Farbe in den Garten und wecken so die Freude auf Frühling, Sonne und Wärme. Außerdem seien sie eine gute Ersatzpflanze für Tulpen. „Zuviel Wärme lässt die Pflanzen zu früh austreiben“ wies sie auf die Gefahren der Jahreszeit hin. So benötigten Apfel- und Kirschbäume bräuchten eine gewisse „Kältesumme“ um auszutreiben. Den Mangel an Blüten bestäubenden Insekten betrachtete sie als „hausgemachtes Problem“, denn: „Siehe Nationalpark, wenn der Mensch seine Finger raushält, reagierte die Natur sehr schnell“. Man selber sei der „Herr des Garten“, das heiße: Beobachten und bei Bedarf entsprechend eingreifen.

Umfassend ging sie auch auf den „Küchengarten“ ein. Dieser sei ein Stück Lebensqualität, denn die hier geernteten Kräuter und Gemüse seien das „gesündeste“ was wir haben. Sie sprach die gesundheitsfördernde Wirkung verschiedener Pflanzen an und gab Tipps zu deren Hege und Pflege. Mulchen rangiert bei der Gartenexpertin ganz weit oben. Mulchgut verrottet schnell, hält Feuchtigkeit im Boden und Unkraut fern. Keine guten Erfahrungen habe sie mit Rindenmulch gemacht, der mehr schade als nütze.

Mit dem Sommer kommt die Fülle in den Garten. Er ist die Zeit der Beeren, des Einmachens, der Rosen, aber auch der Kübelpflanzen, gab sie an dieser Stelle den Gartlern wertvolle Hinweise im Umgang mit Kamelien, Hortensien und Schmucklilien. Im Sommer heißt es auch, Stauden in einem Wartebeet zu kultivieren und natürlich die Rosen in die Pflanzung zu integrieren.

Der Herbst ist der Ausklang des Gartenjahres. „Die Natur feiert noch einmal ein Fest und zeigt, was sie kann,“ schwärmte Schumann vom Oktober.

Mit dem Wort von Dieter Kienast „Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was ins unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum“ fasste sie ihre Vorstellungen von einem Garten der vier Jahreszeiten kurz und treffend zusammen. (kni)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht