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Region Cham
Dienstag, 16. Januar 2018 6

Auszeichnung

Ein Leben für das Ehrenamt

Brigitte Ertl erhält bei Schluss-Sitzung des Stadtrats die vierte große Auszeichnung für ihr Engagement zugunsten anderer.

Bürgermeister Markus Hofmann verlieh Brigitte Ertl die Bürgermedaille, bereits ihre zweite große Auszeichnung in diesem Jahr. Foto: rh

Bad Kötzting.Die letzte Stadtratssitzung des Jahres hat Bürgermeister Markus Hofmann auch heuer als Rahmen genützt, um die Auszeichnung der Bürgermedaille zu vergeben.

Nach sechs ehemaligen Stadträten 2016, die durch ihre mindestens 18-jährige Amtszeit die Schwelle für die Ehrung erreicht hatten, war in diesem Jahr eine engagierte Vertreterin des Ehrenamts an der Reihe: Brigitte Ertl.

Um in einer Laudatio das Engagement der 68-jährigen, gebürtigen Pösingerin zu skizzieren, brauchte Hofmann eine fünfseitige Vorlage.

Engagierte Flüchtlingshelferin

Aktuell nahezu täglich aktiv ist die ehemalige Mitarbeiterin der Abteilung für „Aus- und Übersiedler“ der Regierung der Oberpfalz als Koordinatorin der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Krankenhaus. Zu koordinieren sind über 60 ehrenamtliche Mitarbeiter dieser Einrichtung. „Wir können nur mit größtem Dank und Respekt dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement zur Kenntnis nehmen,“ so Markus Hofmann, der auch auf den ehrenamtlichen „Werdegang“ Ertls einging, die 1969 Bad Kötzting zu ihre neuen Heimat machte.

Als Chefarzt-Sekretärin am Kötztinger Krankenhaus engagierte sie sich damals schnell in Vereinen und Organisationen – während ihrer Berufslaufbahn, die 2010 als „gute Seele“ im Sekretariat der Realschule Bad Kötzting endete, und seitdem darüber hinaus.

Seit fast 30 Jahren leitet Brigitte Ertl den Seniorenclub der Pfarrei. 2015 erhielt sie dafür die erste Auszeichnung: die St. Wolfgangs-Verdienstmedaille der Kirche. Als Mitbegründerin und Geschäftsführerin des „Fördervereins Palliativ-Station im Landkreis Cham“ ist sie seit 2008 für das Krankenhaus St. Josef und diese sensible Fachabteilung tätig – der hervorragende Ruf des Hauses ist auch mit ihrem Namen und ihrer Arbeit eng verbunden.

Auch das Pfingstbrauchtum wurde für Brigitte Ertl zur Leidenschaft, fuhr der Bürgermeister fort. Von 1984 bis 2012 stand sie den Pfingstbrautpaaren als Organisatorin und Beraterin zur Seite.

Neben zwei Sonderausstellungen hat Brigitte Ertl 2013 ein Buch über das Pfingstkranzl herausgegeben und damit die Bedeutung dieser einmaligen Klosterarbeiten für das Pfingstbrauchtum dokumentiert. Brigitte Ertl habe das gesellschaftliche Leben der Stadt geprägt und sie repräsentiert, sagt Hofmann. Ob im Fasching, ob in Fernsehbeiträgen als Köchin, Künstlerin, oder Ausstellerin.
Der Osterbrunnen, der Adventsbrunnen oder die begehbare Krippe sind nach den Worten Markus Hofmanns auf ihre Initiative entstanden und wurden zu Farbtupfern der Stadt. Der Arbeitskreis Heimatforschung, die Altbayerische Volkskunst sowie die Geschichte von „Alt-Kötzting“ sind ihr ganz spezielles Hobby. Hofmann ging auch auf Marianne Kretschmer und Christa Rabl-Dachs ein, mit denen Brigitte Ertl 27 Ausstellungen konzipiert und durchgeführt hat. Nicht zuletzt freute sich Markus Hofmann persönlich, „seiner zuverlässigen, engagierten und loyalen Ansprechpartnerin“ die Auszeichnung zu verleihen.

Die „Heimat-Auszeichnung“

„Eine solche Auszeichnung gebührt einem nie allein,“ sagte die Geehrte. Diese Auszeichnung gebühre auch ihrer Familie und den vielen Helfern, die ihr Engagement den Boden bereitet hätten. Als „Heimat-Auszeichnung“ betrachtete Brigitte Ertl die Bürgermedaille persönlich als bisher bedeutendste Auszeichnung.

Es war für sie in diesem Jahr die wohl letzte, aber nicht die erste Ehrung: Im Juni verlieh ihr Europaministerin Emilia Müller die „Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste“. Darüber hinaus ist die Bad Kötztingerin offizielle Ordensträgerin: 2014 wurde ihr das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. (rh)

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Zum Wohl von Bad Kötzting

  • Die Bürgermedaille

    ist eine von der Stadt Bad Kötzting vergebene Auszeichnung.

  • „Als Zeichen

    ehrender und dankbarer Anerkennung“ erhalten die Auszeichnung Personen, „die sich um die Stadt, ihre Bürger oder um das Gemeinwohl besonders verdient gemacht haben“ – außerdem jeder Stadtrat nach mindestens 18-jähriger Amtszeit.

  • 2016

    erhielten sechs ehemalige Stadträte die Auszeichnung: Fritz Bummer, Dr. Dieter Casaretto, Hermann Kumpfmüller, Wolfgang Ludwig, Philipp Maimer und Michael Serwuschok

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