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Region Cham
Sonntag, 17. Dezember 2017 9

Serie

Ein Lebensraum für die Fischotter

Natur am Drachensee: Die Tiere mit den langen Tasthaaren sind Einzelgänger und ernähren sich von Fischen und Amphibien.
Von Heribert Mühlbauer

Gerade aufgetaucht: Auf diesem Bild lugt nur der Kopf eines Fischotters aus der Wasseroberfläche hervor. Fotos: Heribert Mühlbauer

Furth im Wald.Im Rahmen des „Drachenseegeschnatters“ stellt Heribert Mühlbauer dieses Mal eine Tierart vor, die wohl nur die wenigsten Besucher des Drachensees bisher entdecken und beobachten konnten, den Fischotter. Er war wohl schon lange vor der Flutung des Sees am Chamb, an der Kalten und Warmen Pastritz und am Danglesbach heimisch. Aber vor allem aufgrund menschlicher Verfolgung galt er bis Ende der 1960er Jahre in Bayern als fast ausgerottet. Heute weiß man, dass nur ein kleines Restvorkommen entlang der tschechischen Grenze ihn in der Gegend vor dem Aussterben bewahrte.

Die Ökozone am Drachensee ist ein Fischotter-freundliches Gebiet.

Für Mühlbauer war es deshalb eine Freude, dass bei der Neuplanung des Drachensees und seiner Umgebung der Fischotter als Leitart für die Entwicklung eines otterfreundlichen Auwalds am Danglesbach erklärt wurde. Eine faszinierende Tierart wie der geschützte, in Mitteleuropa und Deutschland immer noch bedrohte und seltene Fischotter verdiene es, am Drachensee eine echte Überlebenschance zu haben, ohne Konflikte auszulösen.

Fischotter sind sehr verspielt.

Der stromlinienförmige Körperbau des Fischotters, Schwimmhäute zwischen den Zehen sowie verschließbare Nasenlöcher und Ohren weisen ihn als hervorragenden Schwimmer und Taucher aus. Gute Augen und vor allem die langen Tasthaare an seiner Schnauze helfen ihm bei der Orientierung und Nahrungssuche auch bei trübem Wasser. Sein besonders dichtes und früher sehr begehrtes Fell ist überwiegend braun, am Bauch hellbraun und im Bereich von Kehle und Kinn weißgrau.

Ein Fischotter mit einem angeschwemmten Karpfen

Das Nahrungsspektrum des Fischotters ist vielfältig. Es besteht zum größten Teil aus Fischen, er verschmäht aber Amphibien, Reptilien, Krebse, Kleinsäuger oder auch Vögel nicht. Selbst Aas wie tote Fische gehören zu seinem Beuteschema. Fischotter sind Einzelgänger. Die Ökozone des Drachensees mit den Einmündungen von Chamb und Danglesbach bieten dem Fischotter einen relativ guten Lebensraum. Nach bisherigen Beobachtungen meidet er den offenen Bereich des Grundsees. Bei seinen nächtlichen Wanderungen und Beutezügen legt er zu Wasser und zu Land oft weit über 20 Kilometer zurück. Männchen besetzen dabei ein Revier mit bis zu 40 Kilometer Wasserstrecke. Das Wehr am Drachensee erweist sich dabei als unüberwindbares Hindernis. Die Umgehung über die Straße hat schon zu zwei Todesfällen für die Otter geführt.

Die Fischotter brauchen grüne Uferstreifen.

Bayernweit erholt sich der Bestand des geschützten Fischotters langsam. Um derzeit manchmal heftig diskutierte Konflikte zwischen Teichwirten und Fischottern zu lösen, gibt es seit diesem Jahr im Landkreis einen offiziellen Otterberater. Um am Drachensee Konflikte zu vermeiden, ist es notwendig zu verhindern, dass weiter auf Flächen des Freistaats am Chamb und Danglesbach beim Mähen nicht einmal ein Mindestabstand zum Gewässer eingehalten wird. Gerade breite Uferstreifen sind es nämlich, die dem Fischotter und damit auch vielen anderen Arten einen artgerechten Lebensraum und damit auch das Überleben sichern.

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