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Region Cham
Montag, 11. Dezember 2017 10

Radtour

Ein Störenfried wird zur Attraktion

Der Further Drachensee ließ viele Kritiker von einst längst verstummen. Auf verborgenen Pfaden durch eine bunte Landschaft
Von Alois Dachs

Nur noch wenige Segelboote sind Mitte Oktober im Wasser. Im Hintergrund die komplett neu aufgebaut Seuchauer Mühle mit Mühlencafé.Foto: Dachs

Furth im Wald.Viele Wege führen nach Furth im Wald, deshalb ist die Grenzstadt, in der ich zehn Jahre gearbeitet habe, immer wieder Ziel meiner Radtouren. In diesen Herbsttagen, wenn auf der Straße der allgegenwärtige Blätterfall den Radlern besondere Rutschgefahr beschert, gilt es einfache und relativ sichere Wege zu suchen. So verlasse ich Bad Kötzting über den Zeltendorfer Weg und Bachhäuser, wo ein steiler Anstieg mit Motorunterstützung gut zu bewältigen ist, in Richtung Ramsried.

Am Ortsausgang geht es links ab nach Liebenstein, wo ich mitten im Dorf rechts nach Niesassen abbiege. Die Durchfahrt durch den Wald ist auf der Gefällstrecke nicht ungefährlich, aber bei der Dorfkapelle von Niesassen öffnet sich ein herrlicher Ausblick auf das Chambtal, ehe ich der Gemeindestraße nach Thenried folge. In der Ortsmitte zunächst rechts abbiegend, geht es nach rund 100 Metern links den Berg hoch, ehe kurz vor der Abzweigung nach Madersdorf die Kreissstraße CHA 49 erreicht wird. Zweimal links abgebogen und schon rollt das Rad durch Madersdorf und noch einmal geht es nach links in Richtung Dönning. Bei den letzten Häusern von Madersdorf zweigt nun rechts der Wanderweg „R 8“ ab, und rund vier Kilometer geht es nun auf gut befahrbarem Weg durch den Wald, bis einer der schönstgelegenen Höfe der Gegend, der „Straßbauer“-Hof, erreicht wird.

Durch Bauernland unterwegs

Von hier führt eine Gemeindestraße zunächst bis ins Sengenbühler Tal, dann wieder leicht ansteigend in Richtung Staatsstraße, die ich bei Unterdörfl überquere, um an zwei mächtigen Bauernhöfen vorbei eine Abzweigung des Wirtschaftweges nach Schwarzenberg anzusteuern. Der grobe Kiesweg mündet nach rund zwei Kilometern in die Staatsstraße 2140, die mich durch Schwarzenberg führt. Am Ortsende verlasse ich nach links die vielbefahrene Strecke und das Rad saust talwärts in Richtung des Weilers Holland.

Hier zweigt die Straße wieder links ab in Richtung Oberrappendorf und nach der Durchquerung des Waldes geht es scharf rechts weiter, an einer großen Reitanlage vorbei und über Flurbereinigungswege, an denen jede Menge Käferholz gelagert ist, zum „Böhmbauern“, an der Staatsstraße Furth im Wald – Eschlkam gelegen.

Still ruht der See im Herbstlicht

Ich überquere die Staatsstraße und fahre auf dem Radweg rechts in Richtung Blätterberg, wo sich bereits der Blick auf den Drachensee öffnet. Was wurde in den 70er und 80er Jahren um diesen Seebau gestritten! Längst sind die Kritiker verstummt und die Kläger von einst zufrieden gestellt. Selbst der Hauptstreitpunkt, die Seuchauer Mühle mit Sägewerk und Landwirtschaft ist – inzwischen sogar um ein „Mühlencafé“ erweitert – unweit ihres früheren Standortes komplett neu aufgebaut.

Der See, dem damals prophezeit würde, er verändere das Kleinklima bis zu unerträglichen Nebellagen, präsentiert sich mit Segelboot-Marina, großen Liegewiesen, Rundweg und einem riesigen Vogelschutzgebiet als Touristenattraktion erster Güte und als Naherholungsgebiet für die Einheimischen.

Das Rad rollt nach der Seeumrundung weiter in Richtung Furth im Wald, wo der Wildgarten von Uli Stöckerl eine weitere Attraktion ist, die man keineswegs „rechts liegen lassen“ sollte. Am Freibad vorbei geht es dann in Richtung Drachenstichstadt, die ich diesmal nur über die Grabenstraße, den Bayplatz und die Bräuhausstraße kurz „streife“, um dann an der Wutzmühlstraße links in Richtung Sportplatz des FC zu fahren, diesen zu passieren und einem Radweg durch den Wald in Richtung Arnschwang zu folgen, der nach etwa zwei Kilometern, rechts abbiegend, auf den Chambtalradweg trifft.

Bis zum Rastplatz bei Weiding folge ich nun dem Radweg, biege dann links ab, um über einen rund fünf Kilometer langen, Strom und Kraft „fressenden“ Anstieg über Walting und Haid dem Haidstein zuzustreben. Gute Waldwege ermöglichen ein Vorwärtskommen und nach etwa drei Kilometern erreiche ich die Forststraße zum Haidstein, in die ich links einbiege, um in flotter Fahrt Liebenstein anzusteuern. Noch vor dem Dorf biege ich rechts ab zum Hotel „Bayerwaldhof“, folge der Forststraße nach Ried am Haidstein, wo sich ein traumhafter Ausblick auf die Englmarer Berge und den Lamer Winkel bietet. In wenigen Minuten ist dann über Gehstorf wieder der Ausgangsort erreicht.

Streckenlänge ca. 42 Kilometer; Anforderungen: MTB oder Pedelec.

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