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Region Cham
Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Spendengala

Eine echte Werbung für Humanität

Die Raiffeisenbank Bad Kötzting weist bei einem Benefizabend auf den selten thematisierten Mangel an Pflegefamilien hin.
Von Martin Schönhuber

Zahlreiche Vertreter von Kindergärten, Schulen, Vereinen und anderen Institutionen, die sich mit Kindern beschäftigen, wurden dank der Gewinnspar-Aktion der Raiffeisenbank beschenkt. Foto: kmi

Bad Kötzting.Der Gründer der Genossenschaft, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, hat einmal gesagt: „Was einer nicht schafft, schaffen viele“. Daran erinnerte Michael Wurm. Diese Kraft der Genossenschaften und das Engagement der 5000 Gewinnsparer hatten es ermöglicht, dass der Geschäftsführer der Raiffeisenbank Bad Kötzting eine Reihe von Vereinen und Institutionen mit rund 15 000 Euro unterstützen konnte.

Die Hilfe wurde dabei breit gestreut: Von den Kindergärten, über Volks- und Montessorischule, von der Feuerwehr bis zum Sonderpädagogischen Förderzentrum, von der Festspielgemeinschaft bis zur Zimmerstutzenschützengesellschaft Bad Kötzting reichte die Spanne der Beschenkten.

Kindern fehlt die Heimat

Viele helfen vielen: Die Raiffeisenbank und ihre Gewinnsparer machten es möglich, dass vom Kindergarten bis zum Schützenverein viele Einrichtungen, die sich um Kinder kümmern, an diesem Abend beschenkt wurden. Foto: kmi

„Kindern ein Zuhause geben“ war der Abend im Sinocur überschrieben, so Gastgeber Michael Wurm. Zu Hause sei nicht nur die aktuelle Adresse, unter der man gerade wohne, sondern viel mehr, sagte der Geschäftsführer der Bad Kötztinger Raiffeisenbank: „Zu Hause ist, wo man seinen Wurzeln hat. Wo man aufgewachsen ist, lange Zeit zu Hause war und wohin man meist auch immer wieder zurückkehren kann. Zuhause ist das Elternhaus, das Heimatdorf, die Heimatstadt. Zuhause und Heimat, das ist so ein wohliges Gefühl, jedes Mal wenn man zurückkommt“.

Kurz: „Zuhause“ ist nicht nur ein Ort, sondern es sind Orte und vor allem Menschen, die unser Herz höher schlagen lassen. Leider hätten so manche Kinder und Jugendlichen kein „Zuhause“ in diesem Sinne. Aufgrund schwerwiegender Probleme in den Familien, bei denen das Wohl der Kinder gefährdet sei, müssten diese Kinder vom Amt für Jugend und Familie in Obhut genommen werden.

Das Amt bringe dann die Kinder bei sogenannten Bereitschaftspflegefamilien unter. Eine von zwei solchen Bedarfspflegefamilien im Landkreis Cham sei die Familie Weiß. Das Anliegen der Familie sei es, diesen Kindern ein sicheres, wertschätzendes und liebevolles Zuhause zu geben. In 13 Jahren als Bereitschaftspflegefamilie habe die Familie Weiß rund 60 Kinder betreut – vom Neugeborenen bis hin zum jungen Erwachsenen.

„Was einer nicht schafft, schaffen viele.“

Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Mit dem Sketch von Toni Lauerer über den Verkauf eines „Bio-Christbaums“ an eine Kundin hatten die Kinder die Lacher auf ihrer Seite. Foto: kmi

Michael Wurm zeigte sich überzeugt, dass eine solche Tätigkeit nicht nur Frau Weiß, sondern die ganze Familie fordere. Die habe auch deshalb zur Spendenpatenschaft sofort „Ja“ gesagt, weil sie dadurch die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen könne, dass ein großer Bedarf an Pflegefamilien bestehe. Denn so manche Kinder müssten auf Dauer bei Pflegeeltern bleiben. Hierzu brauche das Amt Familien, die sich bereit erklärten, solche Kinder aufzunehmen.

Denn solche Pflegefamilien seien für diese Kinder oft die einzige Chance, eine normale Kindheit erleben zu dürfen. Frau Weiß freute sich über die Spende, die ihr Michael Wurm überreichte. Diese Spende werde für bedürftige Kinder des Landkreises verwendet, für die keine gesetzliche Fördermöglichkeit bestehe.

Problem vor der eigenen Tür

Das Thema passt einerseits sehr gut in die Adventszeit, andererseits macht es aber auch betroffen und nachdenklich. Vor allem auch, weil die meisten eigentlich nicht viel über diese Problematik im eigenen Landkreis wissen.

Musik zur Besinnung: Zur Einstimmung auf Weihnachten setzte sich an diesem Abend Rektor Michael Prager selbst ans Klavier. Foto: kmi

Damit die Stimmung im Hörsaal des Sinocur nicht zu ernst wurde, hatte Kerstin Baumann-Fischer mit der Arbeitsgemeinschaft „Kreatives Gestalten“ der Grundschule Rimbach ein adventliches, lustiges Rahmenprogramm zusammengestellt. Die Jungen und Mädchen brachten mit Gesangsstücken, instrumental begleitet vom Rektor der Grundschulen Rimbach und Bad Kötzting, Michael Prager, und mit Sketchen die Zuhörer zum Lachen und Staunen.

Im Engelsgewand und mit Kerzen in der Hand erzeugten sie sofort eine vorweihnachtliche, besinnliche Stimmung. Die Präsentation war perfekt auf Melodie und Text abgestimmt und die kleinen Darsteller zeigten ihr beeindruckendes Können sichtlich begeistert.

Vor allem auch mit den Sketchen von Toni Lauerer, der „Biologische Christbaum“ und „Das Weihnachtsgeschenk“, zeigten die kleinen Darsteller ihr komödiantisches Potenzial. Textsicher und überzeugend in Mimik und Gestik brachten die Grundschüler die Zuhörer zum Lachen, zum Applaudieren, aber auch, wie bei Toni Lauerer üblich, zum Nachdenken. Zum Schluss begeisterte die Kinder-Arbeitsgemeinschaft noch mit dem „Winterwunderland“ auf Bayerisch.

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