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Region Cham
Sonntag, 19. November 2017 5

Tradition

Eine Familie namens Trenck

Emotionale Momente beendeten die 68. Spielzeit. Auch der Schirmherr 2018 wurde präsentiert: Siegfried Wagner.
Von Petra Schoplocher

Strahlendes Quartett aus dem Waldmünchener Trenck- und dem Further Ritterpaar: Werner Zellmer, Patricia Dums, Simon Fischer und Christina Schneider genossen wie die vielen anderen Gäste das Trenckkranzl am Samstag, das die 68. Festspielsaison offiziell beendete. Foto: Schoplocher

Waldmünchen. Aus und vorbei. Ehe die 68. Festspielsaison mit dem Trenckkranzl aber endgültig Geschichte wurde, schickten sich einige Momente an, noch in die Chronik aufgenommen zu werden.

Besonders Schirmherr Werner Eichenseher rührte die Trenckianer mit einer persönlichen Bilanz der Festspielsaison. „Ich bin total stolz, dass ich hier eine Familie gefunden habe: meine Trenckfamilie“, meinte er. Das Kompliment von Vereinsvorsitzendem Martin Frank, er sei ein leidenschaftlicher Schirmherr gewesen, gab er mit dem gleichen Wort zurück. Es suche seinesgleichen, mit welcher Leidenschaft dieses Festspiel auf die Bühne gebracht und gelebt werde.

In Bayern habe die Kultur ganz besondere Werte, meinte Eichenseher und unterstrich den Wert dieser für die Gesellschaft. Wenn es gelingen würde, diese Leidenschaft über die Grenzen Bayerns hinaus zu tragen, würden auch woanders die Uhren anders ticken, fügte der Firmenchef an.

Waldmünchen sei ihm inzwischen ein Stück Heimat geworden, gab der Unternehmer zu. „Ich mach’s genau anders ’rum“, meinte er zu seinem „Pendelverhalten“, schließlich sei seine Strecke München-Waldmünchen, erklärte der Inhaber von Fahrzeugbau Tischer. Er habe praktisch gar nicht nein sagen können, als Festspiel-Präsident Franz Löffler bei ihm wegen der Übernahme der Schirmherrschaft angeklopft hatte. „Heute bin ich ihm dankbar.“

Viele Ehrengäste

Um Werner Eichenseher herum hatte sich wieder eine „große honorige Gruppe Ehrengäste“ eingefunden, wie sich Martin Frank freute. Unter ihnen „ein echter von der Trenck“, und in Person von Angelika Sarfert-Resch mit Sohn Florian Gäste aus Spiegelau. „Freiherr Trenck trifft Ritter Udo“, hieß es, als Hauptdarsteller Werner Zellmer den Further Kollegen Simon Fischer begrüßte. Natürlich ließen es sich auch die charmanten Damen an ihrer Seite, Ritterin Patricia Dums und Kathi Christina Schneider nicht nehmen, mit einem Glas Sekt auf einen schönen Abend anzustoßen.

Die Trenckfamilie feiert

Ähnlich emotional, wenn auch nicht am Mikrofon und somit für alle vernehmbar, sprach Bernhard von der Trenck von den Festspielen und Waldmünchen. Den Vereinsvorsitzenden zollte er höchsten Respekt für ihr Engagement, Kultur und Geschichte weiter zu tragen. Beim Blick in die Runde zeigte er sich angetan von dem herrschenden Miteinander. Der Gast aus der Nähe von Darmstadt nahm sich extra noch zwei Tage Zeit, die Stadt und deren Geschichte, die ja auch die seiner Familie ist, auf sich wirken zu lassen.

Zwar sei er als Kind mit seinen Eltern oft in Waldmünchen und im Bayerischen Wald gewesen, sein letzter Festspielbesuch liege aber Jahre zurück. Eine Steilvorlage, die die Trenckianer prompt zu einer Einladung für das kommende Jahr nutzten.

Zu diesem hatte Martin Frank bereits Fix-Vorfreudiges zu berichten. Nicht nur, dass die Planungen samt Sponsorensuche soweit abgeschlossen werden konnten und der Kartenverkauf bald beginnen könne. „Ich freue mich sehr, Ihnen heute schon den Schirmherrn 2018 vorstellen zu können“, machte es der Vorsitzende spannend, ehe er mit Siegfried Wagner – unter merklichem Raunen aus Reihen des Publikums – einen waschechten Waldmünchner präsentierte. Dessen Baufirma feiere im kommenden Jahr 140-jähriges Bestehen, so dass „sich alles wunderbar fügt“. Wagner sei seit Jahren mit dem Festspiel eng verbunden und daher eine gute Wahl, freute sich Frank.

Mehr als 4000 Zuschauer

Ebenso freudig wie der Blick nach vorne fiel seine Bilanz der nun abgeschlossenen Saison aus. Der Applaus von mehr als 4000 Zuschauern sei der größte Lohn für das Engagement „von euch allen“, fand er. Frank stellte das großartige Miteinander heraus. Ohne dieses sei „das große Werk Trenck der Pandur“ nicht zu bewältigen.

Dankbar verwies er darauf, dass die Spielzeit unfallfrei über die Bühne gegangen sei und mit einem wunderschönen Pandurenlager sowie den beiden Jubiläen, 40 Jahre Reitabteilung und 35 Jahre Trenck-Fanfarenzug, weitere Höhepunkte hatte.

Für 15 Jahre wurden Wolfgang Wallner, Tobias Kinach, Anna-Lena Paa Thomas Schröpfer und Markus Fellner geehrt. Seit 25 Jahren sind Franz Bauer, Georg Kussinger, Sabine Schneider, Georg Bemerl, Dieter Boubong, Gerhard von der Trenck, Fridolin Mühlbauer. „Trenckianer“. Seit 40 Jahren halten Marcus Berger, Resi Liegl und Adelheid Weidner dem Verein die Treue. Für ein halbes Jahrhundert Verbundenheit zum Festspiel erhielten Franz Decker, Georg Sowa, Christa Stautner, Christine Danzer, Hermann Bierl, Dietmar Weidner und Ingrid Haller-Weichs kräftigen Beifall, „höchste Anerkennung und Respekt“. Foto: Schoplocher

Nach dem offiziellen Teil sorgte ein auch in Cham von Panduren gedrehter Film als Einlage für beste Unterhaltung und Gelächter, ehe die mehr als 200 Gäste die Saison dann bei Tanz und Gesprächen beschwingt ausklingen ließen. Ganz wie bei einer schönen Familienfeier eben.

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