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Region Cham
Donnerstag, 23. November 2017 3

Stadtentwicklung

Eine Reise mit Herausforderungen

Nur rund 60 Bürger wollten Markus Ackermanns Blick auf die Lage Waldmünchens hören. Glasfaser war eines der größeren Themen.
Von Petra Schoplocher

Cocobello ist da: Gestern Mittag brachte ein Schwertransporter das mobile Atelier und Beratungsbüro von Stadtplaner Peter Haimerl von Viechtach nach Waldmünchen. Das Projekt „Heimatloft“ gehört zum Schwerpunkt Innenstadtbelebung, der rote Blickfang wird bis zum Frühsommer neben dem alten Bahnhofsgebäude als Anlaufstelle dienen. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Es ist ein riesiges Informationspaket gewesen, das Markus Ackermann da für „seine“ Waldmünchener geschnürt hatte. Zählt man den Imagefilm der Stadt hinzu, der Bestandteil seines Vortrags bei der Bürgerversammlung war, dauerte seine Reise durch die vergangenen Monate fast eindreiviertel Stunden.

Damit war die Veranstaltung im Gaubaldhaus aber noch lange nicht zu Ende. Denn die Waldmünchener – wenngleich die Zahl derer ohne Mandat oder (Ehren)Amt unter zwei Dutzend lag – zeigten sich diskussionsfreudiger als in den vergangenen Jahren. Folglich ging es beim Punkt „Anfragen und Anregungen“ thematisch durchaus noch einmal ans Eingemachte.

Schwierige Ausgangslage

Aktuell hat sich der Marktplatz in eine Baustelle verwandelt. Herzstück der Maßnahme ist die energetische Sanierung des Rathauses. Foto: ps

Vor allem beim Breitbandausbau im Zentrum, das ein Bürger benachteiligt sah. Dieses tauche in keinem neuen Förderprogramm auf, während modernste Glasfaser bis zum letzten Weiler verlegt werde. „Waldmünchen gilt als erschlossen“, erklärte Markus Ackermann, eine zweite Förderung sei nicht möglich. Diese Nachricht nannte ein zweiter Besucher „katastrophal“, weil dadurch keine Chance auf hochwertige Heimarbeitsplätze oder die Ansiedlung von IT-Unternehmen bestehe. Dies sah Markus Ackermann anders, anerkannte jedoch „unbestritten“ die Bedeutung des schnellen Internets. Er verwies auf die Bemühungen der Stadt, „alles zu tun“ – wozu er unter anderem das Verlegen von Leerrohren bei Baumaßnahmen rechnete und die technisch besten Voraussetzungen im neuen Gewerbegebiet. Nachfragen kamen aus dem Publikum zu Messpunkten für den Luftkurort, zum Verlust der Artenvielfalt und – kontroverser diskutiert – dem Areal für das einstige Projekt „September City“, das ein Zuhörer als „Waldmünchens größten Schandfleck“ bezeichnete. Mit der Analyse der wirtschaftlichen Situation („wirklich zufriedenstellend“) begann Ackermann, mit einem Appell endete er: „Lassen Sie nicht nach, unser Waldmünchen nach vorne zu bringen“, rief er den Bürgern zu. Dass dieses Waldmünchen „mit vielen guten Entwicklungen und Situationen“ viel Potenzial habe, würden seiner Meinung nach die beleuchteten Handlungsfelder zeigen. So würden sich die Investitionen auf dem Tourismussektor bemerkbar machen – mit steigenden Übernachtungszahlen und augenscheinlichen Verbesserungen für Gäste und Einheimische. Neue, qualitativ hochwertigere Wanderwege, Infrastrukturmaßnahmen von Aufwertung des Perlseewegs bis zum Ganzjahres-Aktiv-Zentrum Althütte-Gibacht, das vor allem Tagestouristen anlocken soll. Schlagworte: „Sport. Erlebnis. Erholung“.

Markus Ackermann berichte, dass Urnen künftig in einem Gräberfeld bestattet werden können. Ob damit die „ohnehin vollen“ Urnenwände ausgedient hätten, wollte ein Bürger wissen. Dies verneinte das Stadtoberhaupt. Vielmehr solle es in Geigant und der Stadt ein neues Angebot geben. Foto: ps

Ackermann berichtete von einem äußerst vielschichtigen kulturellen Angebot, bestens organisierten und besuchten Festen, lebendigen Städtepartnerschaften und einem Angebot für die Bürger, das sich mehr als sehen lassen kann. Dazu zählte er das Mehrgenerationenhaus ebenso wie Volkshochschule oder den rührigen Seniorenbeirat. Das Profil der kinder- und familienfreundlichen Stadt wurde unter anderem mit der vor kurzem abgeschlossenen Sanierung des Kinderhauses Zillendorfes geschärft. Im Bereich (vor) schulische Bildung legte Ackermann Wert auf die hohe Qualität nicht nur der Gebäudlichkeiten, sondern vor allem auch der Betreuung selber.

Zum weiteren Schwerpunkt städtebaulicher Maßnahmen unterstrich der Rathauschef, dass „wir nicht nachlassen werden, das zu befeuern und auszubauen“. Erfreut verwies er auf eine lange Liste an Eigeniniativen. Das städtebauliche Beraterteam habe mittlerweile die Leerstände erfasst und Steckbriefe erstellt, in einem nächsten Schritt sollen Gespräche folgen – im Büroatelier Cocobello.

Stabile Einwohnerzahlen

Der Neubau des Aussichtsturms am Bleschenberg ist eines von vielen Projekten unter dem Dach des Aktionsbündnisses Cerchov plus. Foto:ps

Zwei Anfragen waren schon in Ackermanns Vortrag eingeflossen. „Die Einwohnerzahl ist stabil“, kommentierte er die auf Bürgerwunsch zusammengetragenen ausführlichen Zahlen. Seit 2012 übertreffe die Zahl der Zuzüge die der Abgänge, zum letzten Stichtag 30. Juni 2016 waren 6748 Personen, unter ihnen 418 Ausländer, gemeldet, informierte er. Eine weitere Zuschrift betraf den Hochbehälter, der mit einem Volumen von zwei Edelstahltanks à 600 Kubikmeter gebaut wird.

Diese Maßnahme erklärte Ackermann im Gesamtkonzept Wasserversorgung. „Natürlich, ja“, musste er schließlich auf eine Frage, „ob wir uns auf steigende Wasserpreise einstellen müssen“, antworten. Schließlich müssten die Investitionen finanziert werden, zu denen es aber keine Alternative gebe. „Wir waren schon einmal am Rande der Versorgungssicherheit“, unterstrich der Bürgermeister, der sich auch für diesen Themenkomplex sicher war, dass Herausforderungen zwar warten würden, diese aber gemeinsam zu bestehen seien.

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