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Dienstag, 21. November 2017 10

Kultur

Eine Weltreise mit Hund und Kegel

Charlie Hollinger und Heike Hornig verwirklichen sich einen Traum: Mit Landrover und Wohnwagen in die Mongolei und zurück.
Von Bastian Schreiner

Das Trio freut sich auf das Abenteuer: Mit der Landkarte an der Fahrzeugtür reisen Charlie, Heike und Hündin Pepsi in die Mongolei. Foto: Schreiner

Roding.Die Passfotos sind im Kasten, die neuen Reifen am schwarzen Landrover aufgezogen und die wichtigsten Stationen im Kopf: Heike Hornig (50) und Charlie Hollinger (51) stecken mitten in den Vorbereitungen für ihre eineinhalbjährige Weltreise. Fremde Kulturen und Leute kennenlernen und die Natur entdecken – das war schon immer ihre große Leidenschaft. Begleitet von Hündin Pepsi bricht das Paar am 4. September auf und erfüllt sich einen Traum.

„Wir haben uns für den Ausstieg entschieden, weil wir Zeit noch einmal anderes erleben möchten“, sagt Heike. Deshalb reisen die beiden auch nicht mit dem Flugzeug und beziehen keine großen Hotels, sondern sind mit Landrover und Wohnwagen unterwegs und verzichten auf Komfort. „Wir wollen das Leben im Hier und Jetzt genießen und freuen uns auf die Begegnungen mit Menschen, Tieren und Natur.“

Neugierig auf die unendliche Weite

Der Klappwohnwagen ist das Zuhause für die kommenden 18 Monate. Foto: Schreiner

Die Idee, die Koffer zu packen und für einen längeren Zeitraum aus dem Alltag auszusteigen, kam dem Paar während der Balkanreise im Jahr 2014. Vor einem Jahr haben sich der Architekt und die Sozialpädagogin zu diesem großen Schritt entschieden und die Route geplant. Rund 25 500 Kilometer liegen vor Charlie, Heike und Hündin Pepsi – mit den Zielen Mongolei und Baikalsee. „Wir sind neugierig auf die Steppe und die unendliche Weite.“

Während der Planungsphase mussten einige Voraussetzungen für die Weltreise abgeklärt werden. „Zum einen musste unsere Hündin unbedingt mit, zum anderen waren wir auf der Suche nach jemanden, der sich um Haus und Hof sowie die Katzen kümmert“, erzählt Heike. Beide Bedingungen sind erfüllt. Außerdem kündigte die 50-Jährige ihren Job beim BRK, der 51-Jährige schloss seine Projekte als selbstständiger Architekt vor kurzem ab. „Das ist natürlich ein Risiko, aber wir sind optimistisch, dass wir nach der Reise dank unserer Netzwerke wieder in den Beruf einsteigen können“, sagt Charlie.

Gedanken über die Zukunft macht sich das Paar kaum. Auch nicht über die exakte Route. „Die Länder stehen fest, aber wir wollen nicht zu viel im voraus planen“, so Heike. Auch wenn sich Freunde und Familie wegen der ungewissen politischen Lage in der Türkei oder Russland Sorgen machen, hat das Paar keine Angst. Als Herausforderung sieht Heike eher die Rolle der Frau im Iran: „Da bin ich total gespannt.“ Und Charlie meint: „Man muss zwischen Regierung und Bevölkerung unterscheiden.“

Für das Abenteuer haben sich die beiden einen Landrover Defender 110 angeschafft. Im Doppelpack mit dem Klappwohnwagen Rapido geht es durch Europa und Zentralasien. „Damit sind wir flexibel und können auch im Auto schlafen, falls wir den Wohnwagen nicht jedes Mal aufbauen wollen.“ Bei Touren durch schwieriges Gelände kann der Rapido an einem sicheren Ort abgestellt werden.

Das Paar engagiert sich freiwillig

Während der Reise will sich das tierliebe Paar ehrenamtlich engagieren. In Rumänien steht die Mitarbeit bei einem Tierschutz-Organisation auf dem Programm. Anfang 2018 ist geplant, dass Charlie und Heike im Iran im Rahmen des WWOOF-Projekts bei der Safran-Ernte mithelfen. Dieses weltweite Netzwerk bringt Menschen zusammen, die einen naturverbundenen Lebensstil auf dem Land führen. „Das ist uns ein großes Anliegen, vielleicht können wir auch Bildungsprojekte unterstützen“, meint Heike, die englisch, französisch und ein bisschen russisch spricht. „Wenn es hart auf hart kommt, verständigen wir uns mit einem Bilderwörterbuch“, sagt sie und grinst.

Auch das Rückkunftsdatum steht: 3. März 2019. Nach dem Vorbereitungsstress wollen Charlie und Heike aber erstmal 18 Monate ihren Traum leben und freuen sich, dass es endlich los geht. Und auch Hündin Pepsi fiebert dem Abenteuer entgegen.

Die geplante Reiseroute

  • 2017:

    Beginn der Reise ist am Montag, 4. September, in Roding. Über die Transitländer Österreich und Ungarn geht es weiter nach Rumänien. Bis Ende Oktober engagiert sich das Paar dort in einer Tierschutz-Organisation. Nach dem Transit durch Bulgarien stehen im November die Türkei und im Dezember Georgien auf dem Plan.

  • 2018:

    Im Januar 2018 heißt die nächste Station Armenien. Die Monate Februar und März verbringt das Paar im Iran – inklusive Woofing zur Safran-Ernte. Nächster Halt ist im April der Oman, bevor es zurück über den Iran und Turkmenistan im Mai nach Usbekistan geht. Der Weg führt dann weiter nach Kirgistan und Kasachstan, ehe im Juli 2018 der Transit durch Russland folgt. August und September verbringt das Paar in der Mongolei, schließlich führt die Reise zum Baikalsee.

  • 2019:

    Den Jahreswechsel feiern die beiden Weltenbummler in Finnland. Im Frühjahr 2019 wird das Baltikum (Estland, Lettland, Litauen) sowie Polen besucht. Anfang März 2019 ist die Rückkunft in Roding geplant. (bs)

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