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Region Cham
Montag, 18. Dezember 2017 3

Gericht

Einen hilflosen Betrunkenen bestohlen

Auf dem Rodinger Volksfest nutzte ein 19-Jähriger aus Falkenstein die Gunst der Stunde und beklaute einen Angetrunkenen.

Das Gericht verurteilte beide Männer. Foto: Matthias Hiekel/dpa

Roding.Auch zu später Stunde war in der Nacht zum 30. September auf dem Volksfest noch viel los. Gegen 1 Uhr bemerkten mehrere Festbesucher eine betrunkene Person auf dem Boden liegend, die hilflos erschien. Diese missliche Lage machte sich ein 19-Jähriger aus Falkenstein zunutze, als er sich als Freund des Opfers ausgab und somit umherstehende Personen beruhigte. Tatsächlich kannten sich Opfer und Täter wohl flüchtig. In der Folge entwendete er das Mobiltelefon des Betrunkenen sowie seinen Rucksack samt Inhalt. Später habe er mit der Tat geprahlt, worauf ein 26-jähriger Freund beschlossen haben soll, ihm beim Verkauf der Ware zu helfen. Der Fall landete nun vor dem Chamer Amtsgericht, Diebstahl beziehungsweise Beihilfe zum Diebstahl die Anklagepunkte. Der Haupttäter gestand die Tat, sei jedoch selbst unter starkem Alkoholeinfluss gewesen. Er habe das Geschehen zeitnah bereut und dem Geschädigten am nächsten Tag das Handy wiedergegeben. Die anderen abhandengekommenen Gegenstände habe er zuvor in das Fahrzeug des Mitangeklagten gebracht. Ihm gegenüber habe er zunächst behauptet, die Gegenstände gefunden zu haben.

Der Mitangeklagte bestritt jegliche Ambition eines Verkaufs. Er habe dem Freund die Version geglaubt und die als Fundsachen betrachteten Gegenstände aus Desinteresse entsorgt. Generell zeigte er sich vor Gericht wenig interessiert, an einer Tatsachenaufklärung hilfreich mitzuwirken. Da zudem die Version schwammig erschien und das Geständnis des Angeklagten vorlag, kam es zu einer Verurteilung.

Der Haupttäter wurde zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro verdonnert. Ihm wurden das Geständnis und seine Reue zugute gehalten. Jugendstrafrecht fand beim ansonsten reif wirkenden 19-Jährigen keine Anwendung mehr. Der Mittäter war bereits vorbestraft und wurde wegen Beihilfe zum Diebstahl zu 70 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt. Das Gericht fand keine logische Erklärung dafür, warum angeblich der Mann das Diebesgut einfach so hätte entsorgen sollen. Die Plausibilität sowie die Beweisaufnahme ergaben, dass der Angeklagte sehr wohl über die Herkunft der Gegenstände im Bilde war und sich an einem möglichen Verkauf beteiligen wollte. (cai)

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