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Interview

Erfolgreicher Sommer auf den Waldbühnen


Von Stefan Weber

Mit der Premiere der „Geierwally“ auf Burg Lichtenegg am 13. Juli begann der Festspielsommer für Regisseur Johannes ’Reitmeier, am Sonntag endete er mit dem Schlussapplaus zum „’Schinderhannes“ auf dem ’Ludwigsberg – und damit eine der wohl stressigsten Spielzeiten sowohl für ihn, als auch für die Laienspieler auf beiden Bühnen. Denn der Sommer 2013 bedeutete neben ausverkauften Zuschauerrängen auch zwei neue Stücke, die es zu schreiben galt und zwei komplett neue Bühnenbilder – und im Vorfeld zusätzlich die erste Spielzeit für den neuen Intendanten des Tiroler Landestheaters Innsbruck. „Es war schon ein spannendes Jahr“, beschreibt Johannes Reitmeier in seinem Rückblick am gestrigen Montag. Noch ist er auf „Heimaturlaub“ in Bad Kötzting.

Kontrast der Bühnenbilder

Zumal zwei Neuinszenierungen zur selben Zeit nicht geplant gewesen seien. „In Kötzting sind wir ja aus verschiedenen Gründen aus dem Takt gekommen“, erinnert Reitmeier an die „Bernarda“, die erst geplant, und dann kurzfristig wegen eines Todesfalles durch einen modernen „Jedermann“ ersetzt wurde. Andererseits hätte der „Keryhof“ in Rimbach eine dritte Spielzeit „wohl nicht mehr voll bekommen“. Die Bernarda ein zweites Mal zu spielen „hätte ich zwar riskiert“, sagt der Regisseur – allerdings hätte das bedeutet, gerade das Spieler-Potential bei den Männern „weiter warten lassen zu müssen“.

So habe sich die Doppel-Belastung quasi „einfach ergeben“. Die beiden Stücke schreiben koste ihn – für den Ludwigsberg seit zwei Jahren gemeinsam mit Barbara Kerscher – rund ein Jahr. Das sei allerdings nicht die einzige Herausforderung gewesen: „Ich habe auch sehr genau darauf geachtet, dass die Bühnenbilder unterschiedlicher nicht hätten sein können“, sagt Reitmeier. In Rimbach „die fast kühne Moderne“, in Bad Kötzting „sieht es schon fast aus wie am Filmset“. Was ihn aber noch mehr freut, als dass dieser Kontrast gelungen ist, ist ein Umstand, der nur wenigen der Zuschauer aufgefallen ist – denn die vergangene Saison war in weiten Teilen für den Regisseur auch ein Experiment mit den Schauspielern. Viele wurden von der „zweiten oder dritten Reihe“ in die „erste Reihe geholt, und das konsequent“. So etwa Matthias Wegner, der auf Lichtenegg die männliche Hauptrolle des „Bärenjosef“ („der ist sehr konzentriert und dizipliniert bei der Sache“) auf die Bühne brachte. Oder ein Joachim Roiger als „Schinderhannes“ auf dem Ludwigsberg und Barbara Bachl als seine Geliebte „Leni“. Dazu ein „halbes Dutzend junger Männer, die neu waren“, und schon freut sich das Herz des Regisseurs über die „Blutauffrischung“.

Zweite Spielzeit für beide Stücke

Gerade weil seine Bilanz der beiden Neuproduktionen sehr positiv ausfällt, ist er sich sicher: „Eine zweite Spielzeit können beide Stücke gut vertragen.“ Er selbst werde – wieder in Zusammenarbeit mit Roger Boggasch – nächstes Jahr den „Winterkönig“ in Amberg neu auflegen und „eventuell um 15 Minuten erweitern – das ist keine Kleinigkeit“. Darum werde 2014 auch ohne Neuinszenierungen auf Burg und Berg arbeitsreich genug, zusätzlich zu seinen Verpflichtungen am Landestheater Tirol. Hier nimmt Reitmeier in zwei Wochen seine Arbeit wieder auf.

Allerdings verrät er auch, dass die ersten Gedanken über die nächsten Stücke „schon nach den Premieren“ zu reifen begonnen haben. Wie es im Moment aussehe, könne die „Geierwally“ auf Burg Lichtenegg aufgrund des populären Titels vielleicht sogar eine dritte Spielzeit schaffen – der Schinderhannes habe aber ebenfalls das Zeug, sich als wirkliches Volksschauspiel zu etablieren und auch so lange zu laufen.

Burg Komödie, Turm fantastisch?

Nach den Stücken der vergangenen Jahre „sollte es in Rimbach dann aber eine Komödie sein“, meint er. In Bad Kötzting „hatten wir viele handfeste Stücke, hier könnte es mal a bisserl fantastisch werden“ – wobei er hier den Vergleich mit dem ebenfalls schon auf dem Ludwigsberg gezeigten MacBeth bringt: fantastisch, das könnte auch Zauberer und Hexen bedeuten. Lob gibt es abschließend natürlich noch für die Spieler beider Bühnen: Die Saison habe ihm sehr viel Spaß gemacht und beide Stücke seien „gut aufgelegt“ worden – als Beleg dafür können einmal mehr die vielen Besucher gelten, die im Festspielsommer 2013 ihren Weg auf die Waldbühnen gefunden haben.

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