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Region Cham
Sonntag, 19. November 2017 5

Schöpfungstag

Erlebnisinseln werden immer seltener

Max Six, ein passionierter Strahlfelder Bienenzüchter, beteiligte sich an der Aktion. Zahlreiche Zuhörer fanden sich dazu ein.
Von Jakob Moro

  • Max Six fand am Schöpfungstag viele interessierte Zuhörer, bei den Erklärungen seiner Passion. Fotos: Moro
  • Bienen interessierten auch Schwester Geraldine.
  • Max Six und Dietmar Strasser legten eine Benjeshecke rund um die Bienenstände an.

Strahlfeld.Beate Eichinger, die bischöfliche Umweltbeauftragte und Hauptorganisatorin des jährlich stattfindenden Schöpfungstages, wurde in Strahlfeld und in den Fluren des Jagdgebietes der früheren Gemeinde Hitzelsberg schnell fündig, als sie auf der Suche nach geeigneten Foren für den jährlich stattfindenden Schöpfungstag war.

Max Six, ein Strahlfelder, passionierter Bienenzüchter und Imker, der Bienenvölker im Jagdgebiet des Jägers und Naturschützers Dietmar Strasser im Raum Hitzelsberg seit Jahren stehen hat, zeigte sich bereit beim Schöpfungstag mitzumachen.

Mit zwei kleinen Bussen und Privatfahrzeugen machten sich viele auf den Weg zu den Bienenständen von Max Six und zu blühenden Maisfeldern, zu früchtetragenden Hecken, zu den vielen unterschiedlich bepflanzten Wildäckern, die Dietmar Strasser in seinem Jagdgebiet jahraus jahrein pflegt und hegt.

Natur findet vor der Haustür statt

In einer Zeit wie der unseren, in der die Menschen immer seltener in und mit der Natur leben, werden natürliche Erlebnisinseln immer dringlicher. Max Six und Dietmar Strasser sind sich diesem bewusst und wollen gegensteuern. Wo sonst könnte man Naturliebhabern, Kindern, jung gebliebenen Erwachsenen vor Augen führen, dass Natur bei uns, vor unserer Haustüre stattfindet. Man schützt, was man kennt.

Diese Mission wollten Max Six und Dietmar Strasser erfüllen und luden Interessierte beim Schöpfungstag ein. Max Six: „Wer Honigbienen kennenlernt, erlebt die Insektenwelt mit anderen Augen. Er erlebt die jahreszeitlichen Abläufe in der Natur bewusster. Honigbienen geben einen Einblick in die komplexe Welt der Naturkreisläufe.“ „Das Kloster und Dietmar Strasser ermöglichen mir, meinem Hobby nachzugehen. Hier fühlen sich meine Bienen und ich wohl. Hier haben Bienen noch beste Voraussetzungen.“ Max Six kommt ins Schwärmen, wenn er von seiner Passion erzählt.

Mit den Blühstreifen neben Mais, im Maisfeld und auf Stilllegungsflächen entstehen wertvolle Lebensräume für die heimischen Tier- und Pflanzenarten, dies nützt vor allem auch meinen Bienen, so Max Six. Wir wollen verhindern, dass unsere schöne Landschaft immer eintöniger wird, begründen Strasser und Six die Initiative und gehen damit gerne an die Öffentlichkeit, um Nachahmer zu finden.

Bedenklich sei nach der eindrucksvollen Blüte der Hecken und der Rapsfelder im Frühjahr, dass das Nahrungsangebot für Insekten im Sommer schlagartig zusammenbreche. Insekten und Bienen garantieren ja nicht nur eine ertragreiche Ernte, sondern übernehmen viele wichtige Funktionen in den Ökosystemen. Ein Sommer ohne blühende Wegränder, Blühsteifen und Brachflächen bedeutet auch eine Landschaft mit weniger Singvögeln, so Six und Strasser.

Es darf nicht so weit kommen, dass unsere Enkelkinder Bienen, Hummeln, Rebhühner, Fasanen, Hasen und Rehe nur noch aus dem Internet kennen, sind sich Six und Strasser einig bei der Führung am vergangenen Samstag durch ihr Naturparadies. Letztlich entschädigt jede einzelne Blüte für den Mehraufwand an Arbeit, sind sich Strasser und Six sicher, und dass es davon in Hitzelsberg genügend gibt, davon konnten sich alle überzeugen.

Jede noch so kleine Fläche wird genutzt, wurde auch oftmals mit der Hand umgegraben und angebaut. Man konnte sich selbst überzeugen, dass hier mit viel Eifer, Engagement und Herzblut die Sache angepackt wurde. Die Entschädigung dafür ist ein Blüten- und Äsungsreichtum, den man selten findet.

„Meine Hecken sind nach verschiedenen Gesichtspunkten zusammengestellt, erstens müssen sie mit Dornen bewehrt sein, damit niemand in die Hecke eindringt und alles Getier Ruhe hat, zweitens dürfen sie nicht zu hoch sein, denn dann werden sie unten durchsichtig und das gewollte Kleinklima kommt nicht mehr zustande und drittens müssen die Heckenpflanzen interessante Früchte fürs Wild tragen, so Strasser. Max Six hat rund um seine Bienenstände eines sogenannte Benjes-Hecke angelegt.

Nur heimisches Pflanzgut

Dietmar Strasser erläutert, dass für seine Wildäcker und Pflanzflächen nur heimisches Pflanzgut verwendet wird und an Pflanzen, vor allem Heckenrosen, Apfelrosen, Schlehe, Weißdorn, Sanddorn, Hartriegel, Eberesche, Heckenkirsche, Berberitze, Schwarzer Holunder, Wildbirne und Wildapfel ausgebracht werden. „Ganz wichtig ist jedoch, dass Hecken auch gepflegt werden, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können, so Strasser.

Der Erfolg gibt ihm Recht, wie eine Untersuchung durch ifab hervorbrachte und ihm ein Mitarbeiter des Instituts im mitteilte: „Die Hasendichte in deinem Revier im Vergleich zu den untersuchten Mittelgebirgsregionen ist mit an vorderster Stelle. Zurückzuführen sei dies vor allem auf jede sich bietende Fläche, die als Wildacker, Blühfläche, Hecke, Altgrasstreifen und Brachen in den Fluren gestaltet worden sind und werden.

Interessant sei auch, so Strasser, das Vorkommen von vielen Vogelarten in seinem Jagdgebiet, die erst durch Untersuchungen entdeckt wurden. 53 Vogelarten, davon 35 Brutvogelarten, 23 Durchzügler und Nahrungsgäste, 36 Singvogelarten seien gezählt worden.

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