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Feuerwehr gehen Aktive aus: Wer aber löscht im Ernstfall?

Feuerroter Eimer soll auf den Mangel aufmerksam machen: Brennt es tagsüber, seien nur zehn Helfer einsatzbereit, klagt Kommandant Josef Reitinger.

Ernste Sache in witziger Verpackung: Der Feuerwehr fehlen die Leute, deshalb verteilt sie „Löscheimer“. Kommandant Josef Reitinger, sein Stellvertreter Jürgen Meierhofer und Vorsitzender Georg Schmid erhoffen sich durch die Eimer-Aktion neue, aktive Mitglieder.Foto: wbf

Katzelsried.Einen feuerroten Eimer werden an diesem Wochenende die Bewohner der Ortschaften Katzelsried, Stein und Grubhof vor ihrer Haustüre stehen haben. Dabei handelt es sich weder um eine dubiose Sammelaktion noch um Putzeimer. Die roten Eimer sind „Haushalts-Löschkübel“. So steht’s zumindest drauf. Mit diesem Eimer – zehn Liter passen hinein – müssen die Bewohner der drei Ortschaften künftig löschen, wenn’s daheim einmal brennt.

Eine Anleitung gibt’s gleich dazu: den Brand melden, dann circa zehn Minuten warten (hoffen, dass die Feuerwehr kommt), keine Feuerwehr vor Ort – Haushalts-Löschkübel mit Wasser füllen. Sollte das Feuer zu groß sein, die Nachbarn informieren und eine Kübelkette bilden. Das Ganze ist natürlich lustig gemeint. Denn dahinter steckt eine Aktion der örtlichen Feuerwehr, die damit um neue Mitglieder wirbt. So witzig die Aktion klingen mag – sie hat einen ernsten Hintergrund, wie Kommandant Josef Reitinger erklärt.

Vor allem tagsüber ist es schwierig, die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Auf nur etwa zehn der rund 110 Mitglieder kann Reitinger im Ernstfall zählen. Der FFW Katzelsried, Stein, Grubhof gehen demnach die aktiven Mitglieder aus. Vielen anderen Feuerwehren geht es genauso. Als Gründe nennt Reitinger Arbeitsplätze außerhalb, verändertes Freizeitverhalten und den demografischen Wandel. Damit er bei einem Einsatz nicht irgendwann allein dasteht, müssen neue Mitglieder her. Und dafür gibt es die Löscheimer-Aktion, die um Mitglieder wirbt und zugleich wachrütteln soll. Kommandant Reitinger will dem Mitgliederschwund in der Aktiven-Truppe entgegenwirken. „Wir können nicht zuschauen, wie es immer weniger werden. Wir müssen jetzt tätig werden“, ist er überzeugt. Man müsse die Leute wachrütteln und daran erinnern, dass der Dienst der Feuerwehr nicht selbstverständlich sei.

Deshalb will die Wehr neue Wege gehen: Reitinger und seine Kameraden fahren am Freitag und Samstag, die Haushalte in den Ortschaften Katzelsried, Stein und Grubhof an, um die circa 60 Eimer zu verteilen. In den Eimern befindet sich Infomaterial, dazu ein Aufruf der örtlichen Wehr. Darauf steht auch, dass es Hilfe nicht zum Nulltarif gibt. Die Freiwillige Feuerwehr lebe vom Mitmachen. Aber wenn keiner mitmacht, kann im Einsatzfall auch keiner kommen. Angesprochen werden sollen Jugendliche, Männer und Frauen, die bereit sind, bei der Freiwilligen Feuerwehr mitzumachen. (wbf)

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