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Region Cham
Sonntag, 21. Januar 2018 10

Glosse

Freiheit für die Zehen

Ein Kommentar von Rupert Schlecht

Fußpilz, Staubflusen, Schneematsch, Kiesel, Glasscherben und viele fremde Länder – zusammen haben wir schon „allerfuß“ er- und überlebt. Jenes Wohlgefühl des Wandelns hält seit 30 Jahren an.

Dabei geht’s vermeintlich nur um ein Paar Schuhe, das daherkommt, als hätte man es spätestens schon zur Jahrtausendwende ausschießen müssen. Denkste: Wenn es einmal mehr mit den Worten „Deine alten Quadratlatschen müssen endlich verschwinden“ Gefahr läuft, in die Tonne gekloppt zu werden, vergeht mir das Lachen. Stimmt, das schlammlederbraune Duo ist zwar keine Schönheit. Und an dessen Rändern korkt und bröckelt schon seit einer Ewigkeit die Sohle.

Aber, wenn juckt’s? Mir liegt an den inneren Werten. So bette ich meine 44er Füße zumeist ohne Socken nach wie vor darin. Schwimmt ein bisschen, sitzt aber trotzdem wie angegossen, 1a-Mikroklima, ein Hoch auf die Zehen-Wackel-Gemütlichkeit der Frischluft.

Dabei muss ich meine betagten Schlappen streng genommen gar nicht dauernd anhaben. Es genügt der Blick von der Couch auf den Flokati, auf dem ich sie geparkt habe, schon macht sich Zufriedenheit breit. Dann und wann werde auch nicht müde, sie auszuführen. Zum Kühlschrank, zur Mülltonne, zur Tankstelle, und sommers zum Badeweiher. Freiheit für die Zehen: Damit kann ich super leben – und schlurfen.

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