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Region Cham
Samstag, 25. November 2017 4

Vortrag

Friedhöfe und ihre Gestaltung

Der Kreisfachberater Altmann sprach beim Obst- und Gartenbauverein Traitsching über Friedhöfe und ihre Gestaltung.

Vorsitzende Anneliese Kraus bedankte sich beim Kreisfachberater Gerhard Altmann für seinen Vortrag. Foto: ckt

Traitsching. Friedhöfe und ihre Gestaltung waren Thema eines Vortrags von Kreisfachberater Gerhard Altmann beim Obst- und Gartenbauverein (OGV) Traitsching. Besonders die Bepflanzung von grünen Friedhöfen stand im Mittelpunkt des Vortrags, wenngleich sich auch bei den letzten Ruhestätten in den vergangenen Jahren ein Wandel zu vollziehen begann.

Friedhöfe (im ursprünglichen Sinn eigentlich der eingefriedete Bereich um die Kirchen herum) waren und sind Orte der Stille, des Gedenkens und Besinnens. So wie der Mensch in einer Gemeinschaft lebt, ist auch am Friedhof jedes Grab als Bestandteil eines Ganzen zu sehen, dient der Friedhof nicht nur der Begegnung mit den Verstorbenen, sondern auch mit den Lebenden, so der Kreisfachberater.

Einfassungen (vor allem aus Stein) sollen keine harten Abgrenzungen darstellen, sondern eine kaum wahrnehmbare Trennung im Gesamtraum Friedhof bilden. Gerade durch Pflanzen könne man leichter weiche Übergänge herstellen, so Altmann. Nach christlicher Auffassung seien alle Menschen vor Gott gleich. Daher dürfe kein Wettbewerb um den größten oder dominantesten Stein entstehen. Form und Textgestaltung des Grabmals soll auf den Menschen zugeschnitten sein, dem es gewidmet ist. Grundsätzlich sollten Steine höher als breit sein, um die Sehnsucht des Menschen nach einer Verbindung mit Gott im Himmel darzustellen. Dabei wirken helle Steine hoffnungsfroh und tröstend.

Die Bepflanzung selber soll die Grabfläche nach hochwachsenden, raumbildenden, bodenbedeckenden und blühenden Pflanzen gliedern und harmonisch zum Grabstein passen. Grabstellen im leicht schattigen Bereich weisen die größten Bepflanzungsmöglichkeiten auf. Buchs (das Sinnbild für das ewige Leben) und Strauchrosen (Symbol für das Martyrium Christi und der Liebe) sollen zunächst als raumbildende Elemente gepflanzt werden. Die Wechselbepflanzung soll die Hälfte der Grabfläche nicht überschreiten, da die Abstimmung der Gräber untereinander schwierig und der Pflegeaufwand zu hoch wird. Ein ruhige Dauerbepflanzung mit Bodendeckern (wie Efeu, Immergrün, Sternmoos, und niedrige Glockenblumen etwa) schafft den notwendigen grünen Rahmen. Symbolträchtige Pflanzen wie Duftveilchen (edle Bescheidenheit), dreizählige Pflanzen (Dreifaltigkeit Gottes), die Pfingstrose (Maria, Rose ohne Dornen) und Mohn (für den Schlaf als Bruder des Todes) bringen eine christliche Symbolik an die Grabstätte und versinnbildlichen die Verbindung der Verstorbenen und der Hinterbliebenen zu Gott. Gerhard Altmann wörtlich: „Die Gestaltung der Grabdenkmäler ist ein Zeichen für die Achtung des Glaubens und der christlichen Tradition.“

Daher sollten sich alle Grabbesitzer um eine würdevolle Gestaltung bemühen. (ckt)

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