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Region Cham
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Justiz

Für Hitlergruß vier Monate Gefängnis

Der 26-jährige aus Bad Kötzting war bereits vorbestraft. Der Richter schenkte seiner Version der Geschichte keinen Glauben.

Cham.Sicherheitsmitarbeiter beobachteten beim Chamer Frühlingsfest am 26. Mai einen Mann, der augenscheinlich betrunken war und sich seltsam verhielt. Wie sie beim Strafprozesses am Chamer Amtsgericht aussagten, beschlossen sie daraufhin, den Mann nicht mehr aus den Augen zu lassen. Tatsächlich erhob er wenig später den rechten Arm zum Hitler-Gruß. Das konnte nicht ungeahndet bleiben. So musste sich der 26-Jährige wegen dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. Desweiteren habe er später die Polizei beleidigt.

In seiner Aussage stritt der Angeklagte aus Bad Kötzting den Hitler-Gruß ab. Er habe lediglich eine Bekannte gesehen und diese ganz normal begrüßt. Die Geste sei von den Sicherheitsmitarbeitern missverstanden worden. Desweiteren habe er generell keinerlei Bezug zur nationalistischen Szene. Die Beleidigungen gegenüber der Polizei gestand der Mann, hier habe er „Mist gebaut“ und sich mehrfach entschuldigt. Die Polizeibeamten konnten sich jedoch an keine Entschuldigung erinnern.

Vor den Plädoyers kam noch die Bewährungshelferin des Angeklagten zu Wort. Nach ihrer Schilderung lief die Bewährung nicht optimal. Es sei mehrfach zu Auflagenverletzungen gekommen. Zwar habe sich ihr „Klient“ bemüht, aber immer wieder Rückschläge an den Tag gelegt.

Während die Staatsanwaltschaft von der Schuld des Angeklagten überzeugt war, forderte die Verteidigung in Bezug auf den Hitler-Gruß Freispruch. Richter Andreas Lecker schenkte der Version des Angeklagten keinen Glauben. Die Sicherheitsmitarbeiter seien als Zeugen glaubwürdig. Die Entfernung der Mitarbeiter im Festzelt zum Angeklagten betrug lediglich 10 Meter, so dass eine falsche Interpretation der Geste auszuschließen sei. Aufgrund der Vorstrafen des Angeklagten und der Schilderung der Bewährungshelferin verurteilte das Gericht den 30-Jährigen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung. (cai)

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