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Region Cham
Mittwoch, 22. November 2017 3

Bilanz

Furths Volksfest erfüllte Erwartungen

Festküche, Brauerei und Olm-Betreiber zeigen sich als Gastgeber auf der Festwiese zufrieden – trotz schwacher Tage.
Von Stefan Weber

Gleich am Dienstag begannen die Abbau-Arbeiten auf dem Festplatz. Fotos: wf (1)/wu (2)/fsa (2)/cft (1)

Furth im Wald.Der letzte Montag, wenn auch wirklich alle Further Zeit haben, auf das Volksfest zu gehen, ist traditionell der stärkste Besuchertag in und um die Festhalle. Das war auch dieses Jahr so. Darum sagt Ferdinand Freiherr von Aretin, Direktor der Festbrauerei Aldersbach: „Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden.“ Es sei ein friedliches Fest gewesen, es habe auch gute Tage gegeben und „das fest wird grundsätzlich gut angenommen“, sagt er im Gespräch mit unserem Medienhaus.

D’Olm: Als Neuerung wurde in diesem Jahr zum ersten Mal eine Holzhütte, „D’Olm“, nach dem Vorbild anderer Volksfeste in der Region aufgestellt. Gemeinsam mit dem dazugehörigen Biergarten war sie dieses Jahr bei oft warmen Temperaturen auch in der Nacht einer der Anziehungspunkte für die Gäste. Für Betreiber Ludwig Weber war es erst einmal ein Versuch – er will im kommenden Jahr weitermachen.

Das neue Angebot, das Ludwig Weber mit „D’Olm“ – einer Holzhütte mit 196 Sitzplätzen – gemacht hatte, habe das Angebot gut abgerundet. Auch dass die Bänke in der Festhalle etwas anders gestellt wurden, sei gut angekommen, weiß von Aretin aus seinen eigenen Besuchen in der Festhalle dieses Jahr. Was den Umsatz betreffe, so bewege sich der auf dem Vorjahres-Niveau, und damit habe das Fest seine Erwartungen erfüllt. Dennoch wolle die Brauerei Aldersbacher nicht stehen bleiben. „Das gehört nicht zu unserer Strategie“, sagt von Aretin. Die abschließenden Gespräche intern und mit der Stadt würden zwar erst geführt, doch der Brauereidirektor versichert, dass man sich auch im nächsten Jahr etwas Neues einfallen lassen werde.

Tages-Unterschied von 80 Prozent

Schwache Tage: Da sind sich alle einig: Jeden Tag ist die Festhalle nicht voll zu kriegen – vor allem nicht dann, wenn das Wetter besonders „gut mitspielt“ und sich die Gäste lieber im Freibereich niederlassen. Zu diesen Tagen gehörte in diesem Jahr zum Beispiel auch der Feiertag Mariä Himmelfahrt. Unser Foto zeigt die Festhalle kurz vor 23 Uhr – ein wirklich sehr schwacher Tag, aber doch einer der wenigen.

Für Bernhard Fellner, der seit fünf Jahren – so lange ist Aldersbacher auch die Festbrauerei – die Festküche betreibt, war 2017 „eines der besseren Jahre“, zumal das Wetter optimal gewesen sei. Er kann aber auch beziffern, was ein „schwacher“ und was ein „guter Tag“ ausmacht. „Im Vergleich zum letzten Montag mit dem ersten Freitag, dem Montag zuvor oder dem Dienstag, gibt es eine Differenz von rund 80 Prozent“, sagt er – zumindest, was das Essen betreffe. Alleine am vergangenen Montag habe das Team ab 19 Uhr innerhalb von zwei Stunden 2500 Essen an die Frau und den Mann gebracht.

Dabei hat er immer im Blick, dass das Volksfest in Furth anders geprägt ist als andernorts. „Bei uns konzentriert sich eben alles auf den Stich“, sagt er – jeden Tag eine Aufführung bis 22 Uhr mit 1500 Zuschauern und 300Teilnehmern, das gebe es eben woanders nicht. Außerdem dürfe nicht übersehen werden dass, auch wenn in der Halle weniger los war, der Biergarten draußen bei sommerlichen Temperaturen gut angenommen worden sei.

Interessant für Fellner ist, dass „die Zahlen eigentlich immer gleich sind“. Das treffe auf die Anzahl der verkauften Essen wie auch auf die abgegebenen Marken zu.

Synergien mit dem Cave Gladium

Das Mittelalter-Fest Cave Gladium am zweiten Wochenende sieht er, ebenso wie von Aretin, als Veranstaltungen mit großen Synergie-Effekten für das Fest. Fellner schätzt, dass „90 Prozent aller Besucher nach dem Cave noch aufs Fest gehen“.

Gute Tage: Kein Schatten ohne Licht: Zu den traditionell besten Tagen gehört zum Beispiel der letzte Montag. Das hat nach Ansicht der Beteiligten mehrere Gründe. Zum einen ist die Festspielsaison da schon einen Tag beendet, was bedeutet, sowohl die Further, die beim Festspiel mitwirken, als auch die Gäste haben Zeit, den Abend in der Festhalle zu verbringen. Zum anderen müssen ja die Bier- und Essenmarken noch weg ...

Und was essen die Further beim Festbesuch am liebsten? „Giggerl sind der Klassiker“, sagt Fellner. Auch Käse und Brezen gingen gut, ebenso die eher ausgefallenen Sachen wie Drachenfleisch (Gyros) und die erstmals angebotenen Rahmschwammerl. Ideen hätte er noch mehr, „aber wir müssen das auch noch stemmen können“, sagt Bernhard Fellner. Schließlich laufe der Familienbetrieb ja weiter. Der „Neue“ im Reigen war dieses Jahr Ludwig Weber. Er hatte schon 2015 die Idee für eine mobile Holzhütte und war dieses Jahr damit bereits auf dem Chamer Volksfest vertreten. „Das ist im Moment der Trend, darum habe ich der Brauerei gesagt: ,So was braucht ihr‘.“

Festküche: Seit fünf Jahren ist Bernhard Fellner mit seinem Team für die Festküche auf der Further Wies’n zuständig. Mit vier bis fünf Angestellten und in Stoßzeiten bis zu neun Familien-Mitgliedern versorgt er die Gäste auf dem Fest mit Essen. 2018 ist das sechste und letzte Jahr, bevor neue Vertragsverhandlungen zwischen Brauerei und Stadt anstehen: „So lange mache ich auf jeden Fall noch mit“, sagt Fellner.

Im Gegensatz zu Cham, wo ab 21 Uhr immer ein DJ spielte, setzte er in Furth auf junge Musikanten, die den bayerischen Charakter der Hütte unterstreichen sollten. Im kommenden Jahr will er das Musikprogramm weiter ausbauen. Stressig sei es gleich am Anfang geworden, weil er nur drei Tage Zeit hatte, um die Hütte in Cham ab und in Furth wieder aufzubauen. Dafür sei er auch den schwächeren Tagen mit einem halb bis dreiviertel vollen Biergarten belohnt worden. „Ich hatte mir eine Zahl gesetzt, und die hab ich erreicht“, sagt Weber. Richtig „schwache Tage“ habe es bei ihm in der „Olm“ nicht gegeben.

In Cham hatte er sofort einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben, in Furth wollte er sich die Sache erst einmal ansehen. Aber nach dem ersten Jahr sagt Ludwig Weber, dass er weitermachen will auf dem Further Volksfest, wenn auch die Brauerei weiter Interesse daran hat.

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