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Festakt

Garantieerklärung auf vier Rädern

Das BRK Waldmünchen stellte einen Rettungswagen in Dienst. Es war ein Tag der Freude, aber auch mit Analysen und Gedanken.
Von Petra Schoplocher

Symbolische Schlüsselübergabe: Verbunden mit einem riesigen Dank für das Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen überreichte BRK-Präsident Theo Zellner Klaus Scherr den Bund unter dem Applaus von (von links) Markus Ackermann, BRK-Rettungsdienstleiter Michael Daiminger, Franz Löffler, Karl Holmeier, Dr. Klaus Schneider, Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner und BRK-Bereichsleiter Dr. Peter Hering. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Es ist das modernste seiner Art im Landkreis, doch ohne Menschen, die in und mit ihm helfen, wäre der neue Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes nicht viel wert: Mit einem riesigen Lob an die haupt- und ehrenamtlichen Helfer wurde das Fahrzeug am Freitag eingeweiht.

„Damit können wir unter optimalen Voraussetzungen helfen“, brachte es der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes, Theo Zellner, auf den Punkt. Landrat Franz Löffler bezeichnete den neuen Wagen zusammen mit dem ausgezeichnet ausgebildeten und motivierten Personal in Waldmünchen sogar als „Garantieerklärung für die Menschen“. Diese könnten, wenn es darauf ankomme, auf perfekte Hilfe vertrauen.

Wenn es hapert...

Die Medizin in den Krankenhäusern könne noch so gut sein, wenn es am zeitkritischen Beginn der Rettungskette hapere, bestünde ein Defizit, unterstrich er die Bedeutung des Einsatzfahrzeugs. Dem BRK zollte er höchsten Respekt, dass es die Serienausstattung auf eigene Kosten fast um das Doppelte aufgewertet habe.

Der Vorgänger wurde nach fünf Jahren, 250 000 Kilometern und über 5000 Einsatzfahrten aussortiert, informierte Theo Zellner. Diese 5000 Fahrten würden sich leicht lesen, in ihnen stecke aber viel Zeit und Engagement und nicht zuletzt eine gestiegene Zahl an Einsätzen und immer weiteren Strecken zu den Kliniken. Vorstellen durfte den 190 PS-starken und 130 000 Euro teuren Mercedes Sprinter Rettungsdienstleiter Michael Daiminger.

Stadtpfarrer Wolfgang Häupl segnete das Fahrzeug, links sein evangelischer Kollege Ernst Schwemmer. Foto: ps

Er wies auf die neue „karierte“ Optik mit mehr Blaulicht hin – diese solle die Wahrnehmung verbessern. Als Neuerungen stellte er eine Sprechanlage zwischen Patientenraum und Fahrerkabine, eine hydraulische Tragenlagerung mit Fahrtrage und einen Tragesessel in Form eines Raupenstuhls vor. Aus medizinischer Sicht sei das neueste Beatmungsgerät zu nennen.

Bürgermeister Markus Ackermann bezeichnete den Rettungswagen als eine wichtige Säule für die Sicherheit der Bürger. Die Botschaft des Tages sei, dass modernste Ausstattung, gute Leute und beste Teamarbeit zusammentreffen würden. Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier fand, dass „jeder Euro, der hier ausgegeben wird, bestens angelegt ist“ und zollte den Menschen, die für den Rettungsdienst bereit seien, hohen Respekt.

Stadtpfarrer Wolfgang Häupl und sein evangelischer Kollege Ernst Schwemmer segneten das Fahrzeug und die Menschen, die in ihm fahren.

Soziales Jahr für jeden?

Inhaltlich ging es bei der Feierstunde aber um mehr als das neue Fahrzeug: Franz Löffler etwa appellierte, dass der Wettbewerb im Gesundheits- und Rettungswesen nicht zu Lasten der Versorgungsqualität gehen dürfe. Michael Daiminger gingen nach den Vorreden spontan drei Dinge durch den Kopf: Er forderte ein soziales Jahr für jeden, um den Mangel an Fachkräften zu kompensieren. Den vom Landrat angesprochenen Wettbewerb könne jeder bewerten, wie er möge. Er könne allerdings feststellen, dass sich für den Nutzer keine Verbesserungen ergeben. Letztlich berichtete er, dass er aufgrund der Geschehnisse am gleichen Morgen, als im Bad Kötztinger Bereich zwei Unfälle gleichzeitig waren, spontan den Kauf des Waldmünchener Altfahrzeugs beauftragt habe. Damit verfügt das Kreis-BRK dann über drei Rettungswagen und könne den Menschen die Hilfe bieten, die nötig sei. „Wenngleich wir damit Verantwortung übernehmen, die eigentlich andere tragen.“

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