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Region Cham
Freitag, 24. November 2017 10° 5

NATUR

Geheimnisse einer Landschaft entdeckt

Heinz Glashauser nahm in seiner Diaschau die Besucher mit zu den geheimnisvollen Felsformationen auf dem Semmelberg.

  • Faszinierende und geheimnisvolle Felsformationen gibt es am Semmelberg zu sehen. Fotos: rto
  • Heinz Glashauser bei seinem Vortrag

FALKENSTEIN.Heinz Glashauser durchforscht seit Jahren die Wälder rund um Falkenstein nach Schalensteinen, Durchschlupfsteinen und Steinen, die der Volksmund in der Vergangenheit mit Sagen verknüpft hat. Als er nun in der Sommerschänke der Burg seine faszinierende Diaschau mit dem Titel „Eintauchen in die Geheimnisse einer Landschaft“ zeigte, wurden ob der zahlreichen Besucher die Sitzplätze knapp.

Wie Glashauser vorab seine Gäste informierte, wolle er mit seiner Diaschau dokumentieren, dass schon lange vor der Zeitenwende bei uns Menschen lebten, die hier – entgegen der offiziellen Lehrmeinung – ihre religiösen Bräuche ausübten, und die Augen dafür öffnen, welche Zeugnisse vorchristlicher Religion in unserer Umgebung zu finden seien.

Als wichtig für das Verständnis der „Sprache der Steine“ sei die Kenntnis vorgeschichtlicher Symbolik. Da diese im Laufe von 2000 Jahren Christentum, das ja die „heidnische Religion“ bekämpft habe, verlorengegangen sei. Kriterium für ihn, Glashauser, seien Figurensteine, Kopf- und Schalensteine und die häufigste Form, der Durchschlupfstein, sowie Fruchtbarkeitssymbole wie Phallus und Vulva.

Diesmal besuchte Heinz Glashauser mit seiner rund 40 Minuten dauernden Diashow vor allem die geheimnisvollen Felsformationen auf dem Semmelberg. Der Semmelberg liegt nahe bei Falkenstein, bei dem Weiler Hundessen.

Bei diesem „Eintauchen in die Geheimnisse einer Landschaft“ handelte es sich dann nicht um Wanderungen im ursprünglichen Sinn, die von einem Ort zum andern führen.

Diese Wanderungen haben kein Ziel, sie lassen sich von der Landschaft, vom Licht, vom Schatten, von der Sonne, von den Bäumen, von Steinen oder Wolkenfetzen leiten. Eine Landschaft oder ein Hügel wird immer wieder zu allen Tages- und Jahreszeiten umkreist. Das Licht und die Dinge verändern sich dabei ständig. Dieses langsame und fortwährende Umkreisen bewirkt, dass man immer mehr in die Geheimnisse eines Ortes eindringt. Das wiederholte und langsame Wahrnehmen ist das Geheimnis, um den Geist eines Ortes oder einer Landschaft zu erfassen.

Es ist also das Gegenteil dessen, was man heute unter Fortschritt versteht: Möglichst rasch vorwärtszuschreiten, um an ein Ziel zu gelangen. Dies ist die sicherste Methode, um wenig oder gar nichts wahrzunehmen. Die Bilder stellen sich geradezu quer zur hektischen Wahrnehmung der Wirklichkeit. Sie entstammen auch aus einer ganz anderen Lebensphilosophie. Nicht der Fortschritt, sondern das Eindringen, das Näherkommen, den Dingen ganz auf den Grund gehen, das heißt, zum Ursprung zurückkehren, sind das erklärte Ziel.

„Dies ist keine Bewegung des Fortschreitens, es ist eine Bewegung der Heimkehr. Und diese Bewegung heilt, versöhnt und macht ruhig“, so Heinz Glashauser am Schluss seines Diavortrags. (rto)

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