mz_logo

Region Cham
Samstag, 21. Oktober 2017 18° 4

Bildung

„Gemeinsam tun, was möglich ist“

Das Sonderpädagogische Förderzentrum Bad Kötzting feiert 50-jähriges Bestehen. Bereits ab 1986 gab es die Betriebspraktika.
Von Fred Wutz

Sonderschulrektorin Veronika Nerud (l.) und Christina Riedl-Pradel stehen an der Spitze einer Arbeitsgruppe, die das Schuljubiläum vorbereitet. In der Aula des SFZ stellen sie aber auch das Hinweisplakat für die „Juniorwahl“ vor, die am 21. September an der Schule durchgeführt wird.Foto: Fred Wutz

Bad Kötzting.Offiziell wird das Jubiläum am Dienstag, 17. Oktober, gefeiert: Das Sonderpädagogische Förderzentrum (SFZ) Bad Kötzting, im Schuljahr 1967/68 als „Sonderschule Kötzting“ eröffnet, wird 50 Jahre alt. Ein Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche und eine Jubiläumsfeier in der Schule tragen offiziell dem Ereignis Rechnung. Und außerdem gibt es am am 31. Oktober ein Schulfest.

Zur Vorbereitung des Jubiläums wurde am SFZ eine Arbeitsgruppe formiert, an deren Spitze Sonderschulrektorin Veronika Nerud und Christina Riedl-Pradel stehen. Neben der Aufstellung eines Programms war für sie dabei vor allem wichtig, sich in den zahlreichen Bänden der schuleigenen Chronik zu orientieren.

Bei der offiziellen Jubiläumsfeier werden neben Landrat Franz Löffler, Bürgermeister Markus Hofmann und Regierungsschuldirektorin Christina Bergmann auch die ehemaligen Schulleiter Ludwig Baumann und Franz Plötz zu Wort kommen. Auch Schulleiterin Veronika Nerud wird sprechen, und selbstverständlich liefern die Schüler mehrere musikalische Beiträge zu dem Ereignis.

Schule hat Grund zum Feiern

„Es wird schon ein großes Ereignis, unsere Schule hat aber auch allen Grund zum Feiern“, äußerte Sonderschulrektorin Veronika Nerud mit Blick auf das anstehende Fest beim Pressegespräch. Besonders stellte sie dabei heraus: „Es gab schon von Anfang an eine ganz starke Zusammenarbeit zwischen den Schulen in der Stadt.“ Das sei beim Blick in die Schulchronik schnell deutlich geworden. Praktisch ab dem Gründungsjahr 1968 habe es viele gemeinsame Veranstaltungen gegeben, wie Nerud dann aufzählte: „Schulskitage von Sonderschule, Grundschule, Hauptschule und Gymnasium, dann gemeinsame Kunstausstellungen der Sonderschule zusammen mit den Volksschulen oder mit dem Gymnasium, aber auch viele Schulschwimmfeste.“

„Unsere Kinder bekommen so frühzeitig Kontakt zum Berufsleben, wir haben dabei auch einige außergewöhnliche Karrieren und Erfolge vorzuweisen.“

Veronika Nerud

Bis in die Gegenwart werden laut Veronika Nerud die Schülerlotsen in der Pfingstrittstadt von der Förderschule und der Mittelschule gemeinsam gestellt. Auch der Waldlauf der Schulen sei anzuführen.

Das Sonderpädagogische Förderzentrum Bad Kötzting ist in diesem Gebäude – angebaut an die Grundschule – im Schulzentrum untergebracht. Foto: Fred Wutz

Besonders herauszustellen ist nach Ansicht der Schulleiterin das übergreifende Theaterprojekt der Schulen. 1986 habe es erstmals mit dem Schulspiel „Der gestiefelte Kater“ stattgefunden. Damals habe die Sonderschule mit dem Gymnasium und mit der Realschule zusammengearbeitet.

Die Kooperationen mit anderen Schulen habe das SFZ stets beibehalten und sogar noch ausgeweitet, denn mittlerweile habe man auch eine Partnerschule in der Tschechischen Republik. Eine Besonderheit der Schulgeschichte ist auch das Betriebspraktikum für die 8. und 9. Klassen, das schon im Jahr 1986 eingeführt worden sei.

„Unsere Kinder bekommen so frühzeitig Kontakt zum Berufsleben, wir haben dabei auch einige außergewöhnliche Karrieren und Erfolge vorzuweisen“, betonte Veronika Nerud. Überhaupt sei es ein Anliegen des SFZ, im öffentlichen Leben der Stadt Bad Kötzting präsent zu sein, etwa durch das Mitwirken an Douzelage-Veranstaltungen, am Kinderfestzug und gei anderen Aktionen. Beispielsweise sei auch die „Begehbare Krippe“ am SFZ gefertigt worden.

Stärken in der Praxis

Aus der Schulhistorie

  • Versammlung:

    Die Anregung zur Gründung einer Sonderschule in Kötzting gab eine Lehrerversammlung im November 1966. Die Trägerschaft der zu gründenden Schule übernahm der Stadtrat Kötzting im April 1967.

  • Unterricht:

    Der Unterricht wurde im September 1967 mit zwei Klassen in der alten Holzapfelschule aufgenommen.

  • Leitung:

    Die Schulleitung übernahm im September 1968 Ludwig Baumann. Der schon ernannte Schulleiter Hugo Pokorny war zwei Tage vor Unterrichtsbeginn gestorben, Maria Schreiner war daraufhin kommissarische Schulleiterin.

  • Ausweitung:

    Der Sonderschulverband wurde im August 1970 auf den ganzen Landkreis Kötzting ausgeweitet.

  • Umzug: Der Neubau einer Zentralschule brachte im September 1970 den Umzug auf den „Bildungshügel“ mit sich. Das Schulzentrum wurde im Juli des Jahres 1974 eingeweiht.

  • Erweiterung:

    Die Erweiterung des Schulgebäudes wurde im Oktober 1986 genehmigt. Neuer Sachaufwandsträger wurde 1987 der Landkreis Cham.

  • Bauarbeiten:

    Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Schule starteten im Oktober 1989. Während der Bauzeit ist ein Teil der Schule (Oberstufe) in der Holzapfelschule einquartiert.

  • Richtfest:

    Das Richtfest am Neubau wird im Mai 1990 gefeiert. Die Schulhauseinweihung nach dem Umbau war am 27. Mai 1991.

Was die unterrichtliche Arbeit angeht, ist das SFZ um die Gemeinsamkeiten mit den übrigen Schulen am Ort bemüht. „Wir haben Partnerklassen in der Grundschule, da gibt es gemeinsame Sport- und Musikstunden. Das Sozialprojekt am BSG bringt unsere Schüler mit den Gymnasiasten zusammen. Das ist beeindruckend, wenn sie zum Beispiel miteinander kochen, und wenn die Gymnasiasten von unseren Schülern etwas lernen.“ Generell sieht die Nerud die SFZ-Schüler „in der Praxis mit Stärken“.

Bis zur Jubiläumsfeier am 17. Oktober ist noch etwas Zeit. Bis dahin gibt es am SFZ noch einige Unterrichtsvorhaben. Das nächste ist die sogenannte Juniorwahl. Stimmzettel, Wahlkabinen und Auszählung kommen dabei wie bei der tatsächlichen Bundestagswahl zur Anwendung.

Das Ergebnis wird erst am Tag der richtigen Wahl ausgezählt. „Auch mit diesem Projekt, das an über 3000 Schulen bundesweit läuft, führen wir unsere Kinder möglichst nahe an das Leben außerhalb der Schule heran“, betont Schulleiterin Veronika Nerud. Und dabei will sie weiterhin auf die bewährten Kooperationen setzen, wie sie sagt: „Ich habe dabei den Grundsatz: Gemeinsam tun, was möglich ist, getrennt was nötig ist.“

Weitere Themen aus Bad Kötzting lesen Sie hier

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht