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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Küche

Gerichte aus dem Egerland gezaubert

Beim 38. Kochstammtisch des Multikulti-Vereins Roding stellte Referentin Hannelore Amberger Rezepte aus ihrer Heimat vor.

Kochreferentin Hannelore Amberger (2. v. r.) wickelt den Knödel zum Garen in ein Küchentuch zum Garen. Die Teilnehmer helfen kräftig mit. Foto: Verein

Roding.Geschichte und Rezepte aus dem historischen Egerland sind beim jüngsten Internationalen Kochstammtisch im Fokus gestanden. Das Gebiet des historischen Egerlandes liegt heute in Tschechien und Bayern. Dazu gehören auch angrenzende Bereiche Oberfrankens und der Oberpfalz.

Hannelore Amberger, 1944 in Liebenau (Egerland) geboren, stellte beim 38. Kochstammtisch Rezepte aus ihrer Heimat für Rodinger Bürger vor. Die Küche Egerlands sei verhältnismäßig bäuerlich und einfach, was für gegenwärtige Begriffe dennoch recht aufwendig ist, und zwar sowohl was die Arbeit als auch die Quantität angeht.

Die Speisekarte beinhaltete ein deftiges Dreigängen-Menü: Grießnockerlsuppe, danach Serviettenknödel mit Rinderbraten und Liwanzen.

Als Grundregeln für gute Küche im Egerland gelten Sauberkeit und Einfachheit. Jedoch werde auch einfallsreich gekocht. Die Sauberkeit war also das Hauptaugenmerk einer Köchin, die idealerweise nicht zu viel und nicht zu wenig kochen soll. Die Auswahl der Referentin spiegelte viele dieser Hauptmerkmale wider, wobei das künstlerische Können bei der Zubereitung der Serviettenknödel definitiv nicht jedermanns Sache war. Die Hauptspeisen – auch der Rinderbraten – wurde mit viel Aufwand zubereitet. Eine Grießnockerlsuppe (Vorspeise) und Liwanzen mit Apfelmus (Nachspeise) rundeten das Menü ab.

Referiert hatte Hannelore Amberger aus Liebenau in der Franzensbad (Tschechische Republik), eine Stadt des damaligen Egerlandes, die es heute nicht mehr gibt. Schon mit zwei Jahren wurde Amberger nach Bayern vertrieben. Sie wuchs in Bayerbach und Pfaffenberg (Niederbayern) auf. Amberger ist verheiratet und verbringt ihr Leben seit einiger Zeit zwischen Brasilien und Deutschland, da ihre drei Töchter dort verteilt wohnen. „Ich fand die Vorbereitung zwar lustig aber ich spürte einen starken Erfolgsdrang, so dass ich vom Urlaub aus die Rezepte organisiert habe“, sagte Amberger, die am Herd Souveränität ausstrahlte.

„Ich habe mich gefreut, dass alle so interessiert gefragt, mitgemacht und aufgegessen haben. Das zeigt, dass es allen geschmeckt hat“, so Amberger. Die volkstümliche Kultur des Egerlandes war ein Teil der deutschsprachigen Kultur in Böhmen. Dies habe bei vielen Teilnehmer, die die Geschichte Egerlands nicht kannten hatten, Interesse geweckt.

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