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Region Cham
Montag, 11. Dezember 2017 4

Wirtschaft

Gewerbeflächen in Cham werden knapper

Die Wirtschaft wächst und die Gewerbesteuer, doch schrumpfen die Bauflächen für Firmen – selbst im Gewerbegebiet Cham-Süd.
Von Christoph Klöckner

Baumaschinen räumen gerade wieder einen künftigen Firmensitz im Gewerbegebiet Cham-Süd frei.

Cham.Wo gestern noch der Mais wuchs, schieben heute die Bagger die Erde beiseite. In Cham ist das fast schon ein gewohntes Bild – auch ohne den Straßenbau. So schaut es momentan auch im Gewerbegebiet Cham-Süd aus, dem jüngsten Gewerbegebiet der Stadt, wo gerade wieder Platz gemacht wird für den nächsten Betrieb.

Von den einst fast 15 Hektar ist noch nicht einmal ein Hektar übrig. Die Flächen für Unternehmen wird zunehmend rar – und das in Zeiten, wo die Wirtschaft boomt und die aktuellen Prophezeiungen ein weiter zunehmendes Wachstum voraussagen. Kämmerer Christian Plötz macht der Platzmangel keine Sorgen. „Es tun sich immer wieder Sachen auf“, sagt er. Auch wenn es scheine, dass das Stadtgebiet zu eng für neue Industrie werde. Reden mag er über mögliche neue Erschließungen von Gewerbeflächen nicht – schließlich wachsen bei offenem Interesse der Stadt auch die Preise.

Viel ist bereits reserviert

Da verweist er lieber auf die Flächen, die noch zu haben sind. Im Gewerbegebiet Cham-Süd sind dies noch 7000 Quadratmeter. Auf den 38000 Quadratmetern Bauflächen, die sich bis vor kurzem Ensinger gesichert hatte, aber nach einem Grundstückskauf am bisherigen Standort zurückgab, haben sich mittlerweile erste Firmen angesiedelt. Im unteren Bereich standen laut Plötz nach dem Neubau und dem bereits erfolgten ersten Ausbau von Werk II von Müller Präzision im oberen Teil des Gewerbegebiets noch 30900 Quadratmeter zur Verfügung.

13 700 Quadratmeter seien im Gewerbegebiet für eine Chamer Firma reserviert, der Rest bebaut oder vor der Bebauung – nur eben 7000 freie Quadratmeter Boden gebe es hier noch. Und jede Woche kämen Anfragen, so Plötz: „Ich hätte die Flächen schon zwanzig Mal verkaufen können!“ Doch müssten die Firmen ihr Konzept für eine Niederlassung in dem Chamer Gewerbegebiet präsentieren, um einen Platz kaufen zu können. Die Pläne würden dann im Stadtrat beraten und dort auch entschieden, wer kaufen dürfe und wer nicht.

Chamer Gewerbeflächen

  • Firmen:

    Noch zwei Baugebiete hat die Stadt im Angebot, um Nachfragen von Firmen zu befriedigen. Das ist zum einen das Gewerbegebiet Cham-Süd. Dort sind noch 7000 Quadratmeter frei. Dazu gibt es noch etwas Platz im Gewerbegebiet Cham-Bierlacker beim Heizkraftwerk. Dort ist noch etwa ein Hektar städtischer Baugrund zu haben.

  • Boom:

    Mehr als 600 Betriebe beherbergt Cham – die aktuell fast 14 Millionen Gewerbesteuer zahlen. Das verarbeitende Gewerbe gehört neben dem Handel zur Stärke der Stadt. Rund 30 Prozent der Firmen zählen zu den verarbeitenden Betrieben. Zugpferde des Wachstums sind etwa Goldsteig, Ensinger, Müller Präzision oder Zollner. (ck)

Im Kriterienkatalog steht die Schaffung von Arbeitsplätzen dabei an erster Stelle. „Wir wollen wissen, in was die Firmen investieren“, erklärt der Kämmerer. Es müsse sich für die Stadt ein Mehrwert ergeben. Viele Anfragen gebe es zu Lagerflächen oder Baugrund für Hallen, die man dort aber nicht wolle.

Ein anderes Kriterium sei das Wachstum von Betrieben, die bereits in der Stadt angesiedelt seien. So wird laut Plötz auf einer Fläche des Gewerbegebiets in Cham-Süd das Chamer Hyundai Autohaus neu entstehen, um mehr Entfaltung möglich zu machen als am bisherigen Standort neben dem Volksfestplatz an der Further Straße. Ähnlich ist es mit der Firma Fliesen-Naturstein Albrecht, die bisher in Katzbach ihren Geschäften nachgehe. Auch diese Firma wandert jetzt nach Cham-Süd und baut dort gerade neu. Neben Müller Präzision sind bereits seit längerem zwei weitere Betriebsgebäude entstanden. Zum einen die Firma Lex Metallverarbeitung. Zum anderen die Unternehmen Badeko und GS Lasertec im Gebäude daneben.

Kein Grund in Chammünster

Im Industriegebiet Chammünster wird gerade wieder eine neue Halle aufgestellt, in die laut Stadt die holländische Partnerfirma von AZ Formen- und Maschinenbau aus Runding ziehen wird. Fotos: Klöckner

Auch im Gewerbegebiet in Chammünster ist der Platz enger geworden. Dort hat die Stadt selbst überhaupt keinen Gewerbegrund mehr im Angebot, die Flächen würden hier von Privatleuten verkauft, sagt Christian Plötz. Wer dort gerade ein neues Gebäude hochzieht, sei Chams Stadtrat und Schuh-Händler Peter Hofbauer. Dort werde sich nach seinen Informationen ein holländisches Kooperationsunternehmen der Rundinger Firma Az Formenbau, die mittlerweile zu Continental gehört, zur Miete einziehen.

Nachfragen von Großbetrieben seien selten, sagt der Kämmerer, auch wenn es sie ab und zu gebe. Gebiete ohne Autobahnanbindung seien für Konzerne wie BMW heute uninteressant, wie er immer wieder auf Veranstaltungen höre. Hier folge die Großindustrie dem Landesentwicklungsplan, der Ansiedelungen entlang der Autobahnen möglich mache. Wichtiger sei die ständige Kommunikation mit den Chamer Unternehmen, um deren Bedürfnisse etwa nach Baugrund aufzunehmen und zu erfüllen, wenn möglich.

Und dazu will die Stadt Existenzgründern gute Möglichkeiten für den Start bieten. Davon scheinen einige Interesse an Chamer Gewerbegrund zu haben – die meisten Interessenten würden Flächen in einer Größe zwischen 1500 und 2000 Quadratmetern suchen.

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