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Region Cham
Dienstag, 26. September 2017 20° 1

Glaube

Große Dankbarkeit auf 1456 Metern Höhe

Tausende Pilger verinnerlichten am Sonntag beim 52. Arber-Kirta die Stille und die Gemeinschaft bei der Feier der Messe.
Von Maria Frisch

  • Die Bergwacht Lam zog mit dem Kreuz voran auf den Berg. Foto: kli
  • Tausende Gläubige pilgerten auch in diesem Jahr wieder auf den Großen Arber zur Kirchweih. Foto: kli
  • Viele Trachtler halten der Arber-Kirchweih seit Jahrzehnten die Treue. Foto: kli
  • Waldvereins-Präsident und Landwirtschafts-Minister Helmut Brunner und der Priester von Bayerisch Eisenstein, Bogdan Bogdanowski Foto: kli
  • Die Lindberger Ariensänger sangen die Waldler-Messe. Foto: kli
  • Andreas Tax ist Vorsitzender des Bayerischen Waldgaues der Heimat-, Kultur- und Volkstrachtenvereine, Foto: kli

Lohberg.Zur 52. Arberkirchweih in Folge begrüßte Andreas Tax am Sonntagvormittag an der Arberkapelle die vielen Besucher im Namen des Bayerischen Waldgaus. Ein besonderer Gruß ging an Arber-Pfarrer Bogdan Bogdanowski.

Die Bergwacht Lam zog mit dem Kreuz voran auf den Berg. Foto: kli

In den Willkommensgruß eingeschlossen wurde der stellvertretende Vorsitzende des Dreiflüsse-Trachtengaus Alois Haydn mit Frau, Bürgermeister Charly Bauer mit Gattin, die Mitglieder des Bayerischen Waldvereins mit den einzelnen Sektionen und ihrem geschäftsführenden Vorsitzenden Georg Pletl. Ein Dankeschön zollte Tax der Bergwacht für die Unterstützung sowie Heinz Feigl für die Organisation. Besonders freute ihn, dass sich so viele Trachtenvereine mit ihren Fahnenabordnungen auf den Weg zum Großen Arber gemacht hatten. Ein Dank galt gleichfalls Betriebsleiter Thomas Liebl von der Arberbergbahn. Im Vorfeld spielte die Tittlinger Tanzbodenmusi zum Empfang an der Bergstation auf und spielte auch noch nach der Messe. Ein weiterer Gruß galt allen treuen Arberkirchweih-Besuchern. Mit dem Leitspruch „Treu der Sitt, treu der Tracht, treu der Heimat und treu dem christlichen Glauben“, schloss Andreas Tax. Charly Bauer: „Es ist immer wieder ein großartiges Ereignis, am höchsten Gipfel des Bayerischen Waldes die Messe zu feiern“.

Der Berg gibt Stärke und Kraft

Die Messe auf dem Berg

  • Fahnen-Abordnungen:

    Ein unübersehbares Meer von Vereins-Fahnen zieht jedes Jahr auf den Großen Arber und zeigt damit, wie viele der Messe an diesem Tag verbunden sind.

  • Treue:

    Es gibt viele Trachtler, die der vor 52 Jahren eingeführten Messe seit Jahrzehnten die Treue halten – sie sind stets sehr gern gesehene Gäste auf dem Bayerwald-König.

  • Verständnis:

    Zwei, die sich verstehen: Waldvereins-Präsident und Landwirtschafts-Minister Helmut Brunner und der Priester von Bayerisch Eisenstein, Bogdan Bogdanowski.

  • Musik:

    Auch bei der Messe auf dem Berg ist die Musik natürlich ein wichtiges Gestaltungs-Element. Dieses Jahr besorgten die Lindberger Ariensänger diesen Dienst wieder mit der Waldler-Messe.

  • Organisation:

    Andreas Tax ist Vorsitzender des Bayerischen Waldgaues der Heimat-, Kultur- und Volkstrachtenvereine, der gemeinsam mit dem Wald-Verein zur Feier eingeladen hat.

„Manchmal übersehen wir in der Hektik des Alltags das Wesentliche. Darum brauchen wir immer wieder Momente der Stille und der Gemeinschaft, in denen wir das Wort Gottes hören und das Wesentliche in uns in der Tiefe des Herzens suchen und finden“, drückte es Pfarrer Bogdanowski aus. Gerade auf dem Berg tankten die Menschen immer wieder Stärke und Kraft. Als er sich auf die Predigt vorbereitet habe, hätte er darüber nachgedacht, was heute Landwirtschafts-Minister Helmut Brunner wohl sagen würde, nachdem er angesichts des Temperatursturzes vor einem Jahr festgestellt hatte, dass er bei seinem Vorgänger wegen der Schönwetterlage immer geschwitzt habe. „Darum haben wir heute die goldene Mitte“, verwies der Seelsorger auf die Mischung aus Sonne und Wolken, die allerdings wegen des kühlen Windes dem einen oder anderen doch ein Frösteln über den Rücken jagte.

Viele Fahnenabordnungen zogen mit auf den Arber. Foto: kli

Der Minister nahm den Ball auf und vermutete, dass der Pfarrer noch Zeit brauche, um sich seine Predigt zu überlegen. Helmut Brunner fand es angemessen, dass der Geistliche eine Portion Humor in die Predigt einfließen lasse. „Die St. Bartholomäus-Kirchweih ist die älteste Bergfeier des gesamten Bayerischen Waldes. Sie ist nach wie vor ein Zeugnis für die Volksfrömmigkeit und unserer christlichen Werte“, betonte der Waldvereinspräsident.

Weniger Bitten ...

Deswegen dankte er allen,, die bei idealem Wetter gekommen waren. „Ich habe den Eindruck, dass wir vielmehr Bitte als Danke sagen müssten“, erschien es dem Redner. Vielleicht sollten die Menschen an so einem Tag dankbar zurückblicken auf das, was sie an Lebensfreude und Lebensqualität erhalten haben und mit dem Bitten etwas vorsichtiger und disziplinierter umgehen. Den Menschen gehe es im wesentlichen gut, und sie seien dennoch unzufrieden, weil sie stetig mehr Spaß erwarteten. Die Arberkirchweih biete die Möglichkeit zu reflektieren und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

„Ich glaube auch, dass diese Bergmesse ein ermutigendes Zeichen ist, dass Brauchtum, Tradition und Moderne kein Widerspruch sind“, so Brunner. „Ich könnte jetzt mit Freude Amen sagen“, lobte Pfarrer Bogdanowski: „In der Kürze liegt die Würze.“ Der Pfarrer hieb mit Bezug auf die Lesung und das Matthäus-Evangelium in dieselbe Kerbe.

Das Gottesvolk solle danken für das, was es geschenkt bekommen habe. Auf dem Berg habe sich der Mensch seit Jahrtausenden dem Himmel näher gefühlt. Dort spielten sich die großen Ereignisse ab. „Wer sich an den Kleinigkeiten des Lebens erfreuen kann, bekommt ein stabiles Fundament und ist glücklich“, veranschaulichte der Arberpfarrer. (kli)

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