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Region Cham
Montag, 18. Dezember 2017 3

Unterricht

„Herr Bürgermeister, treiben Sie Sport?“

Die Grundschüler informierten sich im Rathaus über die Verwaltungsarbeit. Das Gemeindeoberhaupt musste viele Fragen beantworten.

  • Das Unterricht richtig Spaß machen kann, sah man den Viertklässlern beim Rundgang im Stamsrieder Rathaus an. Fotos: rsp
  • Bürgermeister Herbert Bauer und stellv. Geschäftsleiter Josef Haberl führten die Schüler mit Lehrerinnen Doris Konrad (4a) und Gaby Roider (4b) sowie unterstützt von Praktikantin Franziska Ries durch das Rathaus.

Stamsried.Was finden Sie an ihrem Beruf toll? Wie lange dauert die Marktplatzumgestaltung noch? Gibt es ein Projekt das Sie sich für Stamsried wünschen? Das und vieles mehr wollten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4a und 4b der Wolfgang Spießl-Schule Stamsried/Pösing von Bürgermeister Herbert Bauer wissen.

Im Rahmen des Sachunterrichts hatten sie gerade das Thema „Gemeinde“ durchgenommen und erfuhren nun bei einem Besuch haargenau, was im Rathaus so alles passiert. Bürgermeister Herbert Bauer freute sich sehr über das Interesse an seiner Arbeit und beantworten gern die über 40 Fragen, welche die Mädchen und Buben vorbereitet hatten: 20 dienstliche und 20 persönliche.

Bügeln kann der Bürgermeister

Auf die Frage, ob er Sport treibe, musste Bauer gestehen, dass er selten dazu kommt, und dass es durchaus mehr sein könnte, was auch für die Mithilfe im Haushalt galt. Bügeln kann er, Fenster putzen, das tut er eher selten. Die Lieblingsessen vom Bürgermeister sind ein saftiges Cordon bleu oder Lasagne. Sein Traumreiseziel sei Neuseeland, antworte er auf die entsprechende Frage.

„Wann bekommt unser Naturbad eine Wasserrutsche?“, wollten die Kinder wissen. Dazu erklärte das Stamsrieder Gemeindeoberhaupt, dass im Rahmen der erforderlichen Sanierung (Holzstege, Pergola) geprüft wird, ob eine Wasserrutsche von den Voraussetzungen her errichtet werfen kann. Dass die Dorferneuerung im Jahr 2018 Stamsried erfolgreich abgeschlossen werden kann, dass es eine Möglichkeit gibt Betreutes Wohnen in Stamsried anzubieten und dass das Schloss wieder einer guten Nutzung zugeführt wird, das sind die Projekte, welche Bürgermeister Herbert Bauer aktuell am meisten beschäftigen.

Gefragt wurde, was in Stamsried bisher die teuerste Anschaffung war. Als Einzelanschaffung war es die Schule mit ca. 8,2 Millionen Euro, als Gesamtmaßnahme die Abwasserentsorgung mit ca. elf Millionen Euro, so Bauer.

Bei ihrem Rundgang durch die Abteilunge im Stamsrieder Rathaus erfuhren die Grundschüler, wie vielfältig die Aufgaben in der Gemeindeverwaltung sind. In der Hauptverwaltung wird zum Beispiel der Postein- und -ausgang bearbeitet, Sitzungsprotokolle erstellt, Termine koordiniert, Telefongespräche vermittelt und der Schriftverkehr abgewickelt. Zur Aufgabe der Mitarbeiterinnen gehört es, Schreiben des Bürgermeisters im PC zu erfassen. Einen nicht unerheblichen Arbeitsaufwand verlangt ebenso die tägliche Ablage. Nicht schlecht staunten die Kinder über die vielen Wandschränke voller Akten in den Verwaltungszimmern.

In der Kämmerei und Kasse erfuhren die Schüler, dass hier Rechnungen geschrieben, Mahnungen versendet und Bankgeschäfte erledigt werden. Hochkonzentriert müssen die Mitarbeiter in diesem Aufgabengebiet arbeiten. Gilt es doch bei der Buchhaltungsarbeit über 400 Haushaltstellen zu beachten, die dann noch dem jeweiligen Konto des Marktes Stamsried, der Gemeinde Pösing, der Verwaltungsgemeinschaft oder dem Schulverband zugeordnet werden müssen.

„Darf der Bürgermeister eigentlich Geld von der Bank abheben?“, lautete eine interessante Frage. „Nein“, sagte das Gemeindeoberhaupt zur Überraschung vieler. „Abheben darf ich keinen Cent, das macht alles die Kämmerei.“

Geschäftsstellenleiter Gschwendtner hat so ziemlich das größte Zimmer, stellten die Schüler fest. Das Bearbeiten von Bauanträgen, Sitzungsvorbereitungen und jegliche Rechtsauskünfte gehören zu seinem Aufgabengebiet. Die vielen Gesetzbücher in den Regalen ließen erahnen, dass zur Ausübung seines Berufes eine spezielle Rechtsausbildung notwendig ist.

Wie entsteht ein Personalausweis?

Das letzte Zimmer, das die Schüler besuchten, war das Ordnungsamt. Josef Haberl und Marianne Pusl begrüßten die Kinder herzlich und erklärten ihnen, was der Begriff „Meldewesen“ alles beinhaltet. So werden hier zum Beispiel Reisepässe und Fischereibescheinigungen ausgestellt, wenn jemand zu- oder wegzieht, wird eine An- oder Abmeldung veranlasst.

Besonders interessant wurde es, als Frau Pusl den Kindern zeigte, wie ein Personalausweis entsteht. Schließlich durfte jeder Schüler auch einmal seinen eigenen Fingerabdruck am Bildschirm sehen.

Nach einer Stärkung im Sitzungssaal bedankten sich die Schüler für die Einladung mit einem kleinen Präsent bei ihrem Gastgeber.

Übrigens: Auf die Frage ganz am Ende, wer sich mal vorstellen könnte selbst Bürgermeister(in) zu werden, schnellte die Hälfte der Finger der anwesenden 32 Kinder in Höhe. „Na, dann brauchen wir uns in Stamsried keine Sorgen um den kommunalpolitschen Nachwuchs zu machen!“, stellte Bürgermeister Herbert Bauer erfreut fest. (rsp)

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