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Region Cham
Dienstag, 21. November 2017 10

Wirtschaft

Hier wurde für Papst Benedikt gearbeitet

Freie Wähler auf Besuch in der Stickerei in Rhanwalting: Der Firmenchef wünschte sich mehr Handwerker in der Politik.

Die Besucher der Freien Wähler beim Rundgang durch die Firma Tischler

Waffenbrunn.Zu einer Betriebsbesichtigung der Freien Wähler bei der Firma Christian Tischler fanden sich der Landtagsabgeordnete Dr. Karl Vetter, die stellvertretende Kreisvorsitzende Emmi Kollross, Kreisgeschäftsführer Josef Kiesl, der Bundestagskandidat Frank Aumeier, der 2. Bürgermeister Peter Roider sowie eine Reihe von interessierten Mitgliedern auf dem Firmengelände in Rhanwalting ein.

Nach der Begrüßung durch den Ortsvorsitzenden Alois Platzer schilderte Firmeninhaber Christian Tischler die Entwicklung der Firma.

Im Jahr 1963 wurde die Firma als Perlen- und Handstickerei von den Eltern Johann und Sophie Tischler gegründet und 1970 um die Automatenstickerei erweitert. In den 70er Jahren wurden unter anderem Stoffe für die arabischen Emirate und Kragenspiegel für Bundeswehruniformen bestickt.

Teil-Auslagerung nach Pakistan

Wegen fehlenden Nachwuchses wurde im Jahre 1982 die Handstickerei teilweise nach Pakistan ausgelagert, 1981 erfolgte im Zuge der Globalisierung eine Teilauslagerung der Automatenstickerei nach Taiwan. Tischler betonte, dass durch die teilweise Verlagerung der Produktion ins Ausland keine inländischen Arbeitsplätze verloren gegangen sind, vielmehr konnten die inländischen Arbeitsplätze durch diese Maßnahme gesichert und erhalten werden.

1984 sei die Produktpalette um Metallabzeichen und Medaillen erweitert worden. 1994 erfolgte wegen des ständig steigenden Auftragsvolumens der Neubau des Wohn- und Geschäftshauses und die Auslagerung in den Angerweg 6 in Rhanwalting, wo bereits 2010 durch einen Anbau erweitert werden musste. Seit 2002 führt Christian Tischler die Firma als Alleininhaber. 2003 wurde ein reichhaltiges Textilprogramm in das Sortiment der Firma aufgenommen, seit 2010 sorgt ein eigener Außendienstmitarbeiter für die optimale Kundenberatung vor Ort.

Bis circa 2010 sei zu hundert Prozent für den Fachhandel produziert worden. Deshalb sei auch weitgehend unbekannt, dass die Firma unter anderem auch für die Olympischen Spiele, für Filmproduktionen oder den Eurofigther Stickereien gefertigt haben, weil die Firma nicht offiziell nach außen aufgetreten ist. Jetzt mache die Firma auch regionale Selbstvermarktung. Die überregionale Fertigung werde nach wie vor über Zwischenhändler abgewickelt.

Der Umsatz lag 1998 noch bei 500 000 D-Mark, heute bei 1,5 bis zwei Millionen Euro. Die Firma erhält Aufträge aus der ganzen Welt, wobei sich der Großteil trotzdem auf deutsche Abnehmer bezieht. Heute reicht die Produktpalette vom Besticken von Stoffen und Kleidungsstücken jeglicher Art mit individuellen Motiven über die Fertigung von Metallabzeichen, Anstecknadeln, Medaillen und bestickten Abzeichen in jedweder Form und für alle erdenklichen Anlässe.

20 Mitarbeiter, die Hälfte vom Ort

Mit besonderem Stolz erwähnte der Firmeninhaber, dass anlässlich der Amtseinführung des bayerischen Papstes Benedikt XVI. die Fahnennägel (Metallabzeichen auf den Fahnen der teilnehmenden Vereine) von der Fa. Tischler gefertigt wurden.

Gute und zuverlässige Arbeitskräfte seien das A und O in einer Firma, betonte Tischler. Ihm liege deshalb viel daran, dass ein gutes Arbeitsklima vorherrsche und sich die Beschäftigten mit dem Betrieb identifizieren. Den Mitarbeitern werde ein breitgefächertes Arbeitszeitmodell angeboten. Auf seinen Katalogen seien deshalb auch die Beschäftigten abgelichtet und nicht fremde Models. Von den derzeit 20 Beschäftigten, davon 12 in Vollzeit, kommen die Hälfte aus dem Gemeindegebiet Waffenbrunn.

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