mz_logo

Region Cham
Montag, 18. Dezember 2017 1

Spende

Hilfe für „Waisenkinder der Medizin“

Mit 11111,11 Euro unterstützten die Laienbühne Schorndorf und Freunde das Zentrum für seltene Erkrankungen in Regensburg.

Überraschte und beeindruckte Gesichter, als der Spendenscheck ausgerollt wurde: Schirmherr und Schauspieler Marcus Mittermeier sowie die beiden ZSER-Vorsitzenden Prof. Dr. Mark Berneburg und Theo Zellner mit Säp Kiesl von der Laienbühne SchorndorfFotos: csa

Schorndorf.Vorsitzender Prof.Mark Berneburg von der Universitätsklinik Regensburg und der bekannte Schauspieler und Regisseur Marcus Mittermeier als Schirmherr des Zentrums für seltene Erkrankungen in Regensburg (ZSER) konnten es kaum glauben, als am Sonntagabend der Spendenscheck ausgerollt wurde: Mit 11111,11 Euro unterstützen die „Laienbühne Schorndorf & Freunde“ den Förderverein für die „Waisenkinder der Medizin“.

Nein, es war kein verfrühter Faschingsscherz, obwohl bekanntlich erst am Tag vorher der offizielle Auftakt in die närrische Saison erfolgte. Die Spendenübergabe schloss sich am Samstagabend im Sattelbogener Hof an die Jury-Sitzung zur Nominierung des nächsten Kulturpreisträgers „Schauer“ an. Entsprechend konnten Laienbühne-Vorstand Säp Kiesl und Jury-Sprecher Theo Zellner auch zahlreiche bisherige Schauer-Preisträger begrüßen: Toni Lauerer, Walter Thanner, „Haindling“ Hans-Jürgen Buchner, „Bäff“ Josef Piendl und Jürgen Kirner von der Couplet-AG.

Theo Zellner gab den Anstoß

Norbert Neugirg, der den „Schauer 2010“ erhalten hatte, musste wie andere aus Termingründen leider absagen, unterstützte aber mit dem „okticket“-Service ebenfalls gerne die Spendenaktion. Ein weiteres Willkommen galt der Sparkasse im Landkreis Cham, vertreten durch die Vorstände Franz Wittmann und Theo Schneidhuber als Sponsor des Schauer-Kulturpreises und nicht zuletzt allen „Freunden der Laienbühne“ vonseiten verschiedener Firmen, die zur tollen Spendensumme von 11111,11 Euro beigetragen haben.

Das ZSER

  • Definition:

    Menschen mit seltenenErkrankungen stehen oft am Rand der Gesellschaft. Eine Krankheit wird als „selten“ bezeichnet, wenn nicht mehr als fünf von 10 000 Patienten von ihr betroffen sind. Weltweit kennt die Medizin etwa 8000 verschiedene seltene Krankheitsbilder.

  • Zahlen:

    Obwohl in Deutschland vier Millionen, in Ostbayern über 150 000 Menschen davon betroffen sind, gibt es nur wenige Behandlungszentren. Meist liegen genetische Ursachen zugrunde.

  • Gründung:

    An der Uni-Klinik Regensburg wurde 2014 ein Behandlungszentrum gegründet: das ZSER –Zentrum für seltene Erkrankungen Regensburg.

  • Förderverein:

    Der Verein wurde im Januar 2016 ins Leben gerufen. Ziel des ZSER ist es, das Zentrum für Seltene Erkrankungen Regensburg ideell und materiell zu fördern. Mitgliedsbeiträge und Spenden sollen die Behandlungsmöglichkeiten verbessern und mehr Forschung ermöglichen.

  • Projekte:

    Zu den Projekten gehören der Ausbau der Infrastruktur des Zentrums, die individuelle Patientenunterstützung sowie die Unterstützung von Projekten zur Erforschung seltener Erkrankungen und deren Therapie.

  • Weitere Informationen

    gibt es unter www.foerderverein.zser.de

Wie Säp Kiesl herausstellte, sei der Anstoß durch den Bayerischen BRK-Präsidenten Theo Zellner erfolgt. Das Ehrenmitglied der Laienbühne und der Schauer-Jury-Vorsitzende fungiert auch beim ZSER-Förderverein als zweiter Vorsitzender. Nach Rücksprache mit der Laienbühne-Vorstandschaft sei die Idee entstanden, für diese tolle Sache noch bei „weiteren Freunden des Vereins“ anzufragen. In seiner bekannt humorvollen Art gab Säp Kiesl das eine oder andere Detail preis, wie die „Freunde etwas geködert wurden“. So sei den Spendern zum Beispiel versprochen worden, „einmal mit Haindling an einem Tisch zu sitzen“. Und auch ein Erinnerungsfoto oder ein Selfie mit dem ZSER-Schirmherrn und Schauspieler Marcus Mittermeier war an diesem Benefiz-Abend natürlich kein Problem.

Wenn die Gemeinschaft lebt: Spendenempfänger und Spendengeber

Kiesl konnte sich auf die Laienbühne-Freunde verlassen: „Wir sind super glücklich, dass ihr alle mitgemacht habt.“ Theo Zellner dankte allen Firmen, die er zum Teil bereits aus seiner Zeit als Chamer Landrat kannte, ganz herzlich. Er sehe die Spende insbesondere „aus der Sicht der Region“, die hier ihren Beitrag leiste. „Ich habe eine Spende in dieser Höhe nicht erwartet“, so Zellner beeindruckt. Die Laienbühne Schorndorf unterstreiche einmal mehr, dass sie nicht nur als Verein auf den Bühnenbrettern vielen Menschen große Freude bereite. „Nein, ihr habt auch schon immer mit Spenden für andere ein ganz, ganz großes Herz“.

„Vielen Dank, vielen Dank“, mit diesen Worten begann und beendete ZSER-Vorsitzender Prof. Dr. Mark Berneburg seine Ausführungen. Auch er sei vom Spendenbetrag mehr als überrascht. Seltene Krankheiten machte Prof. Dr. Berneburg an einem konkreten Fall fest: Leberzirrhose mit Verfettung und Vernarbung der Leber – aber nicht etwa beim Erwachsenen, sondern beim Kind. Um diese Diagnose schon bei der Geburt feststellen zu können, bedarf es beispielsweise unter anderem schnelleren Testverfahren.

„Wir helfen, wo es geht.“

„Wir helfen, wo es geht“, führte Schirmherr und Schauspieler Marcus Mittermeier weiter aus. Hier gehe es um Menschen, „die im Leben viel Pech gehabt haben“. Er schätze es selbst sehr wohl, gesund zu sein und als Erwachsener nach wie vor seinen Beruf als Schauspieler ausüben zu dürfen. „Geben, nehmen teilen“, diese passe nicht nur aktuell zum St. Martinstag, sondern gelte auch für die Laienbühne Schorndorf, so Schorndorfs Bürgermeister Max Schmaderer. „Ihr spielt nicht nur erfolgreich Theater für die gesamte Region“, so das Gemeindeoberhaupt weiter, „sondern unterstützt auch im sozialen und karitativen Bereich“. Die Unterstützung des ZSER-Fördervereins sei eine sehr lobenswerte Initiative, man könne nur auf möglichst viele Nachahmer hoffen. Schmaderer bezeichnete die Laienbühne als besten Imageträger für die Kommune. Sein Dank galt auch allen Firmen aus der Kommune für ihre Identifikation mit der Gemeinde und für diese zweckgebunden Spenden.

Theo Zellner gab den Stein des Anstoßes und die Laienbühne holte sich für den guten Zweck noch viele Freunde mit ins Boot.

Mit einem vorzüglichen Menü des „Sattelbogener Hofes“ rundeten Chef Hans Mitterbiller und sein gesamtes Team in Küche und im Service den gelungenen Abend wunderbar ab. Die Spender waren: Hermann und Vogl, Entsorgung und Recycling; sysob IT – Service und Support; Ingenieurbüro Muhr; Stickerei Tischler; okticket; D’Wasserwirtschaft; Auto Laumer; Aumer Fliesen; Zimmerei Clement Mühlbauer; Paul Bauder; Laienbühne Schorndorf. (csa)

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht