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Montag, 20. November 2017 10

Kultur

Im Himmel der Swing-Welt

Die Reihe „Musik ohne Grenzen“ Waldmünchen wartet wieder mit Stars auf. Wie Jan Smigmator, für den Dr. Smola komponiert.
Von Petra Schoplocher

  • Im Stil der Andrews Sisters oder auch mit zeitgenössischen Arrangements vermag das Vokaltrio „Prime Time Voice“ zu begeistern. In Waldmünchen werden die Sängerinnen von drei Musikern begleitet, die ihr Handwerk ebenso professionell ausüben. Foto: Veranstalter
  • Die Presse feiert ihn längst als „König des Swing“: Jan Smigmator, der sehr gerne in Waldmünchen auftritt. Foto: Miroslav Šmikmátor
  • Markéta Smejkalova ist eine der besten ihres Fachs.Foto: Veranstalter

Waldmünchen.Swing – Das ist für Dr. Svatopluk Franz Smola mehr als ein Musikstil, „es ist eine Ideologie“. Und deswegen ist der „swingende Herbst“, für den der Wahl-Waldmünchener die Arrangements getroffen hat, auch mehr als ein Konzert.

Doch der Reihe nach, denn eigentlich möchte der Initiator der Reihe „Musik ohne Grenzen“ vor allem die Künstler vorstellen, die am Sonntag, 5. November, wieder herausragenden musikalischen Glanz in die Trenckstadt bringen werden. Die Wahl für die „Hauptrolle“ fiel in diesem Jahr auf das Vokaltrio „Prime Time Voice“, der die Profisängerinnen aus Prag als gute Abwechslung zu den Funny Valentines sah, die im Vorjahr aufgetreten waren.

Smigmator als Verbindungsglied

Auf das Ensemble aufmerksam geworden war Smola bei den Vorbereitungen für eine CD-Aufnahme – die neue von Jan Smigmator, für den der Mediziner mehrere Stücke komponiert hat. Damals half Dana Šimícková, eine der Prime Time Voice-Sängerinnen, bei der Suche nach einem Kinderchor. Als er die Gruppe wenig später live hörte, war er „echt hoch zufrieden“. Auch Smigmator wird beim Swingenden Herbst auftreten, „Jan liebt Waldmünchen“, verrät Smola, dem der grenzüberschreitende Charakter des Konzerts am Herzen liegt. „Es soll eine Veranstaltung sein, bei der beide Länder bei Künstlern und Publikum vertreten sein sollen“, erklärt Dr. Smola die Philosophie.

Entstanden ist die Veranstaltungsreihe, die seit 2007 mit einer einmaligen Unterbrechung jährlich stattfand, aus einem von ihm initiierten Konzert mit Ivan Audes in der Wirtschaftsschule. Gleich nach „Klassik mit Jazz und Charme“, habe man ihn zu einer Neuauflage gedrängt, erzählt der Wahl-Waldmünchener schmunzelnd – Die Idee des grenzüberschreitenden Kulturereignisses war geboren, das Folgeprojekt mit der Big Band des Konservatoriums Prag auf der Trenckbühne ein Riesenerfolg.

Das Trio Prime Time Voice, die in der tschechischen Szene sehr bekannt ist, wird von drei Musikern begleitet, die den Damen im Können in nichts nachstehen. Einer von ihnen, Kontrabassist Jaroslaw Šimicek, ist Profiarrangeur und hat für das Konzert in Waldmünchen eigens zwei moderne Sequenzen kreiert. Mit zwei Ausnahmen singen Dana Šimícková, Tatjána Roskovcová und Marta Marinová ausschließlich englische Stücke, viele im Stil der Andrews Sisters sowie Evergreens aus den 1930er bis 1950er Jahren. „Ihre Liebe zu diesem Repertoire ist spürbar“, schwärmt der Mediziner und Musiker.

Jan Smigmator huldigen längst ganz andere. „König des Swing“, titeln tschechische Zeitungen, die Kritiker überschlagen sich. „Seine Popularität geht steil nach oben“, weiß Dr. Smola und führt zahlreiche Fernsehübertragungen als Indiz an.

Auch den dritten Gast kann er nur in den höchsten Tönen loben. „Markéta ist eine Erscheinung“, schwärmt der Wahl-Waldmünchener von der Saxofonistin Smejkalova, die als eine der besten ihrer Zunft gilt. Dass sie wieder mitwirkt, ist nicht zuletzt Verdienst des Publikums. Mehrere Zuhörer hätten sich ein Wiedersehen gewünscht, berichtet Smola.

Ein Grammy nach Smola-Art

Um das Können der jungen Tschechin einzuordnen, bemüht er einen ungewöhnlichen Vergleich. Wie Whitney Houston einst ihren ersten Grammy für die beste weibliche Gesangsdarstellung für „Saving all my love for you“ erhielt, stünde dieser Preis für diesen Song Markéta Smejkalova für die beste weibliche Saxofondarstellung zu, meint Dr. Smola. Die Interpretin verstehe es wie keine andere, dem Altsaxophon eine Art neue Töne zu entlocken. Es dürfte weltweit wenige Frauen geben, die im Jazz ein derart hohes Niveau haben, bescheinigt er der Solistin, die eine der gefragtesten Big Band-Spieler ihres Landes ist.

Mit dem Repertoire für das Konzert – Prime time Voice werden Evergreens wie „Cheek to Cheek“ oder „Isn’t she lovely“ zum Besten geben – haben sich alle Mitwirkenden viel Mühe gegeben. Einige Stücke lassen erahnen, dass die Weihnachtszeit nicht mehr fern ist. „Vier Kerzen“ oder „Der Schneemann“ sind ganz neue Lieder von Jan Smigmator, verrät Smola voller Vorfreude.

Ganz bewusst habe er bei der Dramaturgie, für die er verantwortlich zeichnet, ausschließlich auf Swing gesetzt. Das sei gesunde, optimistische Musik, die gerade in den heutigen, unruhigen Zeiten wichtiger und wohltuender sei denn je. „Und sie hilft, die Menschen besser zu machen“, ist Dr. Svatopluk Franz Smola überzeugt.

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