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Region Cham
Mittwoch, 22. November 2017 3

Reise

Japan und sich selbst kennengelernt

Vera Heubl aus Rimbach folgte nach dem Abitur einem Gefühl und entdeckte ein Land voll extremer Gegensätze.
Von Roman Hiendlmaier

Einen Eindruck von der Welt in Fernost und von sich selbst in einer fremden Umgebung erhielt Vera Heubl auf ihrer 60-tägigen Japan-Tour. Foto: Heubl

Rimbach.War es ihr Hobby, der asiatische Kampfsport Karate, oder das gute asiatische Essen – genau weiß Vera Heubl den Grund nicht mehr, warum es sie nach Fernost zog. Fest steht nur: Es war so ein Gefühl, das bei der 18-Jährigen über Jahre heranwuchs. „Japan – das faszinierte mich einfach,“ erzählt die Rimbacherin mit dem Glanz in den Augen, den Menschen haben, die Beeindruckendes erlebten.

Vera Heubl hat Beeindruckendes erlebt. 60 Tage war die BSG-Abiturientin nach der Zeugnisvergabe im Land des Lächelns, allein und auf eigene Faust absolvierte sie einen ausgedehnten Trip durch ein faszinierendes Land mit Menschen, mit Begegnungen, die in Erinnerung bleiben.

Image und Realität

Japan – das ruft hierzulande Bilder von Kirschblüten, dem schneebedeckten Vulkan Fuji, Samurais und Geishas hervor. Vera Heubl sah zunächst die Millionenmetropole Tokio mit seinen höflichen, hilfsbereiten und erstaunlich regeltreuen Menschenmassen, wie sie sich erinnert. „Die Atmosphäre war zwar oft wuselig, aber nie irgendwie besonders stressig, oder gar bedrohlich.“

Sie fand es angenehm, selten allein zu sein, immer wieder neue Leute kennenzulernen, manche nur kurz auf einen Smalltalk zum Essen im Hostel, andere als Begleiter für einen Ausflug in die reich variierte Landschaft aus Bergen, Ozean und Seen. Japans pulsierende Metropolen, auch Tokio, liegen unweit atemberaubender Natur: „Japan ist ein wunderschönes Land, wenn man raus in die Natur geht. Es gibt Vulkane, heiße Schwefelquellen, Traumstrände zum Schnorcheln, aber auch hunderte von Skigebieten.“

Zwischen den Welten: Vera Heubl in einer Allee aus Torii am Shinto-Schrein in Kyoto. Torii sind Tore, die den Übergang vom Weltlichen ins Sakrale markieren, und die Priestern von reichen Familien oder Unternehmen gespendet werden. Foto: Heubl

Diese natürlichen Gegensätze spiegeln sich auch gesellschaftlich wieder. Was sie schwer beeindruckte: „In den Metropolen stehst du zwischen einer siebenspurigen Straße und einem Büroturm. Du gehst in eine Seitenstraße und schon nach ein paar Metern ändert sich das Bild. Und noch ein paar Meter weiter kannst du schon in einem idyllischen Park oder verwunschenem Tempelbereich sein, in dem der Großstadttrubel ewig weit entfernt scheint.“

Japan verbinde Tradition, Moderne, Natur und Kultur auf eine einzigartige Weise, sagt Vera Heubl. Sie habe versucht, die Extreme für sich persönlich einzufangen, indem sie von möglichst vielen markanten Punkten Souvenirs als Erinnerungen mit nach Hause nahm.

Was von Japan bleibt

In den 60 Tagen hatte die Rimbacherin Zeit, die meisten Sehenswürdigkeiten zu besuchen: Den 3800 Meter hohen Fuji, die frühere Hauptstadt Kyoto mit riesigen Tempelanlagen und dem Kaiserpalast, und natürlich Hiroshima: „Wenn man den Friedenspark betritt, spürt man eine besondere Stimmung, den Respekt und die Nachdenklichkeit. Die noch erhaltenen Ruinen und die Dokumentation im Friedensmuseum machen das Trauma des Landes nach dem ersten Atombombenabwurf besonders sichtbar“, fand sie. Vermutlich auch angesichts einer solchen Historie wurden die Drohgebärden des nordkoreanischen Nachbarn während ihres Aufenthalts zumindest medial mit relativer Gelassenheit aufgenommen.

Was bleibt, nach 60 Tagen auf der anderen Seite der Erde? Natürlich sei es wieder schön, nach Hause zu kommen, die vertraute Umgebung, Freunde und Familie wieder zu treffen, sagt Vera Heubl. Und jedem, der sie fragt, empfehle sie eine solche Tour natürlich auch – schon, um sich selber besser kennenzulernen.

Weiter geht’s für sie zunächst mit dem Studium – Jura hat sie sich ausgesucht, also eher die Kehrseite des „Land des Lächelns“. Was ihr aber auch bleibt, ist die Gewissheit, dass sie ihr Gefühl nicht getrogen hat. Japan sei tatsächlich faszinierend – und vielleicht sieht das Land sie auch mal wieder – „gut möglich“, sagt sie.

Sparen in Japan:

Schlafen: In Hostels kann man schon ab rund 25 Euro pro Nacht eine Futonmatratze auf Reisstrohmatten im Schlafsaal ausbreiten.

Reisen: In Städten mit dem Rad, von Ort zu Ort reist man am bequemsten mit dem Zug. Der sogenannte „JR Pass“ erlaubt Touristen, fast das gesamte Zugnetz für ein Drittel des regulären Fahrpreises zu nutzen.

Essen: In Supermärkten gibt es gutes Sushi, abends zum halben Preis. Bars und Fast Food in Seitenstraßen bieten qualitativ hochwertige, frische Speisen.

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