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Region Cham
Freitag, 24. November 2017 10° 3

Brauchtum

Kirchweih wie in alten Zeiten gefeiert

Der 30 Meter lange Kirtabaum wurde von den Staatsforsten erworben. Die Kinder stellten einen eigenen Kirtabaum auf.
Von Jakob Moro

  • Es war ganz schön anstrengend, die über 30 Meter hohe Fichte per Hand in die Senkrechte zu hieven. Fotos: Moro
  • An Kirtaburschen-Nachwuchs fehlt es nicht.

Mitterdorf.Der Burschenverein Mitterdorf ist Garant für Kameradschaft und Geselligkeit. Dies konnten die Besucher an Kirchweih wieder einmal erfahren. Die Burschen werden nicht weniger, sondern mehr.

Wenn anderen Orts auch schon mal ein Traktor oder ein Bagger mithilft, den Kirtabaum aufzustellen, hält der Burschenverein an der Tradition fest. Bereits am frühen Morgen wurde ein tiefes Loch aufgegraben und nachmittags per Hand der Kirtabaum aufgestellt.

Während der ganzen Kirchweihwoche liefen die Vorbereitungen auf das Kirchweihfest. Das Team der Burschen, mit den drei Vorstandsmitgliedern Jonas Reisinger, Maximilian Bauer und Andreas Schropp an der Spitze, besorgte wieder einen prächtigen Baum. Wurden seit der Gründung des Burschenvereins stets die Bäume von den vielen Waldbesitzern gesponsert, wurde dieses Jahr der Baum von den Staatsforsten erworben.

Die Kirta-Deandl banden die drei großen Kränze, die abends beleuchtet werden. Der Baum mit den Insignien „BVM 2017“ (Burschenverein Mitterdorf 2017) gekennzeichnet. Das „Soing“ wurde per Hand ausgegraben. Diese Tradition lassen sich die Mitterdorfer Burschen ebenso nicht nehmen, wie das Aufstellen des Baumes per Hand, ohne maschinelle Hilfe.

Pünktlich um 13 Uhr ging es für die Kinder ab zum Schmücken und Aufstellen ihres Kirtabaumes, ehe die Burschen aus Mitterdorf am Zuge waren. Auch heuer übernahm Klaus Schwarzfischer wieder das Kommando und die Verantwortung beim Aufstellen. Bewährte Kräfte standen ihm zur Seite. Das wichtigstes Kommando wahr mehrfach zu hören: „Alle zugleich – hebt auf“. Nach etwa einer Stunde war es dann soweit. Der Schlachtruft „Wer hot Kirta? „Wir ham Kirta“ war oft und lautstark zu hören. Unter Mithilfe der Bevölkerung, vielen Zuschauern wurde unter fachkundiger Anleitung und Kommando von Klaus Schwarzfischer die schleißige 30 Meter hohe Fichte mit weißblauen Bändern geschmückt, in die Senkrechte gebracht. Eine anstrengende, konzentrierte, schweißtreibende Arbeit, bei der alle gefordert waren. Der anschließende Umtrunk mit Freibier und Leberkäs-Semmeln schmeckte da besonders gut.

Mit zünftig bayerischer Musik, gespielt vom Alleinunterhalter „Witsch“ ließ man den Nachmittag ausgklingen, bevor am Abend die Mitterdorfer Burschen die Bevölkerung zum traditionellen Kirtatanz ins Gasthaus Hecht einluden. Dort spielte die bekannte Band „Woasst scho“ zum Tanz und Unterhaltung auf. Alle örtlichen Vereine, die befreundeten umliegenden Burschenvereine trafen sich und sorgten für ein volles Haus. So wurde bis tief in die Nacht gefeiert.

Mehrere Burschen bewachten das beleuchtete Wahrzeichen bis weit nach Mitternacht, während im Gasthaus Hecht zum Tanz aufgespielt wurde. Der Charme des Abends: „Viele Besucher waren mit Lederhose und Dirndl gekleidet“.

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