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Region Cham
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Stadtrat

Konzept zur Sanierung maroder Straßen

Ingenieur Sebastian Riedl stellte dem Further Plenum Planungsentwürfe zum Ausbau von Mondschein- und Herrenstraße vor.
Von Wolfgang Baumgartner

Ingenieur Sebastian Riedl (li. stehend) stellte die Planungsentwürfe zur Sanierung von Mondschein- und Herrenstraße im Stadtrat vor. Foto: wb

Furth im Wald. Im Dialog mit den Anwohnern soll nun die Sanierung von Mondschein- und Herrenstraße in Angriff genommen werden. Die ersten Weichen dazu wurden bei der Stadtratsitzung am Donnerstag gestellt. Sebastian Riedl, Bachelor of Engineering (B. Eng.), vom gleichnamigen Ingenieurbüro Riedl GmbH in Furth im Wald stellte einen Planungsentwurf für die beiden Straßen auf der Grundlage des Ist-Zustandes vor.

Nach den Worten von Bürgermeister Sandro Bauer dient der Entwurf auch zugleich als Basis, um zu eruieren, im welchem Umfang die Maßnahme durch die Städtebauförderung bezuschusst werden kann. Die tatsächliche Planung wird sich dann an diesen Fördermöglichkeiten und Vorgaben orientieren. Bevor allerdings die Handwerker in der Mondschein- und Herrenstraße loslegen, werden die Anwohner in einer Versammlung ihre Vorstellungen und Wünsche zu dem Projekt darlegen können.

Zwei Planungs-Entwürfe

Die Bestandserhebung hat laut Rathauschef in Bezug auf die aktuellen Vorgaben hinsichtlich der Breite und die Länge der Parkplätze „doch einige Überraschungen gebracht!“ Die Sanierungsmaßnahmen sollen sich an die aktuellen Maße der Fahrzeuge orientieren. Es mache wenig Sinn, die gleiche Anzahl an Stellplätzen zu schaffen, allerdings auf drei Parkflächen nur zwei Auto Platz haben. Gefordert sei der Planer auch hinsichtlich der Fahrzeugbreiten.

„Es muss auf alle Fälle gewährleistet sein, dass der Rettungsdienst ungehindert die Straßen passieren kann“, fügte Bürgermeister Bauer hinzu.

Am Platzl erfolgt der Anschluss an die Rosenstraße zweibahnig. Vom Pflaster der Rosenstraße soll ein Übergang zu der geplanten Asphaltdecke in Mondschein- und Herrenstraße erfolgen. Foto: wb

Bei dem Thema Stellplätze müssten sowohl die Bedürfnisse der Anwohner als auch der Gewerbetreibenden in diesen Straßenabschnitten berücksichtigt werden. Ingenieur Sebastian Riedl stellte dann in der Folge zwei Entwürfe für den möglichen Ausbau der Mondschein- und Herrenstraße mit Anschluss an die Rosenstraße vor. Der aktuelle Zustand der Straßen sei gekennzeichnet von einem sehr schadhaften Asphaltbelag im Fahrbahnbereich, abgesenkten und schadhaften Bordsteinen sowie Entwässerungsrinnen und verschiedenen Belägen im Gehwegbereich.

„Von Asphalt über Beton, Granit- und Betonpflaster ist alles zu finden“, betonte der Ingenieur B. Eng.

Viele unterschiedliche Beläge wurden auf den Gehwegen in Mondschein- und Herrenstraße verbaut. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind sehr schadhaft und „lösen sich allmählich auf“. Foto: Ingenieurbüro Riedl

Aktuell sind nach den Worten von Sebastian Riedl auf einer Gesamtlänge von 201,75 Meter 42 Stellplätze ausgewiesen. Das bedeutet, pro Stellplatz stehen 4,80 Meter zur Verfügung. Entsprechend den aktuellen Anforderungen und Empfehlungen für den ruhenden Verkehr sei dies völlig unzureichend. „Damit ein Stellplatz für einen Längsaufsteller ausreicht, muss er mindestens 5,70 Meter lang sein“, fügte der Experte hinzu. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben wären also auf der Länge von rund 201 Meter maximal 35 Stellplätze möglich.

Anhand von aktuellen Bildern verdeutlichte der Ingenieur den momentanen Zustand der beiden Straßen und wies darauf hin, dass die Ausweisung von Parkflächen auf den Gehwegen in diesen Bereich gar nicht zulässig seien. Parallel zu den Erhebungen über den Straßenzustand wurde auch der Abwasserkanal in den beiden Straßen überprüft.

Kanal in gutem Zustand

Eine TV-Inspektion der Hauptleitung im Februar dieses Jahres zeigte auf, dass keine gravierenden Schäden an der Leitung vorliegen. Lediglich eine Rissbildung im Scheitel und in einem Abzweig müssten im Zuge der Straßensanierung in offener Bauweise behoben werden.

Über den Zustand der Kanalanschlussleitungen zu den Häusern liegen jedoch keiner Erkenntnisse vor. „Bei diesen Leitungen müsste während der Baumaßnahme dann eine Sichtprüfung gemacht werden“, stellte der Experte fest. Schön bunt wurde es bei der Stadtratsitzung am Donnerstag dann, als Sebastian Riedl im Bestandslageplan die unterschiedlichen Beläge farblich darstellte.

Der Übergang von der Herrenstraße zum Stadtplatz soll neu gestaltet werden. Ein Planungsentwurf sieht am Eingang der Straße zwei Bäume vor. Foto: wb

In der Folge präsentierte er dann zwei Ausbau-Varianten. Sie unterscheiden sich primär von der Zahl der Stellplätze. Bäume könnten für etwas Grün in Mondschau- und Herrenstraße sorgen. Der Entwurf sieht elf Bäume vor; dadurch würde sich die Zahl der Stellplätze auf 27 reduzieren.

Stellplätze statt Grün

Angedacht sei in beiden Straßen eine Entwässerung in der Fahrbahnmitte, um ein Eindringen des Oberflächenwassers in die angrenzenden Häuser und Einfahrten zu verhindern. Die Breite der Herrenstraße variiert zwischen 3,70 Meter an der engsten Stelle und fünf Meter an der breitesten Stelle. Auf Höhe des Modehauses Bill soll auf der linken Seite eine „Schleppkurve“ angelegt werden, damit Rettungsfahrzeuge problemlos passieren können. Die Mondscheinstraße ist durchgehend 3,50 Meter breit. „Da es sich hier um eine Einbahnstraße handelt, ist das völlig ausreichend“, fügte Sebastien Riedl hinzu.

Neuer Seniorenbeirat

Der Alternativ-Entwurf ist vom Aufbau, der Verkehrsführung und der Entwässerung her gleich, aber er verzichtet auf die Bäume. „Dadurch könnten mit 31 Stellplätzen vier mehr realisiert werden!“ Die am Donnerstag präsentierten Pläne sehen vor, die Fahrbahnen zu asphaltieren, die Gehwege sollen gepflastert werden.

Das Oberflächenwasser soll künftig nicht mehr seitlich, sondern mittig abgleitet werden. Der Planungsentwurf sieht die Asphaltierung der Fahrbahn vor; die Gehsteige sollen gepflastert werden. Foto: Ingenieurbüro Riedl

Bei der anschließenden Diskussion schlug Toni Schmidt vor, einen grauen Asphalt zu verwenden, um den Übergang zum Pflaster am Stadtplatz und der Rosenstraße optisch zu entschärfen. Michael Mühlbauer regte an, die Ausschreibung eventuell ins Jahr 2019 zu verlegen, um Kosten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang wies Ingenieur Riedl darauf hin, dass bezüglich der Kosten der Granitpreis die größte Unbekannte sei. Das Material komme aus China und dort gäbe es zur zeit einen Exportstopp. „Der Preis stieg heuer um 30 Prozent!“ Auf Anregung von Bürgermeister Bauer könnte überlegt werden, den Gehweg links in der Herrenstraße wegzulassen, um zusätzliche Parkplätze zu schaffen.

Im Verlauf der Sitzung wurde am Donnerstag Roland Kies als neues Mitglied im Seniorenbeirat berufen. Er tritt die Nachfolge des verstorbenen Karl Hartl an. „Ich bin froh, dass Roland Kies nun in dem Gremium mitarbeitet“, betonte der Bürgermeister.

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