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Donnerstag, 18. Januar 2018 11

Marktgemeinde

Lebensretter sind Vorbilder

Felix Hauer, Thomas Hofbauer und Johannes Lankes aus Stamsried schenkten anderen Menschen ein neues Leben.
Von Jakob Moro

Drei Stamsrieder Lebensretter – Thomas Hofbauer, Felix Hauer und Johannes Lankes – wurden geehrt. Bürgermeister Herbert Bauer, 2. Bürgermeister Michael Winkler und Bürgermeister Edmund Roider nahmen sie in die Mitte beim Jahresabschluss in Friedersried. Foto: Moro

Stamsried.Eine ganz besondere Ehrung konnte Bürgermeister Herbert Bauer im Namen des Marktes Stamsried an drei Lebensretter vornehmen. Felix Hauer, Thomas Hofbauer und Johannes Lankes spendeten eine Stammzelle und haben womöglich krebskranken Menschen das Leben gerettet.

Allein in Deutschland erkranken jährlich etwa 12 000 Menschen an der Diagnose Blutkrebs, eine Krankheit, die jeden treffen kann. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance und letzte Hoffnung auf Heilung eine Stammzellenspende ist.

Felix Hauer hat sich bei der Bestimmung seiner Blutgruppe bei der Bundeswehr 2016 bereiterklärt, sich in die Datenbank der Stefan-Morsch-Stiftung aufnehmen zu lassen. Thomas Hofbauer hat 2014 die Typisierung bei einer Blutspende am Joseph von Frauenhofer-Gymnasium durchführen lassen und Johannes Lankes im November 2015 beim Blutspenden an der Stamsrieder Schule.

Alle drei wurden von der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ in der Datenbank registiert. Und plötzlich war sie da, die Nachricht, dass sie womöglich die passenden Spender für einen Patienten seien. Eine Nachricht, die das eigene Leben, aber noch mehr das eines unbekannten Patienten verändern –ja, hoffentlich retten – wird. Falls ein Spender im Rahmen einer Spendersuche in die engere Wahl kommt, müssen erneut die Gewebemerkmale von Patient und Spender verglichen werden.

Ist der Tag dann da, folgt die Entnahme der Stammzellen in einer Klinik. Mehrere Stunden waren unsere Spender an ein Dialyse-Gerät angeschlossen, in dem die Stammzellen aus ihrem Blut entnommen wurden. Dies dauert etwa drei bis sechs Stunden. Das Besondere ist, dass die Stamsrieder Spender die Stammzellenspenden voneinander unabhängig im Zeitraum Januar bis April 2017 durchführten.

Erholt haben sich Felix, Thomas und Johannes von der Entnahme gut, sie spüren seit der Spende keinerlei Beeinträchtigung. „Das war nicht schlimm. Jeder Mensch sollte das tun – es ist so einfach, ein Leben zu retten“, erklärten sie übereinstimmend. Es ist recht einfach, was man als Spender auf sich nehmen muss, wenn man bedenkt, was die Kranken durchmachen“, betonten sie.

Wie es den Empfängern der Stammzellen geht, wissen sie allerdings nicht, noch nicht. Alle drei wissen nur soviel, dass die Stammzellen von den Patienten angenommen wurden. Bei Felix Hauer handelt es sich um einen 65-jährigen Mann aus Schweden, Johannes Lankes hat einer Amerikanerin womöglich zu einem neuen Leben verholfen. Thomas Hofbauer weiß nur so viel, dass der ursprünglich festgesetzte Übertragungstermin im Dezember 2016 aufgrund gesundheitlicher Probleme des Patienten verschoben werden musste und erst nach dessen Genesung im Januar 2017 durchgeführt wurde. Persönliche Kontakt ist erst nach einer Frist von zwei Jahren gestattet. Alle drei Spender wünschen sich einen Kontakt zu den Stammzellenempfängern.

Bürgermeister Bauer an die drei Lebensretter: „Als es um die Frage ging, kann ich vielleicht ein Menschenleben retten, habt ihr nicht lange gezögert, sondern selbstlos gehandelt.“

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