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Schule

Lesepaten haben das beste Publikum – die Kinder

Ein Jahr lang gibt es nun Lesepaten an der Grundschule der Stadt. Gemeinsam mit den Lehrern zogen sie eine positive Bilanz.
Von Monika Kammermeier

Die Lesepaten: (v. li.) Lesepaten: Susanne Ebertseder, Ingrid Dindorfer, Marion Fischer, Martha Bauer, Rektor Gerald Fide und Koordinatorin Förderlehrerin Christa Fechter. Foto: kmo

Furth im Wald.„Als Lesepate sind Sie der Star der Veranstaltung. Kein Publikum ist aufmerksamer und lebendiger als das der Kinder“ – o-Ton Lesepaten.net. In Furth im Wald an der Grundschule starteten vergangenes Jahr erstmals vier Lesepaten. Rektor Gerald Fide und Christa Fechter, Förderlehrerin und Koordinatorin der Lesepaten, äußerten sich begeistert über den Erfolg, den die Lesepaten bei den Kindern erbracht hatten und wünschen sich noch mehr Lesepaten an ihre Schule.

Bei 272 Kindern in zwölf Klassen und einem Migrationsanteil von 25Prozent habe man einen viel höheren Bedarf. Wenn beide Eltern berufstätig seien, alleinerziehende Berufstätige, oder Eltern mit Migrationshintergrund, falle es schwerer, sein Kind in der Lesekompetenz zu unterstützten, sagten die Lesepaten der Further Grundschule. Ingrid Dindorf und Martha Bauer bekamen Kinder aus der zweiten Klasse zugeteilt, mit denen sie das Lesen übten.

Susanne Ebertseder und Marion Fischer arbeiteten mit Kindern aus verschiedenen Klassen. Ebertseder ist inzwischen aus der Lesepatenschaft in die Offene Ganztagesbetreuung gewechselt. In der OGTS sind es 40 Kinder. Einmal in der Woche kamen die Lesepaten in die Schule, um mit „ihren“ Kindern zu lesen. Dabei bedienten sie sich in der Schulbücherei, brachten aber auch selbst Lesestoff mit, oder gebrauchten das Lesebuch der Kinder. Ihnen sei wichtig, dass die Kinder sich mit den Geschichten befassen dürfen, die ihnen Spaß machen: Piraten-, Ritter- und Detektivgeschichten, über Pferde und Freundinnen oder auch Sachbücher zum Beispiel.

Fechter sagte, dass sich die Kinder von ihren Lesepaten Zeit und Zuhören wünschten. „Wenn sie das bekommen, habe man das beste Publikum“, so Fechter. „Freilich gibt es da auch die Hagebuchenen“, gab Bauer lachend zu bedenken. Aber, mit denen werde man leicht fertig. Kinder seien in ihrer Art so unterschiedlich wie alle Menschen, waren sich die Lesepaten einig. Manche ermüden schnell, andere seien lebhafter und dynamisch.

Bauer und Dindorf hatten Kinder aus verschiedenen Nationen, aus Tschechien, aus der Slowakei und aus Asien. Diese Kinder sprächen oft beide Sprachen weil sie oft einen deutschen Elternteil hätten, so Fide. Wenn der Lesepate mit den Kindern liest, werde auch die Lesetechnik geübt, sagte Fechter. Es gehe um das Sätze verlängern, um sinnentnehmendes Lesen, schwierige Wörter werden besprochen, oder es werden Silbentexte gelesen. Es werde mit den Lehrkräften zusammengearbeitet, aber die Lesepaten haben auch freie Hand, was die Lesetexte betrifft.

Über das Jahr baute sich zwischen den Lesepaten und den Kindern eine Bindung auf. Dindorf und Bauer fragten schon an, ob sie „ihre“ Kinder im nächsten Jahr behalten dürften. Das mache Sinn, sagte Fide. Die Kinder kämen dann in die dritte Klasse, da wehe ein „schärferer Wind“, so dass es günstig sei, wenn die Kinder ihre Lesepaten schon kennen. Wer Lesepate werden will, arbeitet ehrenamtlich, unterliegt der Verschwiegenheitspflicht und braucht ein erweitertes Führungszeugnis. Er kann sich direkt an die Grundschule in Furth im Wald wenden.

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