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Samstag, 16. Dezember 2017 5

Sport

Lift am Voithenberg wird elektrifiziert

Nachdem der alte Dieselmotor im Januar ausgefallen war, können sich die Skifahrer nun wieder auf die kommende Saison freuen.
Von Josef Rank

Die alte Liftanlage bleibt bestehen und wird mit einem neuen Industrie-E-Motor bestückt. Foto: Rank

Furth im Wald.Ein tolles Skivergnügen erwartete die Skifahrer auf den Skipisten im Skizentrum Voithenberg mit einer Mischung aus leichten und mittelschweren Abfahrten seit mehr als vier Jahrzehnten. Doch die Skisaison 2016/17 war kurz – viel zu kurz. Der Grund war nicht der fehlende Schnee, sondern der Ausfall des Skilifts am 26. Januar. Die Stadtwerke machten nun die Anschaffung eines neuen Elektromotors mit einer Leistung von 160 Kilowatt möglich. Dadurch können die Skifahrer ab Mitte November wieder ihrem Hobby frönen, vorausgesetzt am Voithenberg gibt es wieder Schnee.

Die alte Liftanlage bleibt bestehen und wird mit einem neuen Industrie-E-Motor bestückt. Foto: Rank

Am Donnerstagvormittag stellten Bürgermeister Sandro Bauer, Stadtwerke-Chef Markus Hanff und Mitarbeiter Thomas Roßmann die Änderungen vor. Hanff erläuterte dabei, dass der ehemalige Dieselmotor, der im Jahr 1971 installiert wurde, 200 PS Leistung hatte. Die Schlepplänge von 1200 Metern hatte der Motor über 45 Jahre hinweg gut hingebracht.

Es gab keine Ersatzteile mehr

Der kaputte Dieselmotor soll neben der bestehenden Anlage auf einem Sockel erhalten bleiben. Der Dieselmotor war nicht nur sehr gefordert durch das Gewicht der Skifahrer, sondern auch durch die oft extremen Witterungsverhältnisse. Diese musste der Motor bei täglich bis zu zwölf Stunden Betrieb aushalten. Danach hatte er wieder über Monate hinweg Pause. Leider gab es für diesen Motor keinerlei Ersatzteile mehr. Nun wurde ein E-Motor mit einer Leistung von 160 Kilowatt angeschafft. Die Kosten für diesen werden im Vergleich zum Dieselmotor keinen Unterschied ausmachen, sagte Markus Hanff. Ändern werden sich dagegen nur die Wartungskosten, die beim Dieselmotor aufwendiger waren.

Der neue E-Motor mit einer Leistung von 160 Kilowatt wird in der kommenden Woche eingebaut. Foto: Rank

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke habe die Anschaffung des E-Motors einstimmig beschlossen. Das Ingenieur-Büro Schweiger aus Sonthofen, ein absoluter Spezialist für Skiliftbau, konnte zur Beratung mit ins Boot genommen werden. Nach der Ausschreibung war die Firma Russhold aus Reichertsbeuren Mindestnehmer und habe den Auftrag bekommen. Der E-Motor wurde bereits angeliefert. Die dazugehörige Steuerungskomponente befinde sich in den Stadtwerken, und am kommenden Montag beginne der Einbau. Dieser erstrecke sich auf etwa zehn Tage. Bis dahin sei auch der alte Dieselmotor ausgebaut.

Neben der Liftanlage wurde ein Lifthäuserl gebaut, in dem sich die gesamten Steuerungselemente befinden werden. Gleichzeitig könnte dieses neue Lifthäuserl als Kassenhäuschen verwendet werden. Bürgermeister Sandro Bauer ergänzte, dass eine eigene und stärkere Doppel-Stromleitung von der Trafostation bis zum Lift auf einer Länge von 400 Metern verlegt werden musste. Damit sei eine notwendige 180-Kilowatt-Leitung sichergestellt. Der nächste Schritt nach dem Einbau sei die TÜV-Abnahme, dafür kämen Spezialisten aus Thüringen. Der Bericht gehe an die Regierung von Oberbayern, die dann die Anlage freischalten werde. Spätestens müsste dies dann Mitte November der Fall sein. Das Kostenvolumen der gesamten Neuanschaffung belaufe sich auf 150 000 Euro. Man besitze danach immer noch die alte Leitner-Lift-Anlage, aber mit einem neuen Antrieb.

Kritik in der vergangenen Saison

Warum beschäftigt man sich schon jetzt mit dem Lift und Schnee? Die Antwort gab Bürgermeister Sandro Bauer. Es habe im vergangenen Jahr bereits Kritik gegeben. Denn ausgerechnet als Schnee da war, und der Betrieb lief, gab der Dieselmotor seinen Geist auf.

Sehr interessiert war selbstverständlich der Further Skiclub an einem Fortbestand des Skivergnügens. Es gab auch hinreichend viele Gespräche mit dem Vorstand, der auch vollste Unterstützung zugesagt hat, wie sich der Verein einbringen könne. Dies betreffe zwar nicht die Elektrifizierung des Skiliftes, sondern das Umfeld und auch den Betrieb des Liftstüberl. Hier stehe die Stadt unterstützend zur Seite. Deshalb ist Bürgermeister Sandro Bauer auch froh, dass die Elektrifizierung und damit der weitere Betrieb von und mit den Stadtwerken verwirklicht werden konnten.

Eine gesamte neue Liftanlage mit Stützen, Bügeln und Rollen sowie eine Beschneiung der Skipisten war nie ein Thema. Die Kosten dafür lägen bei 3,5 Millionen Euro. Außerdem wären die Temperaturen nicht immer passend für eine Beschneiung gewesen. Die Investition von 150 000 Euro könne wieder umgerechnet werden auf etwa 30 Jahre. Mit der Erstellung des neuen Häuschens eventuell als Kassenhäuschen könnten durch effizientes Arbeiten auch Personalkosten eingespart werden, meinte der Bürgermeister.

Das neue Lifthäuserl könne auch als Kassenhäuschen verwendet werden. Foto: Rank

Fest stehe auf jeden Fall: Die Skifahrer werden mit dem E-Motor einen besseren Komfort spüren. Die unterschiedlichen Fahrtgeschwindigkeiten seien Geschichte, es werde alles automatisiert. Auch die stundenweisen Ausfallzeiten durch den Dieselmotor gehörten der Vergangenheit an.

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