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Region Cham
Samstag, 23. Mai 2015 15° 3

Schule

Lockenwickeln mit Friseur-Obermeister

Mittelschüler aus Waldmünchen und Rötz schnupperten eine Woche lang in Handwerksberufe. Und am Schluss gab’s ein Zeugnis für die Lehrstellen-Bewerbung

Unter Anleitung von Innungsobermeister Werner Irnstetter und unter den Augen von Schulleiter Anton Münch (links) durften sich die Rötzer Mädchen im Friseurhandwerk erproben. Foto: Arbeitsagentur

Waldmünchen.Eine Woche lang bekamen die Achtklässler der Mittelschule Rötz und der Schwarzachtal-Mittelschule Waldmünchen Einblicke in gängige Handwerks- und Dienstleistungsberufe. Diese Maßnahme für alle Mittelschulen im Landkreis Cham läuft bereits im sechsten Jahr. Initiiert und finanziert wird diese praktische Woche durch Arbeitsagentur und Schulamt. Durchgeführt wird die Orientierungswoche vom Kolping-Bildungswerk und dem Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer in Cham.

Testwerkstatt Handwerkskammer

Für fast 60 Schüleraus Rötz und Waldmünchen fand der Unterricht fernab vom Klassenzimmer statt. Zusammen mit ihren Klassenleitern Johann Schinabeck aus Rötz sowie Annemarie Rötzer und Katharina Vogl aus Waldmünchen fanden sich die Mädchen und Jungen jeweils am Montagmorgen in den Ausbildungsstätten ein.

Die Schüler wurden vom Leiter der Handwerkskammer in Cham, Josef Ramsauer, und vom Leiter des Kolping-Bildungswerkes, Franz Speckner, begrüßt. Den Schülern wurde aufgezeigt, was eine Berufsausbildung von ihnen verlangt. Die Berufsfelder Metall, Holz, Elektro, Kosmetik mit Körperpflege, Versorgungstechnik, Hotel- und Gaststättenbereich sowie Handel wurden deshalb ausgewählt, weil es hier im Landkreis sehr viele Ausbildungsplätze in diesen Branchen gibt.

Es wird nicht mehr zwischen Männer- und Frauenberufe unterschieden, deshalb wurden die Teilnehmer in einigen Berufsfeldern auch gleichermaßen eingesetzt. Bei einigen der Berufsbereiche konnten die Schülerinnen und Schüler aber individuell wählen.

Nach der kurzen Einführung ging es gleich an das Werk. Die Jugendlichen wurden in Gruppen aufgeteilt, die jeweils einen halben bis ganzen Tag in jedem Berufsfeld verbrachten.

Im Berufsfeld Metall stellten die Jugendlichen einen Tischventilator her. Ausbilder Stefan Altmann achtete dabei ebenso wie seine Kollegen auf eine saubere und genaue Arbeitsausführung.

Im Holzbereich ging es darum, mit den Mädchen und Jungs einen Wandhalter für einen Laptop anzufertigen. Ausbilder Josef Fischer stellte den Jugendlichen den Prototypen vor und erklärte detailliert jeden Arbeitsschritt anhand einer Skizze. Im Bereich Kosmetik und Körperpflege waren Lidwina Abele und Friseurinnungsobermeister Werner Irnstetter die Ausbilder. Im Elektrobereich ging es darum, Platinen zu bestücken und das Löten zu üben. Ziel war es, unter Anleitung von Ausbilder Gerhard Vogl ein von LED beleuchtetes Namensschild anzufertigen.

Im Bereich Heizung, Wasser und Gas wurden unter Anleitung von Ausbilder Peter Auzinger Rohrverbindungen erstellt und ebenfalls fleißig das Löten geübt. An Montagewänden, wie sie auch für Prüfungsaufgaben verwendet werden, durften die Jugendliche Waschbecken, Wasserhähne und Siphon installieren.

Ein Zeugnis für die Bewerbung

Im Bereich Handel konnten die Schüler unter Anleitung von Inka Müller den kompletten Ablauf einen Handelsbetriebes kennenlernen. bei den Hotel- und Gaststättenberufen wurden mit Fritz Wimmer das Eindecken von Tischen für ein Fünf--Gänge-Menü, das Falten von Servietten und im Rollenspiel das Bedienen von Gästen trainiert.

Am Freitagmittag hatten es alle geschafft. Neben ihren Werkstücken konnten sie auch ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme in Empfang nehmen, dass sie im Herbst 2014 ihren Bewerbungen beilegen können.

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