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Region Cham
Dienstag, 21. November 2017 7

Pflege

Lösungssuche für den Pflegenotstand

Landkreis stemmt sich gegen immer größere Lücken bei den Stellen.

Landrat Franz Löffler (hinten Mi.) zeigte sich beeindruckt von Ausführungen der Altenpflegeschüler, wonach Pflege „cool“ sei. Foto: Landratsamt

Cham.Der Bedarf an Fachkräften in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie im Altenpflegebereich steigt stetig an. Die Herausforderungen im sozialen Bereich holen auch unseren Landkreis ein: „Das Bewusstsein für die Bedeutung von Sozial- und Pflegeberufen in der Gesellschaft stärken“, so Landrat Franz Löffler bei der Eröffnung einer interdisziplinären Veranstaltung im Landratsamt mit Teilnehmern aus den Bereichen Schulen, Institutionen, Pflegeeinrichtungen, Unternehmen und Weiterbildungseinrichtungen.

In den nächsten zehn Jahren müssen alleine aufgrund des Renteneintritts rund 200 Fachkräfte ersetzt werden. Prof. Dr. Markus Lemberger von der Wirtschaftsförderung des Landkreises erläuterte mögliche Szenarien für den Landkreis. Nach einer kürzlich durchgeführten Befragung der stationären Pflegeeinrichtungen dauert es derzeit bis zu 71 Tagen im Mittel, bis eine freie Stelle wieder besetzt werden kann. Darüber hinaus werde sich laut Prognosen der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal in allen Ebenen in den nächsten Jahren um bis zu 50 Prozent erhöhen.

Erfreulich sei, so Landrat Franz Löffler, dass die Einrichtungen den Bedarf bisher noch aus eigener Kraft stemmen konnten. Immer wichtiger wird daher die Altenpflegeschule in Bad Kötzting. Schulleiterin Anneliese Schmuderer zeigte die Entwicklung der Schule auf. Derzeit sind 100 Schüler an der Schule. „Pflege ist, wie alle anderen Berufsfelder, ein durchgängiges und karriereversprechendes Tätigkeitsfeld“, sagte Schmuderer. Drei Schülerinnen und Schüler der Schule stellten dar, warum Pflege „cool“ sei.

Argumente wie Bindung und Aufbau von Freundschaften, gute Berufschancen, dankbare zu Pflegende und nicht zuletzt auch die gute Bezahlung standen im Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Im Anschluss warb Anja Fischer vom Sachgebiet Betreuung, Heimaufsicht und Senioren am Landratsamt für die Wohnraumberatung des Landkreises. Nach einer bundesweiten Studie könnten 15 Prozent mehr pflegebedürftige Menschen in den eigenen vier Wänden bleiben, wenn die Wohnungen barrierefrei ausgestattet seien.

Michael Trautner von der Initiative „Landkreis Cham inklusiv und barrierefrei“ präsentierte den wichtigen Teilaspekt der Inklusion. Das gegründete Bündnis, getragen von den Barmherzigen Brüdern in Reichenbach, soll die Akteure im Landkreis verbinden.

Die Fachrunde diskutierte dann unter Leitung des Landrates, welche Schnittmengen es mit den Schulen geben könnte. Anja Fischer präsentierte Projektvorschläge wie die Entwicklung eines Messestandes in Kooperation mit Berufsschülern oder die Biografiearbeit mit Hilfe moderner digitaler Medien. Landrat Franz Löffler zeigte sich zuversichtlich: „Wir werden auch für diese Herausforderungen Lösungen finden.“

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